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Verein

23.04.26

Supporters Trust: „Davon profitieren alle, die sich mit dem HSV verbunden fühlen“

HSV-Präsident Henrik Köncke und Cheftrainer Merlin Polzin sprechen im Interview auf hsv.de über Verbundenheit, Beteiligung, konkrete Investitionsplanungen und darüber, warum die bevorstehende Gründung des Supporters Trust am 5. Mai 2026 die konsequente Fortsetzung einer gemeinsamen Entwicklung ist.  

HSV.de: Die Vorarbeiten für den Supporters Trust laufen seit Wochen und Monaten auf Hochtouren. Nun steht bald die Gründung an. Henrik, was passiert genau zum Start? 

Köncke: Am 5. Mai findet unsere Gründungsversammlung statt. Dann erfolgt abhängig von den laufenden Prüfverfahren der operative Start. Wichtig ist uns ein exklusiver Zugang: In den ersten zehn Tagen nach dem Auftakt haben zunächst HSV-Mitglieder die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Danach folgen die HSVerinnen und HSVer, die vielleicht kein Mitglied sind, aber eine Dauerkarte besitzen. Zum Auftakt wird es eine begrenzte Anzahl von 18.870 Anteilen geben. Diese orientiert sich an konkreten Projekten im Volksparkstadion, die von Vorstand Eric Huwer festgelegt wurden, mit dem Ziel, das Stadionerlebnis für alle spürbar zu verbessern. 

Kannst du diese Projekte schon konkret benennen? 

Köncke: Dazu zählen unter anderem eine erhöhte Kapazität, erweiterte sanitäre Anlagen, eine Verbesserung der Sichtverhältnisse und des Caterings. Nach den entsprechenden Genehmigungen soll mit der Kapazitätserweiterung unmittelbar begonnen und im Laufe der kommenden Saison eine Kapazität von mehr als 58.000 Fans im Volksparkstadion erreicht werden. Damit machen wir einen ersten wichtigen Schritt bei der Erweiterung. Perspektivisch könnten es mehr als 60.000 Plätze werden. 

Es gibt bereits viele Unterstützer. Wer steht hinter dem Trust? 

Köncke: Die große Bandbreite der Unterstützung ist tatsächlich besonders. So vielseitig wie unser Verein ist, so divers ist auch das Bekenntnis zum Supporters Trust. Mit dabei sind Vereinslegenden wie Horst Hrubesch, David Jarolim oder Collin Benjamin, engagierte Persönlichkeiten aus der Fanszene, Vertretende aus Gremien und Verein wie unsere Vize-Präsidentin Laura Ludwig, Partner aus dem engen HSV-Umfeld sowie Spieler unserer aktuellen Bundesliga-Mannschaft. 

Das zeigt: Der Supporters Trust ist kein Projekt einzelner Gruppen, sondern eine Bewegung aus dem gesamten HSV heraus.  

Was ist der Supporters Trust für dich persönlich? 

Köncke: Für mich ist der Supporters Trust eine eindeutige Stärkung der Mitglieder, ein Angebot zur zusätzlichen Mitgestaltung und zum Miteinander. Der Ausgangspunkt war unsere Mitgliedschaft selbst. Über mehrere Mitgliederversammlungen hinweg wurde sehr klar der Wunsch geäußert, die HSV‑Gemeinschaft auch auf Gesellschafterebene noch stärker einzubinden und ihr erstmals ergänzend zu den bestehenden Gesellschaftern die Möglichkeit zu geben, selbst Teil dieser Struktur zu werden. Dieser Wunsch wurde gehört und legitimiert. In dieser Form ist das bislang einmalig im Profifußball und eine wesentliche Grundlage für alles, was wir jetzt tun. 

Wie ist der Entstehungsprozess abgelaufen? 

Köncke: Bei der Ausarbeitung haben wir von Beginn an bewusst auf einen partizipativen Ansatz gesetzt. In einer heterogenen Arbeitsgruppe aus Fans, Mitgliedern des Supporters Club, Mitarbeitenden sowie externen Fachexperten haben wir gemeinsam in enger Abstimmung mit der HSV Fußball AG & Co. KGaA und Eric Huwer an dieser Idee gearbeitet und aus vielen Gedanken Schritt für Schritt einen tragfähigen Vorschlag entwickelt. Das heißt – und das ist mir wichtig zu betonen –: Der Supporters Trust ist nicht am Reißbrett entstanden. Er ist aus der Gemeinschaft heraus gewachsen. Organisch, verantwortungsvoll und mit einem langfristigen Blick. 

Und genau das macht ihn für mich aus. Der HSV war schon immer mehr als ein Fußballverein. Der Supporters Trust gibt der bestehenden Verbundenheit eine zusätzliche Form, in der sie transparent und getragen vom Miteinander wirken kann.  

Du sprichst bewusst nicht von einem Modell, sondern von einer Idee. Warum? 

Köncke: Weil der Supporters Trust mehr ist als ein technisches oder organisatorisches Konstrukt. Der Kern ist die Überzeugung, dass wir zusammen mehr erreichen können, wenn wir unsere Unterstützung bündeln und gemeinsam für den HSV einstehen. 

Wir handeln dabei aus einer Position der Stärke. Der HSV verfügt über eine außergewöhnlich große und engagierte Gemeinschaft. Mit dem Supporters Trust entwickeln wir diese konsequent weiter und übersetzen sie in konkrete, gemeinsame Wirkung. 

Merlin, du erlebst diese Gemeinschaft jeden Tag. Was bedeutet dieser Schritt für dich?  

Merlin Polzin: Wenn wir am Spieltag ins Stadion einlaufen, überträgt sich diese gemeinschaftliche Energie direkt auf uns als Mannschaft. Als uns die Projektleiterin des Supporters Trust die gesamte Idee vom Auftrag bis zur bevorstehenden Gründung vor einigen Wochen in der Kabine vorgestellt hat, war dieses Gefühl von „zusammen erreichen wir mehr” sofort da. Der Supporters Trust gibt diesem Gefühl eine neue Ebene. Er schafft eine weitere Möglichkeit, den HSV über die Ränge hinaus zu unterstützen und an einer erfolgreichen Zukunft mitzuwirken.  

Warum wünschen sich Mitglieder und Fans diesen Schritt? 

Köncke: Wichtig ist mir zunächst eines: Sehr viele HSV-Mitglieder und -Fans übernehmen schon heute Verantwortung, jeden Tag. Das wird durch den Supporters Trust weder ersetzt noch neu definiert. 

Was wir in den vergangenen Monaten hinzukommend gespürt haben, ist der Wunsch vieler, sich an dem eingeschlagenen Weg noch aktiver zu beteiligen und neben der Mitgliedschaft auch auf struktureller Ebene mitzuwirken. Nicht als Pflicht und nicht als Voraussetzung, sondern als Ausdruck von Vertrauen in die gemeinsame Zukunft des Vereins. 

Genau daraus ist der Supporters Trust entstanden: als Möglichkeit zur weiteren Beteiligung. Er ergänzt das Fundament der Unterstützung für diejenigen, die über ihr bereits bestehendes Engagement hinaus mitgestalten möchten.

Wer profitiert am Ende davon? 

Köncke: Der HSV als Ganzes. Es geht nicht um individuelle Vorteile, sondern um den gemeinsamen Fortschritt. Der Verein wird stärker, weil er auf einer noch breiteren Basis getragen wird. Davon profitieren alle, die sich mit dem HSV verbunden fühlen.  

Merlin, wofür steht der Supporters Trust für dich persönlich? 

Polzin: Für Zusammenhalt und Verantwortung. Beim HSV gab es schon immer diese besondere Verbindung zwischen Mitgliedern, Fans, Mannschaft und allen, die den Verein leben. Der Supporters Trust gibt dieser Verbindung jetzt eine zusätzliche Struktur.  

Dass sich viele aus der Mannschaft und dem Staff einbringen, zeigt, wie viel uns der HSV bedeutet und dass wir uns auch neben dem Platz einbringen wollen. 

Was nimmst du daraus für den HSV mit? 

Polzin: Dass hier etwas entsteht, das unabhängig von einzelnen Personen oder Momenten funktioniert. Spieler, Verantwortliche, Mitglieder und Fans bringen sich ein. Daraus wächst eine stabile Grundlage für Sicherheit, Zusammenhalt und Entwicklung. 

Warum geht ihr diesen Schritt genau jetzt? 

Köncke: Weil wir bereit sind. Es gibt eine starke Basis und eine klare Rückmeldung aus der Mitgliedschaft. Der Supporters Trust ist mehr als eine Momentaufnahme, er ist die bewusste Verstärkung der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre.

Zum Abschluss: Wie lässt sich der Supporters Trust in einem Satz zusammenfassen? 

Köncke: Wir tragen die Verantwortung als Gemeinschaft. 

Polzin: Und als Gemeinschaft bauen wir unsere Zukunft. 

Vielen Dank für das Gespräch.  


Was ist der HSV Supporters Trust? Wie kann ich mich daran beteiligen? Antworten auf diese und weitere Fragen sind in den FAQ zu finden.