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HSV-Frauen

19.02.26

Sascha Kirschstein und das Nordderby: „Ich habe die Fans damals angestachelt“

Der Torwarttrainer der HSV-Frauen hat das Nordderby einst als Spieler miterlebt. Vor dem Duell zwischen den Rothosen und dem SV Werder Bremen spricht der 45-Jährige über seine Erfahrungen in diesem Spiel, die Besonderheit und Keeperin Lea Paulick.

In Sascha Kirschstein kribbelt es noch wie früher. „Manchmal würde ich meinen Emotionen gern mehr freien Lauf lassen. Ich war in meiner aktiven Zeit als Torwart sehr laut, aber das geht jetzt nicht mehr“, sagt der 45-Jährige, der zwischen 2004 und 2007 beim Hamburger SV aktiv war. Nach seinem Karriereende hat Kirschstein die Seiten gewechselt: Als Torwarttrainer steht er jetzt an der Seite derjenigen, die zwischen den Pfosten stehen. Seit nunmehr einem Jahr übt „Kirsche“, wie er liebevoll genannt wird, dieses Amt bei den HSV-Frauen aus, mit denen er in der vergangenen Saison den Bundesliga-Aufstieg gefeiert hat. Im Fußball-Oberhaus steht am kommenden 19. Spieltag das Nordderby zwischen dem HSV und dem SV Werder Bremen im Volksparkstadion auf dem Programm. Ein Duell, an das Kirschstein besondere Erinnerungen hat: Dreimal hat er in einem Nordderby das HSV-Tor gehütet.

„Das Nordderby ist ein Highlight-Spiel. In meiner aktiven Zeit waren wir als Mannschaft immer richtig heiß auf dieses Duell“, berichtet Kirschstein. Ein Sieg mit dem HSV gegen die Grün-Weißen blieb dem gebürtigen Braunschweiger zwar verwehrt, dafür trug er zu zwei Unentschieden seinen Teil bei. Das 1:1 im Dezember 2005 im Weserstadion war Kirschsteins viertes Bundesliga-Spiel seiner Karriere und der damals 25-Jährige rückte in den Fokus: Zunächst verursachte er einen Elfmeter, den er anschließend parierte, wenig später musste er bei einem Freistoß hinter sich greifen. Der Schütze in beiden Fällen: Johan Micoud. „Das Gegentor war ärgerlich. Dafür habe ich in der zweiten Halbzeit ein paar Dinger gut gehalten“, sagt Kirschstein schmunzelnd. Im Rahmen der Nordderbys erinnert er sich auch an Privatduelle mit Miroslav Klose und Tim Wiese.

Generell verbindet Kirschstein das Nordderby mit einer aufgeheizten Stimmung – und vielen Provokationen. „Ich habe das, ehrlich gesagt, gemocht“, lacht der 1,96 Meter große Hüne. „Ich habe die gegnerischen Fans sogar selbst angestachelt, damit sie noch mehr Druck machen. Ich war ja kein ruhiger Torwart. Mir hat es gefallen und es hat mich gepusht. Für mich gehört sowas zu einem Derby dazu“, sagt er. Nun steht am Sonnabend (21. Februar, Anstoß: 14 Uhr) bei den Frauen das Duell zwischen dem HSV und Werder Bremen an. „Jedes Spiel in der Bundesliga ist besonders für uns. Aber das Nordderby ist noch mal etwas spezieller“, betont Kirschstein. Das Ziel ist klar: Es besser machen als im Hinspiel, das die Grün-Weißen mit 2:0 zu Hause gewonnen hatten. Dabei können sich die HSV-Frauen auf eine Kulisse von rund 10.000 Zuschauern im Volksparkstadion freuen.

Von den 22 Spielerinnen auf dem Platz wird HSV-Keeperin Lea Paulick im Blickfeld ihres Torwarttrainers stehen. „Lea ist nach langer Zeit wieder im Tor, sie verbessert sich von Spiel zu Spiel“, sagt Kirschstein über den Winter-Neuzugang, der bei Eintracht Frankfurt wenig zum Zug gekommen war und am vergangenen Spieltag beim 4:0-Auswärtssieg in Hoffenheim in ihrem fünften HSV-Einsatz in Folge zum ersten Mal ohne Gegentor blieb. Das freut auch den Torwarttrainer: „Zu Null hört sich immer gut an.“

„Wir tauschen uns in der Torwart-Gruppe gut aus. Ich zeige ihnen was, aber genauso zeigen sie auch mir was. Ich bin schließlich auch dabei, dazuzulernen“, gesteht Kirschstein. Das Torwartspiel habe sich im Vergleich zu seiner aktiven Zeit „stark verändert“. Geblieben aber ist das Kribbeln. Wenn am Sonnabend das Nordderby angepfiffen wird, dürfte sich Sascha Kirschstein auch an alte Zeiten erinnern.

Tickets für das Nordderby im Volksparkstadion gibt es noch im HSV-Ticketshop