
Saison
04.05.26
Klassenerhalt im ersten Jahr – ein Blick in die Statistik
Erstmals seit 13 Jahren hat der HSV schon nach dem 32. Spieltag Planungssicherheit. Das Saisonziel Klassenerhalt ist vorzeitig erreicht – ein großer Erfolg, denn 43 Prozent aller Bundesliga-Aufsteiger steigen direkt wieder ab.
Am Sonntagabend hat es in Hamburg einmal kurz „Rums“ gemacht. Allen, die es mit dem HSV halten, ist ein Stein vom Herzen gefallen. Weil zunächst am Nachmittag der FC St. Pauli sein Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 verlor und später der VfL Wolfsburg auswärts beim SC Freiburg nicht über ein Remis hinauskam, stand der Klassenerhalt der Rothosen zum Abschluss des 32. Bundesliga-Spieltags fest. Anders als in vielen Jahren zuvor hält sich der HSV damit das Drama im Saisonfinale vom Leib und kann bereits zwei Partien vor Schluss mit der Planung für die kommende Spielzeit beginnen – zum ersten Mal seit 13 Jahren (Platz 7 am Ende der Saison 2012/13). All das wohlgemerkt als Aufsteiger, der im Sommer 2025 unter der Federführung von Sportdirektor Claus Costa einen erheblichen Umbruch am Kader vollzog.
Der direkte Klassenerhalt war in der Historie nicht jedem Aufsteiger vergönnt. Es ist gern davon die Rede, dass das zweite Jahr immer das schwerste sei. Tatsächlich ist es jedoch das erste. So stiegen bis zu dieser Saison 43 Prozent aller Aufsteiger (156) in der Bundesliga-Geschichte direkt wieder ab. Im zweiten Jahr waren es nur noch 19 Prozent. Statistisch gesehen hat der HSV mit dem Klassenerhalt also bereits eine große Hürde auf dem Weg zurück zu einer festen Größe im Fußball-Oberhaus genommen. „Die Entwicklung ist nicht immer linear, es gibt immer wieder Rückschläge, aber die Gesamtentwicklung des Clubs ist positiv“, ordnete HSV-Vorstand Eric Huwer nach dem Abpfiff beim 2:1-Auswärtssieg in Frankfurt ein. Der 42-Jährige weiß, wovon er spricht, ist seit mehr als zehn Jahren beim einstigen Bundesliga-Dino tätig.

Und wer Cheftrainer Merlin Polzin auf der Pressekonferenz vor dem 1. Spieltag bei Borussia Mönchengladbach (0:0) genau zugehört hat, wusste es ohnehin von Beginn an. „Es muss sich keiner Sorgen um uns machen“, sagte der gebürtige Hamburger. Mit einer Ausnahme nach dem 3. Spieltag standen die Rothosen stets über dem Strich. Seit Einführung der Drei-Punkte-Wertung holten die Bundesliga-Aufsteiger bis zu dieser Saison im Schnitt 37 Punkte im ersten Jahr. Aktuell stehen bei den Rothosen 34 Punkte zu Buche, und der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt acht Zähler. In den letzten beiden Saisonspielen zu Hause gegen Freiburg und auswärts in Leverkusen kann der HSV noch die „magische“ 40-Punkte-Marke knacken.
Der HSV ist aktuell eines von zehn Teams, die nach ihrem erstmaligen Bundesliga-Aufstieg nicht mehr abgestiegen sind. Während die Rothosen jetzt dazugehören, drohen beispielsweise der 1. FC Heidenheim (seit 2023/24) und der VfL Wolfsburg (seit 1997/98) von dieser Liste zu fallen. Am längsten im deutschen Fußball-Oberhaus hält sich der FC Bayern München (seit 1965/66). Apropos Superlativ: Unvergessen ist die Saison 1997/98 des 1. FC Kaiserslautern, der als Aufsteiger unter Trainer Otto Rehhagel sensationell Meister wurde. Als bis dato letzter Aufsteiger in ein ähnliches Gefilde schaffte es RB Leipzig, das in der Saison 2016/17 Platz 2 erreichte. Übrigens mit Yussuf Poulsen im Kader, der sich am gestrigen Sonntagabend knapp zehn Jahre später wieder über eine erfolgreiche Saison als Aufsteiger freuen durfte. So wie viele andere HSVer, denen ein Stein vom Herzen fiel.
