
Interview
12.02.26
Laszlo Benes: „Ich wäre gern auf dem Platz dabei“
Vor der Partie des Hamburger SV gegen den 1. FC Union Berlin spricht Laszlo Benes im HSV.de-Interview über das Duell zweier Clubs, für die er vor nicht allzu langer Zeit aktiv war. Zudem erklärt er, wie es für ihn in der türkischen Süper Lig läuft.
Eines will Laszlo Benes unbedingt loswerden, bevor er sich den Fragen der HSV.de-Redaktion stellt. Es sollen doch bitte liebe Grüße an die Menschen auf der Geschäftsstelle im Volksparkstadion ausgerichtet werden. Hatte der 28-jährige Mittelfeldspieler die Rothosen nach zwei Saisons im Sommer 2024 in Richtung 1. FC Union Berlin verlassen, ist er nach wie vor eng verbunden mit der Raute. Dass am Sonnabend (14. Februar, Anstoß: 15.30 Uhr) die beiden Clubs, für die er vor nicht allzu langer Zeit aktiv war, gegeneinanderspielen, sei besonders für ihn, wie der Linksfuß am Telefon erklärt. Benes wird die Partie aus der Ferne verfolgen, weil er in der aktuell laufenden Saison von den Köpenickern an den türkischen Erstligisten Kayserispor verliehen ist. Im HSV.de-Interview spricht der slowakische Nationalspieler über seine Zeit in Hamburg und Berlin, zudem erklärt er, zu wem vom HSV er noch Kontakt hält und wie es für ihn der Türkei läuft.
HSV.de: Laci, wenn am Sonnabend um 15.30 Uhr deutscher Zeit der HSV und der 1. FC Union Berlin gegeneinander spielen, läuft sicherlich der Fernseher bei dir, oder?
Laszlo Benes: Diesmal werde ich mir das Spiel anschauen können – ich freue mich sehr darauf! In der Hinrunde habe ich es leider verpasst, weil ich zur selben Zeit ein Spiel hatte. Danach habe ich mir natürlich das Ergebnis und die Highlights angeschaut.
Inwiefern ist ein Spiel zweier Clubs aus deiner Vergangenheit besonders für dich?
Da ich für beide gespielt habe, ist es zweifelsohne etwas Besonderes für mich. Einerseits hatte ich eine gute Zeit beim HSV, andererseits habe ich einen Vertrag bei Union Berlin. Ich wäre gern auf dem Platz dabei, aber das geht leider nicht, deshalb muss ich das Spiel im Stream verfolgen.

Inwieweit verfolgst du die sportlichen Entwicklungen des HSV und von Union Berlin?
Wenn es zeitlich passt, schaue ich mir ihre Spiele an. Beide Vereine stehen im Tabellenmittelfeld und sind nur wenige Punkte voneinander getrennt. Der HSV ist zu Hause sehr stark – wie ich weiß, sind sie seit sechs Spielen im Volksparkstadion ungeschlagen. Dagegen hat Union auswärts gut gepunktet und macht es insgesamt sehr ordentlich. Ich rechne mit einem interessanten Spiel am Sonnabend.
Hast du vor dem Saisonstart, als du noch Spieler von Union Berlin warst, an die Duelle mit dem HSV gedacht?
Auf jeden Fall! Ich habe mich zudem sehr gefreut, als der HSV den Aufstieg geschafft hat. Ich weiß, wie viel es den Fans und den Menschen im Verein bedeutet. Ich habe mich auch für meine ehemaligen Mitspieler und Freunde gefreut, weil es eine große Sache ist.
Du hast innerhalb von zwei Jahren 64 Pflichtspiele (21 Tore, 21 Vorlagen) für den HSV bestritten. Wie blickst du mit etwas Abstand auf deine Zeit hier zurück?
Die Zeit war sehr schön – es waren viele Spiele und Torbeteiligungen. Leider habe ich den Aufstieg nicht miterleben können. Ich habe im HSV-Trikot stets mein Bestes gegeben und werde immer stolz darauf sein, dass ich für einen der größten Vereine in Deutschland spielen durfte. Der HSV bleibt für immer in meinem Herzen und in dem meiner Familie, weil meine Tochter in Hamburg geboren ist. Wir haben uns in der Stadt sehr wohl gefühlt.
Zu wem vom HSV hältst du noch Kontakt?
Ich habe mit dem einen oder anderen ab und zu noch Kontakt. Beispielsweise schreibe ich hin und wieder mit Ransi und Miro. Auch Merlin habe ich nach dem Aufstieg gratuliert. Ich freue mich immer über ein Tor oder einen Sieg des HSV.

Du hast in deiner einzigen Saison bei Union Berlin 25 Pflichtspiele (zwei Tore, eine Vorlage) überwiegend als Joker absolviert. Wie bewertest du dein Jahr in der Hauptstadt?
Es war eine intensive Zeit und alles nicht ganz so einfach. Leider verlief die Saison nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe, weil ich nicht so viel gespielt habe. Trotzdem waren es am Ende mehr als 20 Bundesliga-Einsätze und darüber bin ich glücklich.
Mit der Aussicht auf mehr Spielpraxis wurdest du im vergangenen Sommer für die aktuell laufende Saison an den türkischen Erstligisten Kayserispor verliehen.
Zu dem Zeitpunkt war der Trainer Markus Gisdol, dessen Name mir aus Deutschland ein Begriff war. Mir hat gefallen, was er und die anderen Personen aus dem Club über mich gesagt haben und wie die Vorstellungen aussahen. Zudem habe ich von mehreren Spielern aus der slowakischen Nationalmannschaft gehört, dass die Süper Lig eine intensive Liga sei, die in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung genommen habe. Ich wollte bewusst etwas anderes ausprobieren – eine andere Liga, ein anderes Land.
Wie läuft es bislang für dich?
Bislang ist es eine positive Erfahrung für mich, weil ich die meiste Zeit die vollen 90 Minuten spiele. Leider stehen wir als Verein nicht dort, wo wir gern in der Tabelle stehen wollen. Es sind aber noch genügend Spiele bis zum Saisonende und ich bin optimistisch, was den Klassenerhalt betrifft.
Markus Gisdol war bis zum vergangenen Oktober dein Trainer. Er hat ebenfalls eine Vergangenheit beim Hamburger SV. Inwieweit habt ihr euch mal über den HSV ausgetauscht?
Der HSV war immer mal wieder Thema. Insbesondere in der Zeit nach meinem Wechsel, als der Aufstieg noch recht frisch war. Markus hatte auch eine schöne Zeit in Hamburg. Zudem wurde Aaron Opoku verpflichtet, der ebenfalls eine HSV-Vergangenheit hat. Wir haben häufiger über die Ergebnisse gesprochen.
Abschließend: Was ist dein Tipp fürs Spiel am Sonnabend?
Ich glaube, dass es ein enges Spiel wird, das mit einem Tor Unterschied entschieden werden könnte – in die eine oder andere Richtung.
