
Nachbericht
02.03.26
Leipzig in den Beinen, Leverkusen im Kopf
Nach der 1:2-Niederlage gegen RB Leipzig steht bereits die nächste Aufgabe vor der Tür: Am Mittwochabend empfangen die Rothosen im Nachholspiel des 17. Bundesliga-Spieltags Bayer 04 im Volksparkstadion. Cheftrainer Merlin Polzin muss dabei personell umplanen.
„Wir sind nicht an unser Maximum herangekommen“, hatte Schlussmann Daniel Heuer Fernandes am späten Sonntagabend im Bauch des Volksparkstadions in die Blöcke der Medienvertreter diktiert und damit die 1:2-Niederlage der Rothosen gegen RB Leipzig treffend auf den Punkt gebracht. Unisono waren sich die Schützlinge und auch Cheftrainer Merlin Polzin einig, dass lediglich die ersten 20 bis 30 Minuten, in denen die Hamburger durch das vierte Saisontor von Fabio Vieira mit 1:0 in Führung gegangen waren, ein Spiel auf Augenhöhe darstellten. In der verbleibenden Spielstunde hatten die Hamburger gegen spielstarke Sachsen vor allem Schwierigkeiten, ins eigene Offensivspiel zu kommen, und waren weitgehend unterlegen. „Wir haben uns fortlaufend zu weit hinten reindrücken lassen und kaum mehr Lösungen nach vorn gefunden. Wir hatten wenig Phasen mit Ballbesitz“, befand Linksverteidiger Miro Muheim. „So ist es schwer, wenn man viel hinterherlaufen muss. Man wird immer müder, und es wird schwieriger, die Räume zu schließen.“ Fast folgerichtig gerieten die Hamburger nach Treffern von Romulo (36.) und Diamonde (50.) ins Hintertreffen und verhinderten in Person von Daniel Heuer Fernandes, der rund um den Stundenschlag einen Handelfmeter gegen Romulo stark parierte, einen höheren Rückstand. Das Momentum konnten die Rothosen dadurch aber nicht drehen und mussten sich weiter im Verteidigen üben. 7:15 Torschüsse, 0,39:2,88 xGoals und 45:55 Prozent Ballbesitz sprachen am Ende eine deutliche Sprache, sodass die Hamburger eine verdiente 1:2-Niederlage hinnehmen mussten, ihre erste nach zuvor sechs ungeschlagenen Partien in Serie.
„Die Niederlage ist frustrierend, weil wir einige Dinge hätten besser machen müssen. Das einzig Gute ist, dass wir das Spiel relativ schnell abhaken können, weil es in drei Tagen bereits weitergeht“, richtete Mittelfeldmotor Nicolai Remberg den Blick nach vorn. Bereits am Mittwochabend (ab 20.15 Uhr live im HSVnetradio) sind die Rothosen im Nachholspiel des 17. Bundesliga-Spieltags gegen Bayer 04 Leverkusen wieder gefordert. Mit dem Champions-League-Teilnehmer, der über die Playoffs das Achtelfinale (vs. Arsenal) der Königsklasse erreichte, ist dabei die nächste spielstarke Mannschaft im Volksparkstadion zu Gast. Für die Rothosen gilt es, die kurze Regenerationsphase bestmöglich zu nutzen, um am Mittwochabend das gewohnte Heimspielgesicht zu zeigen, mit dem man in dieser Saison schon zahlreichen Top-Teams Punkte abknöpfen konnte. Dabei muss der HSV erstmals in dieser Saison auf seinen bisherigen Dauerbrenner Miro Muheim (2001 Minuten), der gegen Leipzig seine fünfte Gelbe Karte kassiert hat, verzichten. Auch hinter Vize-Kapitän Nicolas Capaldo, der verletzungsbedingt frühzeitig ausgewechselt werden musste, steht ein Fragezeichen. „Bei Capi war es so, dass es ihm bei einem Lauf etwas reingezogen ist. Hier müssen wir nach einem MRT die genaue Diagnose abwarten. Bei Miro wussten wir, dass irgendwann die Sperre im Laufe der Rückrunde kommen wird“, erklärte Polzin nach der Partie und sagte zugleich mit Blick auf das Heimspiel gegen Leverkusen: „Ich habe immer wieder betont, dass wir gut aufgestellt sind. Besonders im Hinblick auf die Schienenposition haben wir drei, vier Spieler, die für diese Position infrage kommen. Das wird von der Ausrichtung abhängen, ob wir es offensiver oder defensiver gestalten wollen.“ Eine Option könnte dabei auch wieder Bakery Jatta darstellen, der gegen Leverkusen krankheitsbedingt kurzfristig passen musste. Den taktischen Feinschliff in der Spielvorbereitung vollziehen Polzin und sein Trainerteam am heutigen Montag und morgigen Dienstag ebenso wie die Spielnachbereitung. „Wir konnten die Energie nicht wie gewohnt auf den Platz bringen, waren in dem einen oder anderen Moment zu passiv sowie in der Positionierung nicht sauber genug. Das sind Details, die wir im Trainerteam aufarbeiten. Das findet nach guten Spielen ebenso wie nach Niederlagen statt. Das ist ein ganz normaler Prozess.“
Das grundsätzliche Credo im Volkspark ist dabei klar: Am Mittwochabend will man wieder an das eigene Maximum herankommen.
