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Hunt vor 300. BL-Spiel: "Ich wollte immer nur spielen!"

Interview

10.04.18

Hunt vor 300. Bundesliga-Spiel: "Ich wollte immer nur spielen!"

Im Interview mit HSV.de spricht Aaron Hunt über sein Traumtor gegen Schalke, die spielerische Entwicklung der Mannschaft und sein bevorstehendes 300. Bundesliga-Spiel in Hoffenheim.  

Mit einem sagenhaften Traumtor brachte Aaron Hunt das Volksparkstadion am vergangenen Sonnabend im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 zum Beben. Sein 25-Meter-Hammer in den rechten Torwinkel bescherte dem Bundesliga-Dino nicht nur den ersten Sieg nach zuvor 15 sieglosen Partien in Serie, sondern auch neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Für den 31-jährigen Mittelfeldspieler war es ein ebenso schöner wie wichtiger Treffer. Mit all seiner Routine weiß der „Hunter“ allerdings auch, dass dieser Erfolg erst der Anfang einer harten und schweren Aufholjagd sein kann. Am Sonnabend beim Gastspiel in Hoffenheim (ab 15:15 Uhr live im HSVnetradio) wollen die Rothosen nun nachziehen. Im Interview mit HSV.de spricht Aaron Hunt sowohl über das jüngste Erfolgserlebnis als auch über die bevorstehende schwere Aufgabe beim Auswärtsspiel in Hoffenheim, gleichzeitig sein 300. Spiel in der Bundesliga.

HSV.de: Aaron, nach 15 sieglosen Spielen in Serie hast du den HSV mit einem Wahnsinnstreffer zum 3:2-Sieg über Schalke geschossen. Wie oft hast du seitdem das Tor noch gesehen?

Aaron Hunt: Ich muss gestehen, dass ich es noch sehr häufig gesehen habe. Es wurde mir auch oft zugespielt. Viele Freunde haben es mir zugeschickt oder mich auf Instagram im Video verlinkt. Es war sicherlich eines meiner schöneren Tore und es war sehr wichtig für uns und den Verein, dass wir das Spiel so kurz vor dem Ende noch drehen konnten.

Aaron Hunt schießt und der Ball verlässt gerade seinen Fuß.
Schuss ins Glück: Mit seinem Traumtor gegen Schalke hinterlegte Hunt eine Bewerbung für das Tor des Monats. Eine Auszeichnung, die der "Hunter" in seiner langen Karriere bisher noch nicht erhalten hat.

Was ging dir bei dem Schuss durch den Kopf? 

Eigentlich gar nichts. Ich hatte das so gar nicht geplant. Ich habe den Ball bekommen und dann geguckt, welche Optionen ich habe. Dabei habe ich festgestellt, dass ich keine Option habe (lacht). Dann habe ich einfach draufgehalten. Natürlich gehört in so einem Moment auch etwas Glück dazu, dass der Ball so im Winkel einschlägt. Doch wir waren diesmal mit dem Sieg einfach dran und hätten vorher schon gegen Hertha und Stuttgart mehr verdient gehabt. 

Du sprichst die letzten drei Spiele an: Wie ist es erklärbar, dass die Mannschaft in so kurzer Zeit eine solche spielerische Entwicklung genommen hat? 

Man muss dem Trainer an dieser Stelle ein Kompliment machen. Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie und unser jetziger Trainer will attraktiven Fußball mit viel Ballbesitz spielen. Es gehört eine Menge dazu, das so schnell einzuführen. Ein großes Kompliment. Das gilt auch für die Spieler, die versuchen dieses System so gut und schnell wie möglich umzusetzen. Das war bisher allerdings nur ein Anfang. Wir dürfen uns jetzt auch nicht zu viel einreden, sondern müssen noch einiges aufholen. 

Du nimmst im System des Trainers als technisch starker Fußballer eine besondere Rolle ein. Inwiefern kommt dir dieses System entgegen? 

Wenn ich einen Trainer habe, der Fußball spielen möchte, dann liegt mir das natürlich mehr. Für mich ist das positiv. Wir agieren nun mit deutlich mehr Ballbesitz und zwar mit gutem Ballbesitz. Der Ball wird nicht nur in der eigenen Hälfte hin und her gespielt, sondern wir haben auch viele Kontakte in der gegnerischen Hälfte. Ich habe jetzt zuletzt im Sturm gespielt, aber in Stuttgart über außen agiert und gegen Berlin als "Achter". Welche Rolle ich genau einnehme, ist für mich nicht so entscheidend und kein Problem. 

Grund zur Freude: Aaron Hunt steht vor seinem 300. Bundesliga-Spiel. Bisher erzielte er in 299 Einsätzen 55 Tore und 46 Torvorlagen.

Am Wochenende steht nun das nächste schwere Spiel bei der TSG 1899 Hoffenheim an. Was erwartest du für ein Spiel? 

Ich glaube, dass es ein schwierigeres Spiel für uns wird. Hoffenheim hat in den letzten Wochen wieder mehr zu seiner Form gefunden und ist gerade offensiv stark einzuschätzen. Nichtsdestotrotz wollen wir auch dort dominant auftreten und das Spiel gewinnen. Wir nehmen mit, was wir in den letzten Wochen erarbeitet haben. 

Für dich persönlich ist es auch ein besonderes Spiel. Du stehst vor deinem 300. Bundesliga-Spiel. Kannst du dich eigentlich noch an dein erstes Bundesliga-Spiel erinnern? 

Ja, klar. Es war ziemlich spät eine Einwechslung in der 80. oder 83. Minute gegen Hannover 96. Wir haben das Spiel mit 3:0 gewonnen. Sowas bleibt immer im Kopf. Genau wie das erste Bundesliga-Tor. Auch wenn man noch so viele Spiele in der Vita hat, dann sind für einen Fußballer die ersten Augenblicke besonders und bleiben stark in Erinnerung.    

Hättest du das damals erwartet, dass du irgendwann die Marke von 300 Bundesliga-Spielen erreichen wirst?

Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich als junger Spieler darüber nie nachgedacht. Ich wollte immer nur spielen und zwar so früh wie möglich und am besten in der Bundesliga. Ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet, 200 oder 300 Spiele zu machen. Das hat sich ergeben. Es ist auf jeden Fall eine schöne Zahl jetzt und ich hoffe natürlich, dass wir das Spiel in Hoffenheim gewinnen, damit auch dieses Jubiläum in guter Erinnerung bleibt.