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Vorbericht

21.02.20

Mit Spannung ins Stadtderby!

Es ist das Duell, das ganz Hamburg elektrisiert und auf das die gesamte Stadt hinfiebert. Dabei geht es auch zwischen dem HSV und dem Stadtnachbarn doch eigentlich nur um drei Punkte – aber gleichzeitig auch um so viel mehr.

Es knistert in der Stadt. Kein Wunder! „In Hamburg ist immer Elektrizität angesagt, wenn das Derby ansteht, das war so und das bleibt so“, erinnert sich HSV-Legende Charly Dörfel im aktuellen HSVlive-Magazin und wagt gleichzeitig einen Ausblick auf Sonnabend (ab 12.45 live im HSVnetradio). Und auch Trainer Dieter Hecking schlägt mit identischer Wortwahl in die gleiche Kerbe, als er auf der Pressekonferenz vor dem Stadtduell sagt: „Man merkt, dass es die Derbywoche ist, denn wenn so ein Spiel ansteht, dann wird alles noch einmal ein wenig mehr elektrisiert.“ Kurzum: Die Spannung steigt.

Es ist das erste stadtinterne Duell im neuen Jahr, wenn der FC St. Pauli am Sonnabend um 13 Uhr im Volksparkstadion zu Gast ist und Manuel Gräfe die Partie anpfeift. 2019 stiegen die beiden Aufeinandertreffen am Millerntor – und die hatten es in sich. Erst vergangene Saison der 4:0-Kantersieg der Rothosen, dann in der Hinrunde der aktuellen Spielzeit der 2:0-Heimsieg für Braun-Weiß. Ein Wechselbad der Gefühle für Mannschaften, Verantwortliche und Fans beider Clubs, die ihre ganz eigene und sehr individuelle Identität haben. Auch daraus resultiert sicherlich diese besondere Rivalität, ebenso wie aus der räumlichen Nähe.

Die Stadien des HSV und des FC St. Pauli trennen schließlich lediglich siebeneinhalb Kilometer, mit der S3 geht es sogar ohne Umsteigen: Reeperbahn, Königsstraße, Altona, Diebsteich, Langefelde, Stellingen/Eidelstedt. Eine knappe Viertelstunde veranschlagt der Hamburger Verkehrsverbund für diese S-Bahn-Strecke von fünf bis sechs Stationen. Ein Katzensprung. Und damit ein echtes Derby! Entsprechend war dieses 103. Duell sehr schnell ausverkauft, die Stimmung wird besonders sein und aus Fan-Sicht ist ein Sieg am Ende auch mehr wert als die üblichen drei Punkte.

Im Hinspiel durfte sich der diesmalige Gast über den 2:0-Heimsieg freuen. Ein Zustand, an dessen Gefühlsausschläge sich auch Hecking bis heute erinnern kann: „Bei meiner Mannschaft habe ich die Reaktion nach dem Hinspiel sehr wohl wahrgenommen, das braucht man definitiv kein zweites Mal.“ Dabei seien in beiden Teams „nicht viele geborene Hamburger dabei“, so Hecking, „bei der Derby-Geschichte ist von außen deutlich mehr Nostalgie dabei als bei den Spielern.“ Doch auch die kriegen natürlich ganz genau mit, dass dies kein gewöhnliches Spiel ist, selbst wenn man noch nicht allzu lange im Verein ist.

Einer, der dies selbst miterlebt hat, ist Marcell Jansen, der heutige HSV-Präsident. Er weiß, wie es ist, neu zum HSV zu kommen, aber schnell gepackt zu werden – auch von dem besonderen Gefühl dieses besonderen Spiels: „Das Gute an unserem HSV ist: Wenn man neu kommt und die Stimmung bei Heimspielen und die Fankultur mitbekommt, dann braucht man keinem Fußballer dieser Welt noch zu erklären, was ein Stadtderby ist und was es den Menschen und dem Club bedeutet. Bei der Energie und Power, die im HSV steckt, sind die neuen Spieler ganz schnell mit auf die Reise genommen“, sagt Jansen.

Für besagte Stimmung im bis auf den letzten Platz vollbesetzten Volksparkstadion wird am Sonnabend auch wieder eine große Choreo der HSV-Fans sorgen. Sie wird ihren Teil zu einer großartigen Fußballathmosphäre beitragen, die sich anschließend auch auf dem Rasen fortsetzen soll. In welcher Konstellation die Rothosen dort auftreten werden, das wollte der Trainer im Vorwege naturgemäß nicht preisgeben. Klar ist nur, dass Jordan Beyer sich rechtzeitig gesund gemeldet hat und hinten rechts in der Viererkette spielen kann, wohingegen Hecking seine Mittelfeldspieler Adrian Fein (Jochbeinfraktur) und Jerry Dudziak (Knieverletzung) wird ersetzen müssen.

Hierfür könnte - neben Gideon Jung, der erneut für Fein als Sechser agieren dürfte - Kapitän Aaron Hunt eine Variante sein. „Dass Aaron das kann, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren“, sagt Hecking, „für mich ist er nach wie vor ein sehr wichtiger Spieler, dem ich in einem Derby gegen St. Pauli absolut zutraue, die tragende Rolle zu spielen. Trotzdem behalte ich mir vor, auch über andere Dinge und andere Spieler nachzudenken.“ Der Trainer will eben bis zum Anpfiff – wie es sich für ein echtes Hamburger Derby gehört – die Spannung hochhalten.

 

Der HSV-Kader für das Stadtderby: Heuer Fernandes, van Drongelen, Ewerton, Kinsombi, Narey, Kittel, Wood, Mickel, Moritz, Hunt, Beyer, Hinterseer, Jatta, Pohjanpalo, Schaub, Leibold, Harnik, Samperio, Letschert, Jung

Voraussichtliche Aufstellung FC St. Pauli: Himmelmann - Zander, Östigard, Buballa, Ohlsson - Flum - Miyaichi, Sobota, Benatelli, Gyökeres - Veerman