skip_navigation

Interview

26.02.21

„Müssen die Basis-Tugenden als unser Kerngeschäft ansehen“

Vor dem 105. Stadtderby spricht HSV-Kapitän Tim Leibold über den kritischen Umgang mit der Würzburg-Niederlage, das richtungsweisende Spiel beim Stadtrivalen und ein Derby ohne Fans. 

HSV-Kapitän Tim Leibold kennt sich mit hitzigen Derbys bestens aus: Mit dem 1. FC Nürnberg trat der Linksverteidiger fünfmal im prestigeträchtigen Frankenderby gegen die SpVgg Greuther Fürth an, in Diensten des HSV absolvierte er wiederum dreimal das Stadtderby gegen den FC St. Pauli. Anders als gegen das Kleeblatt (2 Siege, 3 Niederlagen) wartet der 27-Jährige gegen die Kiezkicker (1 Remis, 2 Niederlagen) allerdings noch auf ein Erfolgserlebnis und sieht dementsprechend fieberhaft dem 105. Hamburger Stadtderby am Montagabend (ab 20.15 Uhr live im HSVnetradio) im Millerntor-Stadion entgegen. Im Rahmen des HSVtv-Spieltagschecks sprach der gebürtige Böblinger unter anderem über seine Erwartungen an das Spiel.  

Leibe, zu der 2:3-Niederlage in Würzburg ist im Prinzip alles gesagt. Wie schnell wurde das Spiel intern abgehakt, um den Blick nach vorne zu richten?

Das ging relativ zügig. Ich denke es war offensichtlich, dass wir allesamt einen schlechten Tag erwischt haben. Deswegen haben wir über die Fehler gesprochen, die Dinge ausführlich analysiert und das Thema dann ad acta gelegt. So etwas darf in der Form nicht mehr passieren, das ist allen Beteiligten klar.

Nach solchen Rückschlägen gibt es von den Medien und Fans teilweise harte Kritik. Wie gehst du als Kapitän und wie geht die Mannschaft insgesamt damit um? 

Im Endeffekt muss jeder Spieler für sich entscheiden, wie er damit umgeht. Das betrifft meistens auch nicht die gesamte Mannschaft, sondern häufig einzelne Spieler. Ich habe in den vergangenen Jahren meinen Weg gefunden, um zu checken, was ich an mich heranlassen kann und was nicht. Wir stehen als Mannschaft zusammen und stärken jedem Einzelnen den Rücken. 

Das von dir angesprochene Team hat nach 22 Saisonspielen insgesamt 42 Punkte gesammelt. Eine zufriedenstellende Zwischenbilanz aus deiner Sicht? 

Wenn man die Saison nochmal Revue passieren lässt, wäre der eine oder andere Zähler mehr sicher drin gewesen. Nichtsdestotrotz haben wir 42 Punkte, das ist nicht wenig zum aktuellen Zeitpunkt. Wir können das alles sehr gut einschätzen und freuen uns auf die nächsten Wochen.

Diese halten noch einige schwierige Aufgaben bereit. Welche Tugenden werden im Schlussspurt wichtig sein, um oben dabei zu bleiben? 

Hier kann man das Würzburg-Spiel als warnendes Beispiel anführen. Die Tugenden, die wir dort nicht auf den Platz gebracht haben, müssen wir in den nächsten Wochen wieder als unser Kerngeschäft ansehen. Die ständige Bereitschaft, gegen den Ball arbeiten zu wollen, ist die Basis für unser Spiel. Ich bin mir sicher, dass wir das in den nächsten Wochen wieder auf den Platz bringen können.  

Bestenfalls passt dann am Montag im Stadtderby alles zusammen. Was erwartet du von dem prestigeträchtigen Spiel am Millerntor?

Natürlich hat St. Pauli in den vergangenen Wochen viele Punkte gesammelt, das haben wir aber auch getan, von daher darf man uns nicht unterschätzen. In den vergangenen Wochen haben wir über weite Strecken gut gespielt und teilweise die passenden Ergebnisse vermissen lassen. Wenn wir am Montag wieder unsere Qualität als Kollektiv auf den Platz bringen, dann sind wir für jede Mannschaft in der Liga ein undankbarer Gegner.

Ein erfolgreicher Ausgang wäre natürlich auch für alle HSV-Fans von enormer Bedeutung.

Es ist sehr schade, dass bei so einem emotionalen Spiel keine Zuschauer vor Ort sein dürfen. Gerade in Hamburg trifft man viele Fans, die einem den Rücken stärken und vor solch wichtigen Spielen Mut zusprechen. Daher hat man die Bedeutung des Spiels natürlich im Hinterkopf. 

Alle weiteren Aussagen von Tim Leibold und die Crunchtime-Perfomance des HSV-Kapitäns gibt es ab dem morgigen Sonnabend (27. Februar) kostenfrei bei HSVtv.