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Nachbericht

01.10.18

Nach der Enttäuschung ist vor der nächsten Chance

Das ernüchternde Stadtderby aus den Köpfen verdrängen, um am Freitag in Darmstadt eine bessere Performance abzurufen – das ist der Plan eines kämpferischen Christian Titz, der in einer Presserunde die aktuelle Situation einordnete.

Als Markus Schmidt das Stadtderby am gestrigen Sonntag (30. September) mit seinem letzten Pfiff des Tages beendete, war die Enttäuschung bei den HSV-Profis quasi mit Händen zu greifen. Viele Akteure sanken zu Boden und vergruben ihr Gesicht in den Händen. Trotz des betriebenen Aufwands konnte erneut kein Tor erzielt werden, sodass die Rothosen sich zum wiederholten Male mit einem Punkt begnügen mussten. Gerade in Anbetracht der Bedeutung des Derbys war dieses torlose Unentschieden jedoch besonders schmerzhaft. Diesen Umstand stellten die Titz-Schützlinge auch nach Abpfiff in den Vordergrund, als sie sehr selbstkritisch über die fehlende offensive Durchschlagskraft referierten.

Ein uneingeschränktes Lob für den gestrigen Auftritt bekamen somit nur die HSV-Fans im Stadion ausgesprochen, die bis auf wenige Ausnahmen einen hervorragenden Eindruck hinterließen und die Mannschaft über die gesamte Spielzeit vorbildlich unterstützen. Dass dieser Support das Team am Ende nicht zum Sieg getragen hat, lag zum einen an der fehlenden Kreativität im letzten Angriffsdrittel, zum anderen aber auch an einer äußerst kompakten FCSP-Defensive, die nur wenig Lücken offenbarte. 

Im letzten Auftritt vor der Länderspielpause, dem sechsten Pflichtspiel in 21 Tagen, hat der HSV schon am Freitagabend in Darmstadt wieder die Chance, dreifach zu punkten. Dieses Ziel verfolgt auch Cheftrainer Christian Titz mit all seiner Kraft, wie er in der Presserunde am Montag (1. Oktober) erklärte. 

Im Detail sprach der HSV-Coach über… 

… die Enttäuschung nach dem Derby: Wir hätten das Spiel gerne für uns entschieden. Jetzt beschäftigen wir uns sehr ausführlich mit der Aufarbeitung des Spiels. In vielen Einzel- und Mannschaftsgesprächen wollen wir analysieren, was wir in Zukunft besser machen können. Bei den Spielern wirkt so ein Spiel immer etwas länger nach, aber wir Trainer dürfen keine Enttäuschung vorleben. 

… die wenigen Torchancen: Es ist klar, dass ich nicht erfreut darüber bin. Ich habe aber auch einen gewissen Realitätssinn und weiß, dass es im Verlaufe einer Saison durchaus mal vorkommen kann, wo es Offensiv mal nicht so gut läuft. Jetzt ist es wichtig, dass man den Glauben nicht verliert und die Spieler weiter stärkt. Nach der Heimniederlage gegen Regensburg wollten wir die Defensive stabilisieren – und das ist gelungen. Natürlich geht das ein Stück weit zulasten der Offensive. Ich bin davon überzeugt, dass unsere starken Offensivspieler in Zukunft wieder besser zur Geltung kommen. 

… die mediale Kritik an seiner Person: Ich nehme es natürlich wahr, dass hier nach drei sieglosen Spielen ein mediales Echo entsteht. Es geht hier jedoch nicht um mich, sondern darum, dass wir mit der Mannschaft an dem Ziel arbeiten. Ich will mir nicht die Energie für Themen rauben lassen, die ich gar nicht beeinflussen kann. Wir versuchen die Dinge, die von außen reingetragen werden, von der Mannschaft fernzuhalten. Ich konzentriere mich auf die Sachen, die ich bewirken kann. 

… gute Gründe für einen zeitnahen Aufschwung: Wir haben bereits nachgewiesen, dass wir offensiv sehr gut spielen können. So haben wir etliche Spiele gewonnen. Vor wenigen Tagen waren wir noch Tabellenführer. Nachdem wir dann zwei Punkte aus drei Spielen geholt haben, wurde alles, was vorher noch gut war, sehr schlecht gesehen. Wir wollen nichts schönreden, aber wir wissen auch, dass wir eine Mannschaft haben, die noch in der Entwicklungsphase steckt. Es war von vorneherein klar, dass wir Zeit benötigen werden, um uns zu stabilisieren. Wenn wir diese Stabilität gefunden haben, dann sind wir davon überzeugt, dass wir auch in aller Regelmäßigkeit die Spiele für uns entscheiden können.