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Pressekonferenz

28.01.20

"Es wird darum gehen, mehr Spiele auf unsere Seite zu ziehen!"

In der Pressekonferenz vor dem Start in die Restrückrunde gegen den 1. FC Nürnberg sprach Cheftrainer Dieter Hecking unter anderem über die Erkenntnisse der Vorbereitung, den kommenden Gegner und die allgemeine Ausgangssituation in der 2. Liga. 

Am heutigen Dienstagabend startet die 2. Liga mit der Partie zwischen Tabellenführer Arminia Bielefeld und dem VfL Bochum in die Restrückrunde. 16 Partien stehen für jeden der 18 Zweitligisten noch auf dem Programm, der Hamburger SV schließt den 19. Spieltag  am Donnerstag (ab 20.15 Uhr live im HSVnetradio) im Top-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg ab. Cheftrainer Dieter Hecking äußerte sich heute Vormittag in einer Pressekonferenz nicht nur zu der bevorstehenden Partie gegen den Bundesliga-Absteiger, sondern ordnete auch die allgemeine Situation in der 2. Liga ein. Der gebürtige Westfale machte dabei deutlich, dass er in den kommenden vier Monaten Spieler benötigt, "die von der ersten Sekunde an wissen, worum es geht und worauf es ankommt." Darüber hinaus müsse seine Mannschaft, besonders die engen Spiele, die in der Vorrunde auswärts oft unentschieden gespielt wurden, wieder verstärkt für sich entscheiden.   

Im Detail sprach der 55-jährige Fußballlehrer in der Pressekonferenz über ...

... die zurückgelegte Vorbereitung: Wir haben ein gutes Trainingslager in Portugal absolviert, hatten wenig Verletzungen und waren auf einem guten Stand. Dann kam der Auftritt in Lübeck, der natürlich nochmal zu Überlegungen angeregt hat. Denn mit der zweiten Halbzeit kann und darf ich nicht einverstanden sein. Wir brauchen Spieler, die von der ersten Sekunde an wissen, worum es geht und worauf es ankommt. Das habe ich in Lübeck im zweiten Durchgang nicht gesehen. Deshalb gucken wir uns die laufende Trainingswoche genau an und es kann sein, dass es den einen oder anderen Spieler dabei trifft, der sich eigentlich schon in der Startelf für Donnerstag gesehen hatte. 

... den 1. FC Nürnberg: Man hat gesehen, dass die Vorrunde in Nürnberg nicht so gelaufen ist, wie es der Kader hergibt. Ich glaube, dass die Mannschaft besser ist als ihr Tabellenplatz und sie sich bisher unter Wert verkauft hat. Doch auch Nürnberg muss dieses Potenzial jetzt abrufen und der Druck wird dort gewaltig sein. Tradtionell ist das Umfeld in Nürnberg auch immer etwas unruhig, so dass man sich sehr viel vornimmt. Ich weiß, dass Jens Keller ein Trainerkollege ist, der sehr viel Wert auf die Struktur und die Arbeit gegen den Ball legt. Er möchte eine Mannschaft haben, die alles abruft und läuferisch in einer guten Verfassung ist.   

... die Bedeutung des Jahresauftakts: Jedes Spiel hat seine Wichtigkeit und bekommt im Laufe der Rückrunde seine Wertigkeit. Im Endeffekt müssen immer drei Punkte geholt werden. Es ist jetzt kein extrem wichtiges Spiel oder ein Spiel, das wichtiger ist als andere. Alle 16 Spiele sind wichtig. Wir müssen möglichst viele Punkte einfahren und dürfen nicht zu viele liegenlassen. Damit wollen wir am Donnerstag anfangen. Es geht darum, sich voll auf das erste Spiel zu fokussieren und konzentrieren und das Spiel so anzugehen, dass wir es zu Hause in die Hand nehmen wollen.  

... die drei Neuzugänge: Man kann uneingeschränkt sagen, dass die Neuzugänge das Level im Kader nochmal gehoben haben. Jordan Beyer kenne ich noch aus meiner Zeit in Gladbach und er bestätigt bisher, was ich von ihm kannte. Louis Schaub kommt wiederum immer mehr an. Das sieht man in den Trainingsspielen, wo ihn die Mitspieler verstärkt suchen. Bei Joel weiß man nach den wenigen Trainingstagen, die er jetzt bei uns ist, eines und zwar, dass er weiß, wo das Tor steht. Er kann zudem sehr unangenehm in der Zweikampfführung sein. Die drei Spieler müssen sich jetzt letztlich im Wettkampf beweisen, wenn sie die Chance bekommen. 

... die Ausgangslage in der 2. Liga: Die Situation bleibt die gleiche wie während der gesamten Vorrunde. Alle Mannschaften, die vorne dabei sind, werden gegen jeden Gegner auf größte Gegenwehr stoßen. Die Liga ist so eng beieinander. Auch im Abstiegskampf wird jeder Punkt dringend benötigt, so dass du nirgendwo ein Spiel haben wirst, von dem du im Vorhinein weißt, dass du es gewinnen wirst. Viele Mannschaften haben im Winter auch nochmal nachgerüstet, um ihre Ziele zu erreichen - darunter Clubs wie Hannover, Nürnberg und Bochum, die allesamt in der Lage sind, den Teams von oben weh zu tun. Da musst du die richtigen Antworten und den nötigen Biss haben, um sie von dir wegzuhalten. Wir müssen unser Spiel durchbringen und die nötigen Punkte einfahren.  

... sein persönliches Gefühl vor dem Restrückrundenstart: Wenn man große Ziele vor Augen hat, sollte man nie Zweifel haben. Und diese habe ich auch nicht. Ich sehe, wie die Mannschaft arbeitet und wie sie sich in der Kabine gibt. Die Zuversicht ist groß. Wir haben in der Vorrunde sicherlich ein paar Punkte zu viel liegen gelassen, aber wir sind auch nie so richtig an die Wand gespielt worden, so dass man hätte sagen können, dass es sportlich zu wenig war. Wir waren immer auf Augenhöhe, aber haben es verpasst, die Spiele auf unsere Seite zu ziehen. Darum wird es jetzt gehen. Wir müssen diese Unentschieden-Spiele, die wir auswärts zu viel hatten, in der Rückrunde wieder für uns entscheiden.