
Saison
30.04.26
Glatzel vor seinem 150. HSV-Spiel: „Ich bin richtig dankbar dafür“
Der Mittelstürmer steht vor seinem 150. Pflichtspiel für den HSV. Wie er über seine Zeit bei den Rothosen denkt, wie wichtig Selbstvertrauen für einen Torjäger ist und worauf es im Saison-Endspurt ankommt.
Sollte es so laufen wie in den vergangenen Wochen, kann sich Robert Glatzel schon mal auf Gratulationen am Sonnabend einstellen. Nach zuletzt vier Einsätzen, in denen er dreimal in der Startelf stand und einmal eingewechselt wurde, dürfte er auch im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt in Aktion zu sehen sein. Für „Bobby“ wäre es dann sein 150. Pflichtspiel mit der Raute auf der Brust. Im aktuellen Kader erreichten vor ihm nur Bakery Jatta (231), Daniel Heuer Fernandes (188) und Miro Muheim (158) diese Marke.

„Ich hätte niemals gedacht, dass ich 150 Spiele für den HSV machen werde. Ich bin richtig dankbar dafür. Es ist alles andere als selbstverständlich, so lange dabei sein zu dürfen“, sagt Glatzel im aktuellen HSVtv-Spieltagscheck. Wenn es einer wissen muss, dann er, denn bis zu seinem Wechsel zum HSV spielte er im Herrenbereich nie länger als zwei Jahre für einen Club. Mittlerweile steckt der 32-Jährige in seiner fünften Saison bei den Rothosen und erfüllt weit mehr als die klassischen Aufgaben eines Torjägers. Die Nummer 9 ist auch Publikumsliebling und Identifikationsfigur in einem.
Bis hierhin sind es 1.764 Tage, die Glatzel beim HSV ist. Der Rechtsfuß bezeichnet seine Zeit in Hamburg an der einen Stelle als „wunderschön“, an der anderen als „unglaublich“. Auf die Frage nach seinen Highlights benötigt der Angreifer erst mal Zeit zum Nachdenken. Kein Wunder bei dieser Reise. „Ich könnte hier lange sitzen. Es sind viele besondere Momente, viele besondere Tore. Es ist so schwer, etwas herauszupicken. Es sind so viele Highlights“, sagt Glatzel, der in seinen bisherigen Einsätzen 84 Treffer erzielte und 22 weitere auflegte.
Letztlich gibt er eine Antwort, mit der er auf die eingangs erwähnte Dankbarkeit zurückkommt. „Das Alltägliche ist ganz besonders. Ich meine damit die Begegnungen mit den Fans und die Art und Weise, wie man wahrgenommen wird. Darüber hinaus das Untereinander mit den Mitspielern. Das alles ist nicht selbstverständlich“, sagt Glatzel, dessen Name beim Verlesen der Aufstellung im Volkparkstadion besonders laut gerufen wird. Wenig überraschend zählt er die Erlebnisse rund um den Bundesliga-Aufstieg im vergangenen Sommer auf – das Spiel gegen Ulm, den Abpfiff, die Feier am Rathaus und in der Stadt. „Diese Momente sind unvergesslich für mich“, betont er.

Aber auch das eine oder andere Tor hat sich bei ihm eingebrannt. Sei es eines beim 5:3-Sieg gegen den FC Schalke 04 zum Auftakt in die Saison 2023/24 oder sein 1:0-Siegtreffer im Stadtderby gegen den FC St. Pauli in derselben Spielzeit. „Die sind von der Emotionalität her ganz weit oben“, erklärt er. Darüber hinaus würde er sich bei jedem Bundesliga-Tor „riesig“ freuen.
Über seine persönliche Saison im deutschen Fußball-Oberhaus spricht der Goalgetter von „Höhen und Tiefen“. Glatzel musste bis zum 12. Spieltag (2:1-Sieg gegen Stuttgart) auf seinen ersten Startelfeinsatz warten, und als es soweit war, erzielte er erst ein Tor und wurde dann verletzungsbedingt ausgewechselt. Daraufhin fiel er mehrere Wochen aus. Nach seiner Rückkehr auf den Platz pendelte er zwischen Startelf, Bank und Tribüne. Aktuell ist er gesetzt. „Man muss auf seine Chance warten. Man muss immer dranbleiben, man darf nie aufgeben. Es ist ganz wichtig, immer an sich zu glauben. Es geht immer weiter“, sagt Glatzel, der in den vergangenen beiden Spielen je einen Treffer erzielte. „Die Hauptaufgabe eines Stürmers ist es, Tore zu schießen. Wenn es klappt, gibt es einem Selbstvertrauen. Und das ist für einen Stürmer immens wichtig. Ohne Selbstvertrauen denkt man eine Millisekunde länger nach, und das kann den Unterschied ausmachen“, erklärt der Neuner.
Nun will er am Sonnabend seinen Teil dazu beitragen, dass die Rothosen ihrer Serie von sechs Spielen ohne Sieg ein Ende setzen – und einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. „Wir wissen, dass wir es selbst entscheiden können. Mit einem Dreier wären wir sehr sicher. Wir müssen eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigen. Wir müssen die Emotionalität, die im Stadion auf uns zukommen wird, aufsaugen und für uns nutzen. Frankfurt ist ein guter Gegner. Es wird also kein leichtes Spiel“, sagt Glatzel, für den es in jedem Fall besonders wird, sollte er seinen 150. Einsatz mit der Raute auf der Brust feiern. Dazu kann man nur gratulieren.
Den Spieltagscheck mit Robert Glatzel seht ihr hier im Video.
