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Spielbericht

11.09.21

Last-Minute-Wahnsinn! HSV mit 2:1-Heimsieg

Der Hamburger SV hat am Sonnabend sein Abendspiel gegen den SV Sandhausen mit 2:1 gewonnen. Den Goldenen Treffer erzielte Moritz Heyer in der sechsten Minute der Nachspielzeit und ließ damit die 19.950 Zuschauer im Corona-ausverkauften Volksparkstadion völlig ausflippen.

Der HSV hat am Sonnabend (11. September) sein Heimspiel des 6. Spieltags mit 2:1 (0:0) gegen den SV Sandhausen gewonnen. Nachdem die Rothosen den Gegner 75 Minuten lang beherrscht hatten und auch durch einen Strafstoß von David Kinsombi mit 1:0 in Führung gegangen waren, kamen die Sandhäuser kurz vor dem Ende doch noch zum 1:1-Ausgleich. Doch damit nahm der Wahnsinn erst so richtig seinen Lauf, denn der HSV schmiss alles nach vorn und brachte den Volkspark in der 96. Minute zum Explodieren, als Moritz Heyer tatsächlich noch den späten, aber verdienten 2:1-Siegtreffer erzielte. Volkspark, Flutlicht und solch ein Finale - was für ein Abend! 

Chancen ohne Ende…

HSV-Trainer Tim Walter hatte angekündigt, dass seine Mannschaft in der Länderspielwoche stark gearbeitet und sich in guter Form präsentiert hatte. Und das Team ließ Taten folgen. Vom Anpfiff weg bestimmten die Rothosen das Geschehen, bauten einen fast schon erdrückenden Druck auf und schnürten die Gäste eine halbe Stunde lang in deren Hälfte und sogar nahezu komplett vor deren Strafraum ein. Einziges Manko: Auf der Anzeigentafel tat sich nichts. Denn sowohl Stoßstürmer Glatzel als auch sein Offensiv-Adjutant Wintzheimer und auch die dahinter platzierten Leibold und Heyer konnten ihre Hochkaräter nicht nutzen.

Stattdessen stieg SVS-Keeper Drewes in der ersten Hälfte zum vorläufigen Mann des Tages auf, denn er bekam immer wieder irgendwie noch eine Hand oder einen Fuß an den Ball und verhinderte so die längst überfällige Hamburger Führung. Die fiel allerdings trotz riesigen Aufwands plus toller Leistung nicht, und so bekamen die Gäste nach rund einer halben Stunde den Hamburger Sturmwirbel etwas besser in den Griff. Am Ende platzierten sie auch vor dem Pausenpfiff noch ihren ersten eigenen Torschuss und freuten sich nach 45 extrem kurzweiligen Minuten diebisch, dass sie es tatsächlich mit einem 0:0 in die Halbzeit geschafft hatten.

… und Last-Minute-Sieg 

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs konnten die Unzulänglichkeiten in der Chancenverwertung nicht ausgemerzt werden, beste Gelegenheiten wurden weiterhin in schöner Regelmäßigkeit ausgelassen. Somit blieb es bis zur 72. Minute ein offenes Spiel, das in beide Richtungen hätte kippen können. Dann zog Kittel das Momentum aber auf die Rothosen-Seite, indem er mit viel Elan und Einsatz einen Elfmeter herausholte. Über den Pfiff von Referee Dankert echauffierte sich SVS-Mittelfeldmann Ritzmaier zudem so sehr, dass er vorzeitig des Feldes verwiesen wurde.

Nach einer gefühlten Ewigkeit durfte Kinsombi schließlich zum Strafstoß antreten und sicher verwandeln. Da im Anschluss aber aussichtreiche Konterchancen nicht ins Ziel gebracht wurden, stellten die nun selbst nach vorn agiler werdenden Gäste das Spielgeschehen in der 88. Minute komplett auf den Kopf und erzielten in Person von Bachmann den äußerst schmeichelhaften Ausgleich. Bis zur letzten Aktion des Spiels deutete nun plötzlich alles auf ein Remis hin, ehe Moritz Heyer das Volksparkstadion in der 96. Minute zum Beben brachte. Der Defensiv-Allrounder verwertete eine Reis-Flanke am zweiten Pfosten mit einem gezielten Abschluss und sorgte somit für den gerechten Ausgang eines extrem kurzweiligen Spiels, das der HSV über weite Strecken klar dominiert hatte. Drei Punkte, zwei Tore, ein Heimsieg - diesen emotionalen Erfolg haben sich die Schützlinge von Tim Walter redlich verdient und feierten ihn entsprechend emotional mit den Fans, die das Volksparkstadion an diesem Abend zum Fußballtollhaus machten.


Das Spiel im Stenogramm:

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Gyamerah (67. Reis) , David, Schonlau, Leibold - Meffert, D. Kinsombi, Heyer - Wintzheimer (61. Jatta), Glatzel (89. Kaufmann), Kittel (89. Muheim)

SV Darmstadt 98: Drewes - Ajdini (75. Diekmeier), Höhn, Zhirov, Okoroji (61. Soukou) - Zenga, Bachmann, Esswein (75. C. Kinsombi), Ritzmaier, Sicker - Keita-Ruel (75. Benschop)

Tore: 1:0 D. Kinsombi (74, FE), Bachmann (88.), 2:1 Heyer (90.+6.)

Zuschauer: 19.950 

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Gelbe Karten: - / Ritzmaier (11.), Esswein (69.), Zenga (71.)

Gelb-Rote Karten: - / Ritzmaier (72.)

Rote Karten: - / -


Das Spiel im Zeitraffer:

Min.

6.

Erste HSV-Chance: Super Angriff durchs Zentrum, wo Meffert den Ball geschickt zu Kinsombi durchsteckt, der direkt in den Lauf von Glatzel weiterleitet - aus zwölf Metern zielt der aber direkt vor SVS-Keeper Drewes etwas zu hoch. Das hätte auch das schnelle 1:0 sein können.

10.

Direkt eine Doppelchance hinterher: Erneut geht es in der Schaltzentrale um Meffert ganz schnell, doch erst rutscht Heyer an einer Kinsombi-Flanke vorbei und dann setzt Wintzheimer eine Kittel-Hereingabe knapp drüber. Was für ein Start der Rothosen!

12.

Und gleich nochmal der HSV, der den SV Sandhausen hinten einschnürt und nach einem Kuddelmuddel im Strafraum durch Leibold zum Abschluss kommt, doch Keeper Drewes kann den Ball gerade noch mit der Fußspitze aus dem kurzen Eck holen und um den Pfosten lenken.

19.

Wieder eine Doppelchance für entfesselt aufspielende Rothosen: Erst kommt Glatzel zu einer weiteren Gelegenheit aus halblinker Position, ehe Wintzheimer rechts im Strafraum den Ball runtersaugt und frei vor Drewes steht, der aber auch diese Chance per Fuß gerade noch vereitelt bekommt.

25.

Das muss jetzt aber wirklich das 1:0 sein! Glatzel spielt einen Traumpass in den Lauf von Wintzheimer, der allein auf Drewes zuläuft, aber den Pass in die Mitte zum freistehenden Kittel verpasst und im Eins-gegen-eins gegen Sandhausens Keeper erneut den Kürzeren zieht. Verrückt!

34.

Erster Torschuss der Sandhäuser: Über die rechte Seite fahren die Gäste einen Konter, der am Ende bei Ajdini landet, der sich aus rund 20 Metern mal ein Herz fasst - Heuer Fernandes taucht in sein rechtes Torwarteck ab und faustet den Ball raus. Gefahr gebannt!

50.

Gleich wieder Aufregung zum Start in die 2. Hälfte: Nach einer Ecke steigt Glatzel auf Höhe des Elfmeterpunkts am höchsten, scheitert mit seinem guten Kopfball aber erneut an SVS-Schlussmann Drewes, den Abpraller setzt Meffert per Kopf drüber.

60.

Und wieder fehlen nur Zentimeter! Kittel lupft den Ball punktgenau in den Lauf des eingewechselten Jatta und an dessen Hereingabe rauscht Heyer haarscharf vorbei und verpasst die (über)fällige Führung.

74.

1:0! Jetzt aber!!! Kittel wird während einer undurchsichtigen Situation im Strafraum vom hohen Bein Zengas getroffen und Schiri Dankert entscheidet sofort auf Strafstoß. Den lässt sich Kinsombi - nach einigen Irritationen inklusive Gelb-Roter Karte für Ritzmaier - nicht entgehen und schiebt links zum 1:0 ein, während Drewes nach rechts fliegt und damit das erste Mal an diesem Abend das Nachsehen hat.

82.

Sandhausen spielt in Unterzahl, versucht aber nochmal alles: Nach vier Wechseln und einer Offensivaktion von Diekmeier, der den Ball scharf reinbringt, kommt Benschop zum ersten gefährlichen SVS-Torschuss der zweiten Halbzeit, aber Heuer Fernandes ist zur Stelle.

88.

1:1! Und dann das! Gegen zehn Mann kriegen die Rothosen den Ball nicht aus der Gefahrenzone, so dass Conteh sich am linken Flügel durchsetzen und punktgenau auf den im Rückraum lauernden Bachmann passen kann, dessen Abschluss unter der Latte zum 1:1 einschlägt. Wahnsinn!

90.+6.

2:1! Doch der Wahnsinn ist noch nicht zu Ende: Der HSV schlägt zurück, bedrängt in der Nachspielzeit das SVS-Tor und kommt wirklich noch zum Siegtreffer! Reis und Jatta wirbeln auf rechts und am langen Pfosten lauert Heyer, der die Ruhe behält, im Tohouwabou die Lücke findet und den Ball zum 2:1 durch Freund und Feind hindurch ins lange Eck schlenzt. Unfassbar, der Volkspark explodiert!


Hamburger SV

Statistik zum Spiel

SV Sandhausen

25

Torschüsse

9

68%

Ballaktionen in %

32%

53%

Zweikampfquote

47%

88%

Passquote

71%

15

Ecken

3

28

Flanken

13

2

Abseits

3

Fouls

10

Wintzheimer 5

Torschüsse

4 Keita-Ruel

Kittel 8

Torschussvorlagen

3 Sicker

Leibold 118

Ballaktionen

40 Drewes

Schonlau, Heyer 67%

Zweikampfquote

50% Okoroji

Kittel 9

Flanken

2 Esswein