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Vorbericht

29.03.19

Mit neuen Kräften in den Westen

Nach der Länderspielpause ist vor der Englischen Woche. Doch das Viertelfinale im DFB-Pokal beim SC Paderborn spielt noch keine Rolle, der volle Fokus liegt auf dem Liga-Spiel beim VfL Bochum.

Als sich Mannschaft und Trainerteam des HSV am Freitag um 14.30 Uhr vom Volksparkstadion aus auf den Weg zum Bahnhof Altona machten, steckte neben reichlich Fußball-Equipment auch viel Vorfreude im Gepäck. Endlich geht es nach der Länderspielpause wieder los, endlich rollt der Ball wieder. Und das für den HSV gleich doppelt in den kommenden vier Tagen. Die Rothosen beziehen daher gleich für mehrere Tage ihr Revier im Westen, denn dem 27. Spieltag der 2. Liga am Sonnabend beim VfL Bochum (ab 12.45 Uhr live im HSVnetradio) folgt bereits am kommenden Dienstag das Viertelfinalduell im DFB-Pokal beim SC Paderborn.

Papadopolous wieder dabei

Die Länderspielwoche bot reichlich Zeit, sich auf diese Englische Woche vorzubereiten. Und genau dafür nutzte Trainer Hannes Wolf die Pause – mit einer Mischung aus Be- und Entlastung. Denn auch wenn viele Nationalspieler für ihr Land im Einsatz und deshalb nicht am Volkspark zugegen waren, zog der Coach an den Trainingstagen die Zügel an. Mal in sehr kleinen Gruppen, was die Intensität förderte, mal in durch Spieler aus dem Nachwuchs aufgestockten Trainingsgruppen, um ein wettkampfähnliches Elf-gegen-elf zu ermöglichen. Immer ging es zur Sache, das war Wolf wichtig, eine hohe Intensität, stetiges Arbeiten in den knackigen Einheiten. Auf der anderen Seite aber gab der Coach seinen Spielern auch die eine oder andere Erholungspause. Mal für den Körper, mal für den Kopf. „Das war wichtig, denn jetzt kommen die entscheidenden Spiele, ganz wichtige Wochen“, erklärte Wolf, „da müssen wir bei vollen Kräften sein.“ Sowohl in den Beinen als auch mental.

Wobei, hundertprozentig ging der Plan nicht auf. Denn mit Berkay Özcan und Orel Mangala kehrten zwei Nationalspieler angeschlagen zurück. Beide reisen aber mit in den Ruhrpott, denn Wolf geht davon aus, dass sie rechtzeitig fit und bei 100 Prozent sein werden, wenn es am Sonnabend um 13 Uhr ernst wird im Vonovia-Ruhrstadion. Dann könnte auch eine weitere neue Kraft erstmals wieder mit von der Partie sein: Kyriakos Papadopoulos. Der griechische Abwehrspieler ist nach mehrmonatiger Verletzungspause seit einigen Wochen wieder voll im Training und brennt darauf, der Mannschaft mit seiner Zweikampfstärke und Mentalität zu helfen. „Papa kann für uns in den letzten Wochen der Saison eine große Hilfe sein“, sagt der gebürtige Bochumer Wolf, der vor dem Spiel in seiner Geburtsstadt aber keine großen Heimatgefühle aufkommen lässt. Die volle Konzentration gilt dem Spiel und dem über alles stehenden Ziel: Auswärtssieg Nummer neun. „Es sind noch acht Spiele, wir sind ganz oben dabei“, so Wolf. „Und da wollen wir auch bleiben.“

Offensivtrend bestätigen

Einer, der ebenfalls unbedingt mithelfen will, den nächsten Dreier in der Fremde einzufahren, ist Heimkehrer Nummer zwei: Pierre-Michel Lasogga. Hamburgs Sturmtank stammt genau wie Wolf aus dem Ruhrpott und kommt in der Regel recht gern nach Hause: Für den HSV traf er bereits in Dortmund und auf Schalke. Nun soll es also beim VfL Bochum gelingen, nur 20 Kilometer von seinem Heimatort Gladbeck entfernt. „Wir haben den Druck, dass wir in Bochum gewinnen müssen, schließlich brauchen wir Siege und Punkte, um unser großes Ziel zu erreichen“, sagt Lasogga, der diesen Druck aber okay findet: „Er treibt uns an und ist positiv, außerdem haben wir bisher gezeigt, dass wir damit gut umgehen können.“ Oder wie Sportvorstand Ralf Becker es ausdrückt: „Bislang war unsere junge Mannschaft immer zur Stelle, wenn es darauf ankam. Dann hat sie geliefert.“

Dass dies in Bochum kein Selbstläufer wird, das wissen alle Hamburger Beteiligten. VfL-Keeper Manuel Riemann spielte in dieser Saison bislang acht Mal zu Null – unter anderem im Hinspiel, das torlos endete. Defensiv ist Bochum also nicht leicht zu knacken, allerdings fehlen Trainer Robin Dutt mit Jan Gyamerah, Danilo Soares und Vitaly Janelt drei potenzielle Kräfte seiner Viererkette. Ob der HSV dies ausnutzen kann? Immerhin gelangen in den letzten beiden Spielen gegen den FC St. Pauli und den SV Darmstadt 98 sechs Tore – eine Quote, die Hannes Wolf bei allem Frust über die jüngste Niederlage gegen Darmstadt dennoch positiv stimmt: „Die letzten beiden Partien waren offensiv bislang unsere besten.“ Diesen Trend zu bestätigen, darauf brennen die Rothosen. Deshalb lautete Wolfs Fazit vor der Abreise: „Gut, dass es endlich wieder losgeht!“

 

Der HSV-Kader:Tor: Pollersbeck, Mickel; Feld: Bates, David, Holtby, Janjicic, Jatta, Jung, Köhlert, Lacroix, Lasogga, Mangala, Narey, Opoku, Özcan, Papadopoulos, Sakai, Santos, van Drongelen

So könnte der VfL Bochum spielen: Riemann - Celozzi, Hoogland, Fabian, Römling - Losilla, Tesche - Zoller, Weilandt, Pantovic - Hinterseer

Schiedsrichter: Lasse Koslowski (Berlin)