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Vorbericht

03.02.20

Heimkehrer Hinterseer und die Auswärts-Aufgabe

Am Montagabend spielt der HSV beim VfL Bochum, dem alten Club von Lukas Hinterseer. Der hatte in der Hinrunde gegen den VfL das entscheidende Tor geschossen. Und würde es für einen Auswärtssieg wieder tun.

Mit dem identischen Kader wie beim Heimsieg über den 1. FC Nürnberg machte sich der HSV-Tross am Sonntag auf den Weg ins Ruhrgebiet. Trainer Dieter Hecking hatte nach dem gelungenen Start der Restrückrunde zwar einige leicht angeschlagene Spieler zu beklagen, konnte kurz vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel beim VfL Bochum (3. Februar, ab 20.15 live im HSVnetradio) aber Entwarnung geben: „Alle sind dabei!“ Für die drei neuen Rothosen, die gegen Nürnberg allesamt zum Einsatz kamen – Louis Schaub und Jordan Beyer spielten von Beginn an, Joel Pohjanpalo wurde eingewechselt –, wird es die erste Auswärtsfahrt mit den neuen Mitspielern. Und für einen von denen wird es ein ganz besonderes Spiel.

Hinterseer: Rückkehr mit Rückenwind

Einen Elfmeter erzwungen, einen verwandelt – für Angreifer Lukas Hinterseer verlief der Start ins Fußballjahr 2020 mit dem 4:1-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg absolut positiv. Dieser Donnerstagabend liegt gerade mal vier Tage zurück, und da wartet auf den 28-Jährigen nun schon das nächste Highlight: die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Beim VfL Bochum hatte Hinterseer bis 2019 zwei Jahre lang gespielt, durchschnittlich in jedem zweiten Spiel getroffen und viel Positives erlebt und mitgenommen.

Jetzt also die Rückkehr – und das mit breiter Brust. Nicht nur aufgrund des Mannschaftserfolgs am Donnerstagabend, sondern auch aufgrund der eigenen ansprechenden Form, die ihm auch sein Trainer bescheinigt: „Lukas hat gegen Nürnberg ein gutes Spiel gemacht, er war sehr präsent.“ Und vom Punkt aus eiskalt. Mit dem verwandelten Strafstoß hat Hinterseer nun in den letzten drei Ligapartien jeweils getroffen, in vier aufeinanderfolgenden Spielen ist ihm dies noch nie gelungen. Also: Wenn nicht jetzt, wann dann? Wann, wenn nicht in seinem alten Stadion und gegen die ehemaligen Kollegen, gegen die der österreichische Nationalspieler auch schon im Hinspiel den entscheidenden 1:0-Siegtreffer markiert hatte? „Ich denke, Lukas freut sich sehr auf dieses Spiel“, sagt sein Trainer nur dazu. Und damit ist Hinterseer nicht allein.

HSV-Fans on Tour: Go West!

Denn rund 4.000 HSV-Fans werden ihre Mannschaft ins Ruhrgebiet begleiten und unter den erwarteten 22.000 Zuschauern für so viel HSV-Heimspielatmosphäre wie möglich sorgen, um ihr Team bestmöglich zu unterstützen. Denn wie schwer die Aufgabe weit, weit im Westen Deutschlands wird, darauf wies auch Hecking in der Pressekonferenz am Sonntag hin: „Der VfL ist heimstark, zu Hause haben die Bochumer in dieser Saison lediglich ein Spiel verloren.“ Stimmt, nur beim letzten Heimspiel gegen Regensburg (2:3) stand das Team von Trainer Thomas Reis ohne Punkte da.

Zuvor war man in Bochum saisonübergreifend ganze 14 Mal in Folge unbesiegt geblieben (6 Siege, 8 Remis). Da soll beim Jubiläumsspiel – gegen den HSV absolviert der VfL seine 500. Zweitligapartie – natürlich wieder Zählbares her im eigenen Wohnzimmer. Allerdings wartet mit dem HSV die beste Offensive, die bereits 40 Tore erzielen konnte, während das Reis-Team nach dem Karlsruher SC (37 Gegentore) und Nürnberg (38) die drittschwächste Defensive der 2. Liga stellt (36). Und nun fehlt auch noch Torhüter Manuel Riemann, der bei der 0:2-Niederlage in Bielefeld die Gelb-Rote Karte sah, deshalb am Montagabend gesperrt ist und von Patrick Drewes zwischen den Pfosten ersetzt werden wird. Lukas Hinterseer & Co. wird es allerdings herzlich egal sein, wer im Kasten der Bochumer steht, sie haben nur ein Ziel: den Auswärtssieg. Nach acht Gastspielen ohne Dreier brennen die Rothosen darauf, auch auswärts endlich mal wieder allen Grund zum Jubeln zu haben. „Wenn wir an unsere jüngste Form anknüpfen können, dann sind wir ganz gut unterwegs“, hat Dieter Hecking selbstbewusst und positiv gestimmt gesagt. Gilt auch für Hinterseer selbst, der auswärts seinen Lauf fortsetzen und zum vierten Mal in Folge treffen will. Heimkehr hin oder her.