
Vorbericht
16.01.26
Vorfreude nach Zwangspause: HSV empfängt Gladbach im Volkspark
Nach der kurzfristigen Spielabsage unter der Woche bestreiten die Rothosen am Sonnabend gegen Borussia Mönchengladbach ihr erstes Heimspiel im Jahr 2026. Der „Spieltag kompakt“ informiert über ein Traditionsduell mit ungewöhnlichem Vorlauf.
Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude – auf das verlängerte Warten auf das erste Heimspiel des Jahres 2026 hätte der HSV dieser Tage dennoch gern verzichtet. Nach der bitteren 1:2-Niederlage zum Jahresstart beim SC Freiburg hatten die Rothosen der Englischen Woche und dem zeitnah folgenden Heimspiel gegen Bayer Leverkusen entgegengefiebert, um vor heimischer Kulisse ihren Frust über strittige Entscheidungen und verlorene Punkte in Energie umzuwandeln. Von einem "Highlight-Spiel" hatte Coach Merlin Polzin gesprochen, ehe er und seine Schützlinge beim gemeinsamen Essen im Teamhotel Grand Elysee am Dienstagnachmittag (13. Januar) von der kurzfristigen Absage des Spiels gegen den Vizemeister erfuhren. Extremes Tauwetter hatte für statische Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Dachkonstruktion des Volksparkstadions gesorgt und damit eine Absage aus Sicherheitsgründen unumgänglich gemacht.
„Die Sicherheit sollte immer an oberster Stelle stehen. Es war die richtige Entscheidung, und jetzt freuen wir uns, dass wir nicht allzu lange warten müssen, um wieder ein Heimspiel im Volksparkstadion austragen zu dürfen“, erklärte Polzin am Donnerstag (15. Januar) in der Pressekonferenz. Dieses nächste Heimspiel steigt bereits am Sonnabend (17. Januar) um 15.30 Uhr gegen Borussia Mönchengladbach. Nachdem die nötigen Arbeiten auf dem Stadiondach erfolgt sind, um die Sicherheit der Zuschauer zu gewährleisten, kann die Partie planmäßig stattfinden.
Das Duell mit der Elf vom Niederrhein im Rahmen des 18. Bundesliga-Spieltags bildet zugleich den Rückrundenstart. Als sich beide Teams am 24. August 2025 zum Saisonauftakt erstmals gegenüberstanden, fehlten auf beiden Seiten noch Gesichter, die die aktuellen Geschicke entscheidend mitprägen. Beim HSV etwa späte Sommer-Zugänge und Leistungsträger wie Luka Vuskovic, Sambi Lokonga und Fabio Vieira, beim VfL allen voran Cheftrainer Eugen Polanski, der seit dem 4. Spieltag im Amt ist. Beim Wiedersehen im Volksparkstadion ist daher durchaus mit einem anderen Spiel als noch zum Ligaauftakt zu rechnen. Welches Personal hierfür zur Verfügung steht, was die Fohlen unberechenbar macht und wie es aktuell im Volksparkstadion aussieht, verrät wie immer der „Spieltag kompakt“.

Das Personal
Einzig Defensiv-Allrounder Daniel Elfadli (gelb-rot gesperrt), Kapitän Yussuf Poulsen (Sprunggelenksverletzung) und Innenverteidiger Warmed Omari (Aufbautraining) stehen für das Spiel gegen den VfL nicht zur Verfügung. Letztgenannter hat unter der Woche einen weiteren Meilenstein in seiner Reha erreicht, indem er erstmals wieder weite Teile des Teamtrainings absolvierte und auch am Elf-gegen-Elf teilnahm.
Zum Start in die Rückrunde kann Cheftrainer Polzin somit nahezu aus dem Vollen schöpfen. „Das macht unsere Auswahlmöglichkeiten natürlich wieder größer. Für uns als Trainerteam ist das eine schöne Situation“, betont der gebürtige Hamburger – wohlwissend, dass damit auch stets knifflige Entscheidungen einhergehen. „Wir versuchen, eine gute Kommunikation mit den Spielern im Hinblick auf ihr eigenes Rollenverständnis und ihre Einstellung zum Erfolg des Teams zu haben. Hier ordnen sich alle unter.“ Die eigene Qualität definiere sich dabei nicht nur über die Startelf, sondern über die gesamte Breite des Kaders, sodass auch den Jokern im Spiel gegen die Fohlen erneut eine besondere Rolle zuteilwerden kann. Drei seiner vier Jokertore erzielte der HSV im heimischen Volksparkstadion: Die Treffer von Ransford Königsdörffer (10. Spieltag zum 1:1 gegen Dortmund), Fábio Vieira (12. Spieltag zum 2:1 gegen Stuttgart) und Poulsen (13. Spieltag zum 3:2 gegen Bremen) brachten dabei fünf zusätzliche Punkte.

Der Gegner
Die Elf vom Niederrhein erwischte keinen guten Start in die Saison 2025/26. Von Verletzungen geplagt und von Störgeräuschen begleitet – im September wurde zunächst Trainer Gerardo Seoane freigestellt, kurze Zeit später folgte Sportdirektor Roland Virkus – gelang der Fohlenelf erst am 9. Spieltag der erste Saisonsieg: ein deutlicher 4:0-Erfolg beim FC St. Pauli. Verantwortlich dafür zeichnete Coach Eugen Polanski (Foto), der zuvor als U23-Trainer der Fohlen tätig war, die Bundesliga-Mannschaft zum 4. Spieltag zunächst interimsweise übernommen hatte und im November 2025 einen Vertrag bis Sommer 2028 erhielt. Unter der Führung des ehemaligen Abräumers, der zehn Jahre in der Jugend des VfL Borussia Mönchengladbach ausgebildet wurde und anschließend selbst für die Fohlen in der Bundesliga auflief, stabilisierte sich das Team spürbar und arbeitete sich im weiteren Saisonverlauf Schritt für Schritt ins Tabellenmittelfeld vor und liegt aktuell auf Rang 10. Zieht man allein die letzten zehn Bundesliga-Spieltage zu Rate, dann liegt der VfL in diesem Zeitraum sogar auf Platz 6.
Polanski und der VfL – diese Verbindung bringt also nicht nur reichlich Stallgeruch mit sich, sondern hat den Fohlen spürbar neues Leben eingehaucht. Der 39-Jährige Ex-Profi, der insgesamt 254 Bundesliga-Spiele für Gladbach (44), Mainz (87) und Hoffenheim (123) absolvierte, hat dabei taktische Anpassungen vorgenommen. Eine der sichtbarsten Veränderungen war die Umstellung von einer Vierer- auf eine Dreierkette und damit einhergehend einen generell stabileren Defensivblock, der der Mannschaft Kompaktheit verliehen hat. Personell stehen hierbei die Dreierkette aus Kevin Diks, Nico Elvedi und Philipp Sander sowie als Mittelfeldabräumer Rocco Reitz und Yannik Engelhardt im Fokus. Offensiv geht der Blick unter Polanski noch direkter in die Tiefe, wo Zielspieler Haris Tabakovic (neun Saisontreffer) als drittbester Torjäger der Liga permanent für Gefahr sorgt und Spieler wie Frank Honorat, Florian Neuhaus oder Neuzugang Shuto Machino ebenfalls für den Unterschied sorgen können. Ins neue Jahr sind die Fohlen indes mit maximaler Schwankung gestartet: Dem überzeugenden 4:0-Heimsieg gegen Augsburg folgte unter der Woche eine empfindliche 1:5-Niederlage in Hoffenheim.

Das Stadionerlebnis
Dachmembran, Beulenbildung, Punktlasten – infolge der Spielabsage gegen Leverkusen kehrte in dieser Woche ein Wortschatz in den klassischen und neuen Medien ein, den man für gewöhnlich weniger mit dem Volksparkstadion verbindet. Das Dach der 57.000 Zuschauer fassenden Spielstätte stand unerwartet im Blickpunkt. Und Daniel Nolte, Direktor Stadion beim HSV, führte sowohl am Tag der Spielabsage als auch am Donnerstag in Pressegesprächen detailliert aus, wo die Probleme lagen und wie sie erfolgreich behoben werden konnten.
Zwölf Höhenretter waren seit Mittwochvormittag ununterbrochen im Einsatz, um Restschnee und -Eis an bestimmten Stellen im Nord- und Südwesten vom Stadiondach zu schieben. In diesen Bereichen hatten sich am späten Dienstagnachmittag Schnee- und Wassersäcke in der Dachmembran gebildet und den darunter hängenden Catwalk in zum Teil erhebliche Schieflage gebracht. „Wir freuen uns sehr, dass sich die Lage dank der zielgerichteten Arbeit der Höhenretter und dank der unterstützenden Plustemperaturen entspannt hat“, erklärte Nolte. „Es wurden keine nachhaltigen Schäden festgestellt. Die noch auf dem Dach befindlichen Schneereste werden nun wie vorgesehen in den nächsten Tagen tauen und normal abfließen.“
Für das Traditionsduell zwischen dem HSV und Borussia Mönchengladbach vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion darf fortan also wieder das gewohnte Vokabular genutzt werden: Festung Volkspark, lautstarker Support, atemberaubende Atmosphäre. Die Rothosen wollen ihre Heimstärke in jedem Fall einmal mehr unter Beweis stellen, wie Coach Polzin betonte: „Es ist der Anspruch an uns selbst, die Heimauftritte weiter zu bestätigen. Wir wollen gemeinsam mit dem Volksparkstadion – besonders nach dem Ausfall am vergangenen Spieltag – die Punkte wieder hier behalten. Dafür brauchen wir eine gute und geschlossene Leistung, die uns als HSV an diesem Wochenende wieder auszeichnen soll.“
Das lange Warten auf das erste Heimspiel des Jahres hat am Sonnabend um 15.30 Uhr endlich ein Ende – manchmal ist Vorfreude eben doch die schönste Freude.
Der Spieltag beim HSV
Das erste HSV-Heimspiel im Jahr 2026 gegen Borussia Mönchengladbach wird auf Sky übertragen, darüber hinaus seien euch aber selbstverständlich auch die weiteren verschiedenen und vielfältigen HSV-Kanäle ans Herz gelegt, auf denen ihr die Partie ebenfalls live verfolgen könnt.
HSVnetradio – Mit viel Fachkompetenz, einer Prise Humor und natürlich blau-weiß-schwarzer Brille ist das HSVnetradio live vor Ort für euch dabei, begleitet für euch das Spielgeschehen und bringt euch die Partie nach Hause oder unterwegs auf euer Smartphone. Oder auch auf den Alexa-Sprachassistenten, denn der Stream ist auch über unseren HSV-Alexa-Stream abrufbar. Einfach "Alexa öffne HSV" bei den Amazon Sprachassistenten sagen und los geht's!
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