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04.02.26
Warmed Omari: Als wäre er nie weg gewesen
Innenverteidiger Warmed Omari zählte zu Saisonbeginn zu den stabilsten Rothosen und feierte jüngst nach 125 Tagen Verletzungspause sein Comeback. Im Gespräch mit HSV.de blickt er auf das Bayern-Spiel zurück und spricht über seine feste Verpflichtung sowie den familiären Teamgeist beim HSV.
556 von 556 möglichen Pflichtspielminuten hatte Sommer-Zugang Warmed Omari mit der Raute auf der Brust abgespult, ehe ihn Ende September 2025 eine schwere Sprunggelenksverletzung im Auswärtsspiel bei Union Berlin außer Gefecht setzte. Damit war der Innenverteidiger zu Saisonbeginn nicht nur der Dauerbrenner im Team der Rothosen, sondern überzeugte auch auf Anhieb mit seinem Verteidigungsverhalten und seiner Ruhe am Ball.
Nach 125 Tagen feierte der Nationalspieler der Komoren, der sich nach einer Operation vier Monate durch die Reha kämpfen musste, am vergangenen Wochenende im Topspiel gegen den FC Bayern München (2:2) sein Comeback. Und das im Omari-Style: Eingewechselt in der 73. Minute, fügte sich der 25-Jährige in einer schwierigen Spielsituation ein, als sei er nie fort gewesen.

„Es war sicherlich nicht ganz einfach, zu diesem Zeitpunkt ins Spiel zu kommen. Es ging darum, mit aller Macht zu verteidigen und das Ergebnis zu halten. Bayern München hat extremen Druck gemacht, aber wir haben es als Team geschafft, den Fokus zu halten. Umso glücklicher waren wir am Ende über den Punktgewinn“, blickt Omari im Gespräch mit HSV.de zurück. Sein Erfahrungsschatz aus internationalen Spielen auf Nationalmannschafts- und Vereinsebene hat dabei geholfen, gleich voll da zu sein. „Auf der Bank geht es darum, alle Informationen und Details über das Spiel und die Gegenspieler aufzusaugen. Wenn dann dein Name gerufen wird, musst du bereit sein“, erklärt der im Nachwuchs von Stade Rennes ausgebildete Verteidiger.
Und inwieweit hat der Fuß gehalten oder noch eine Rolle gespielt? „Als ich ins Spiel gekommen bin, ging es einfach darum, fokussiert zu sein und keine Angst mehr im Hinblick auf meine Verletzung zu haben. Das ist mir gelungen. Mein Sprunggelenk hat gut reagiert. Ich habe mich gut gefühlt, war frei im Kopf und konnte meine 100 Prozent abrufen.“

Erfahrung und Konstanz
100 Prozent – das hat der HSV nicht nur in diesem Spiel, sondern auch in den besagten Pflichtspielen zum Saisonstart von der Sommer-Leihgabe aus Rennes bekommen. Nur folgerichtig hat der HSV jüngst die Kaufoption gezogen und den Abwehrspieler langfristig an sich gebunden. „Seine Konstanz und seine hohe Grundqualität haben uns vom ersten Tag an imponiert. Bis zu seiner Verletzung war Warmed einer unserer stabilsten Spieler“, erklärte HSV-Sportdirektor Claus Costa in einer Medienrunde. „Entsprechend war für uns früh klar, dass wir im Sommer ohnehin die Kaufoption bei ihm ziehen möchten. Diesen Vorgang haben wir nun vorgezogen.“
Und das sehr zur Freude des 1,88 Meter großen Innenverteidigers, der sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon schnell in Hamburg und beim HSV integriert hat. „Meine Familie und ich freuen uns sehr über die feste Verpflichtung, weil wir uns extrem wohl hier in Hamburg fühlen“, erklärt Omari und betont zugleich: „Ich bin dankbar für diese Möglichkeit und möchte mich sportlich mit diesem Club weiterentwickeln.“

Entwicklung und Kollegialität
Die Mannschaft habe dabei im aktuellen Saisonverlauf bereits eine gute Entwicklung genommen. „Wir kennen uns nun viel besser. Zudem hat jeder Spieler seine Rolle und Position im System noch besser verinnerlicht. Das sollte uns für die Rückrunde einen Vorteil geben, auch wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass wir als Aufsteiger in dieser Liga in jedem Spiel an unser Maximum gehen müssen, um Spiele zu gewinnen.“
Den ersten Sieg in der laufenden Saison, das 2:1 gegen den nun kommenden Gegner aus Heidenheim, hat der Rechtsfuß dabei noch bestens in Erinnerung. „Das war ein bedeutender Sieg für uns alle: Es war der erste Bundesliga-Sieg nach dem Aufstieg. Ein wichtiger Erfolg für den Club und seine Fans, aber auch für uns als Mannschaft. Siege geben immer Selbstbewusstsein, in diesem Fall haben wir gesehen, dass wir in dieser Liga bestehen können.“ Selbstredend möchte man diesen Sieg am Sonnabend in Heidenheim (ab 15.15 Uhr live im HSVnetradio) wiederholen, wenn Warmed Omari durch den Ausfall von Vize-Kapitän Nicolas Capaldo (Gelbsperre) möglicherweise als rechter Innenverteidiger wieder in die Startelf rücken könnte.
Der Vorzeigeprofi setzt dafür vor allem auf den Spirit der Mannschaft, der jüngst im Heimspiel gegen Bayern München für einen magischen Abend gesorgt hat: „Wir hatten gleich zum Saisonstart eine echt gute Atmosphäre innerhalb der Mannschaft. Diese ist durch die gemeinsame Zeit noch enger und noch familiärer geworden. Wir haben uns intensiv kennengelernt, jeder ist bereit, für den anderen alles zu geben. Das ist die Grundlage, um erfolgreich zu performen.“
Fortan ist auch Warmed Omari wieder mitten im Kreis dieser Familie – als gefühlter Neuzugang, der zugleich nie ganz weg war.
