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Stimmen zum Spiel

08.03.21

"Wir haben uns leider nicht belohnt"

1:1 hieß es am Ende im Nordduell zwischen dem HSV und Holstein Kiel. Ein Montagabend, der im HSV-Lager zweierlei Gefühle hervorrief. Die Stimmen zum Spiel.

Und da war sie wieder einmal, diese Frage: Soll man sich jetzt über das sehr gute Spiel freuen, diese starke Reaktion auf die Niederlage im Stadtderby und den wirklich guten Auftritt? Oder sollte man sich aufgrund der zwei verlorenen Punkte ärgern? Am Montagabend hatte sich der HSV im Nordduell mit 1:1 von Holstein Kiel getrennt. Ein Ergebnis, das aufgrund der Überlegenheit der Hamburger und der Vielzahl an Torchancen für Terodde & Co. natürlich schmeichelhaft für den Gast aus Kiel daherkam. Die Rothosen standen entsprechend gefühlstechnisch irgendwo genau zwischen den Antworten auf diese entscheidende Frage. Bedeutet: Frust aufgrund der vielen vergebenen Chancen, gleichzeitig aber neuer Mut dank eines starken Spiels gegen eine der absoluten Top-Mannschaften der Liga. "Wenn wir weiter so spielen, können wir unsere Ziele erreichen", lautete entsprechend das Fazit des Hamburger Torjägers, der mit dem 1:1 seinen 20. Saisontreffer erzielt hatte. Wie er und die weiteren Protagonisten das Spiel im Einzelfall einschätzten, lest ihr in den Stimmen zum Spiel.

Simon Terodde: Wir haben den frühen Nackenschlag gut weggesteckt, haben nicht aufgegeben und sind zurückgekommen. Das war ein wirklich guter Auftritt, wir haben spielerisch überzeugt, den Ball laufen lassen und uns gute Chancen herausgespielt. Mir tut es für die Mannschaft leid, dass wir die Chancen nicht genutzt haben. Denn heute war mehr drin, wir haben uns leider nicht belohnt. Aber: Dieses Spiel macht Mut für die nächsten Aufgaben. Ich bin überzeugt, dass wir unsere Ziele erreichen können, wenn wir weiter so spielen.

Josha Vagnoman: Den Kopfball muss ich aus der Entfernung natürlich im Tor unterbringen. Das ist ärgerlich. Der Torhüter hat mich vielleicht ein Stück weit irritiert, aber den kann ich machen. Ich muss diese Aktion jetzt schnell abhaken, am Freitag wartet das nächste Topspiel in Bochum. Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht, waren alle präsent in den Zweikämpfen und auch im läuferischen Bereich da. Einzig die Torchancen haben wir nicht so erfolgreich genutzt. Dennoch können wir auf dieser Leistung aufbauen. 

Daniel Thioune: Man hat von Beginn an gesehen, dass wir die letzte Niederlage schnell vergessen machen wollten. Leider kriegen wir durch eine Standardsituation, die wir nicht gut verteidigt haben, das 0:1 und mussten uns ein paar Minuten schütteln. Von dem Moment an haben wir alles versucht, die Punkte im Volkspark zu behalten. Meine Mannschaft hat sehr gut gegen das hohe Pressing der Kieler hinten herausgespielt. Wir haben ihr Pressing immer wieder überspielt, hatten sehr viel Bewegung in unserem Spiel im Zentrum. Wir haben vieles gut gemacht, sind häufig ins letzte Drittel gekommen und haben dort leider Gottes extrem viel liegen gelassen. Wir hatten viel Energie auf dem Platz, haben alles getan, alles versucht und hatten weitere Möglichkeiten. Unterm Strich sind wir für diesen hohen Aufwand nicht belohnt worden. Der Vortrag meiner Mannschaft hat mir aber gefallen, die Ergebnisse werden sich einstellen. 

Ole Werner: Es ist ein gewonnener Punkt für uns. Wir haben mit der Standardsituation und dem frühen 1:0 einen guten Start ins Spiel gefunden. Trotzdem haben wir es in der ersten Halbzeit zu selten geschafft, hoch zu attackieren und den HSV vor Probleme zu stellen. Der HSV hatte mehr Spielanteile, war uns ein Stück weit überlegen. Das hat sich im zweiten Durchgang fortgesetzt. Wenn man den Spielrhythmus unserer Mannschaft sieht, dann hat man uns diesen heute angemerkt. Die Aggresivität und Frische im Kopf, die uns normalerweise auszeichnen, waren nicht zu 100 Prozent da. Dennoch haben wir unsere Haut teuer verkauft und beim HSV einen sehr wichtigen Punkt mitgenommen.