
Saison
28.04.26
Zum 100. Mal Bundesliga gegen die Eintracht vom Main
HSV vs. SGE – das Duell der beiden Bundesliga-Gründungsmitglieder erreicht am kommenden Spieltag eine historische Marke. Eintracht Frankfurt ist dabei erst der siebte Club, gegen den die Rothosen mindestens 100-mal im Fußball-Oberhaus antreten. Über besondere Kuriositäten, gemischte Erinnerungen und positive Bilanzen.
Wenn der Hamburger SV am Sonnabend im Zuge des 32. Bundesliga-Spieltags bei Eintracht Frankfurt gastiert, wird es historisch: Zum 100. Mal werden sich die beiden Gründungsmitglieder der Bundesliga dann in diesem Wettbewerb gegenüberstehen. Die Adlerträger sind damit erst der siebte Club, gegen den der HSV die Marke von 100 Spielen erreichen wird. Dreistellige Duellzahlen gibt es in der Bundesliga zudem mit Werder Bremen (110 Spiele), dem FC Bayern München (108), dem VfB Stuttgart (106), Borussia Dortmund (104), Borussia Mönchengladbach (102) und dem FC Schalke 04 (100).
An die vergangenen beiden Jubiläumsspiele gegen die beiden letztgenannten Clubs haben die Rothosen gemischte Erinnerungen: In der Saison 2017/18 konnte der HSV die Spiele gegen die Königsblauen (3:2, 29. Spieltag) und die Fohlen (2:1, 34. Spieltag) zwar für sich entscheiden, doch während der spektakuläre Sieg gegen Schalke noch Hoffnung im Abstiegskampf schürte, konnte der Erfolg gegen Gladbach den erstmaligen Bundesliga-Abstieg der Rothosen nicht mehr verhindern. Dieser war bereits am Spieltag zuvor durch eine 0:3-Niederlage - ausgerechnet in Frankfurt - maßgeblich eingeleitet worden. HSV-Fans erinnern sich schmerzlich an diesen frühsommerlichen Tag zurück und hätten sich wohl insbesondere für diese eine Partie und das fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffene 1:0 durch Tatsuya Ito den Videobeweis gewünscht.

Prägende Erinnerungen und die zweitmeisten Bundesliga-Siege
Es war zugleich das bis dato letzte Bundesliga-Gastspiel der Rothosen im Waldstadion – einem Ort, mit dem HSV-Fans in der jüngeren Vergangenheit auch positive Erlebnisse verbinden. Unvergessen bleibt allen voran das dramatische Saisonfinale 2008/09: In der Nachspielzeit erzielte Piotr Trochowski mit einem Hammer in den rechten Winkel den 3:2-Siegtreffer und sicherte dem HSV damit im Fernduell mit Borussia Dortmund noch den fünften Tabellenplatz sowie das Ticket nach Europa. Was für eine Szene, was für ein Jubel! Wenngleich auch hier zur Wahrheit gehört: Beim Zuspiel Pitroipas vor dem entscheidenden Treffer stand Trochowski knapp im Abseits – Geschichten aus dem Kuriositätenkabinett, die so nur der Fußball schreibt.
Das besagte 3:2 in Frankfurt markierte zugleich den 39. Bundesliga-Sieg der Rothosen gegen die Eintracht. Diesem folgten bis heute bei 17 weiteren Bundesliga-Spielen allerdings nur zwei weitere (in der Saison 2010/11: 3:1 A und 1:0 H). In den vergangenen 13 Partien blieben die Rothosen gegen die Hessen sogar sieglos. Umso bemerkenswerter: Die insgesamt 41 Bundesliga-Siege gegen die SGE sind trotz dieser Durststrecke die zweitmeisten der HSV-Historie. Nur gegen den VfB Stuttgart (45) verließ man häufiger als Sieger den Platz. Die Gesamtbilanz gegen die SGE liest sich wie folgt: 41 Siege, 26 Remis, 38 Niederlagen bei 162:124 Toren.
In den bisherigen 99 Partien stecken zahlreiche weitere Geschichten dieses besonderen Duells – freudvolle wie leidvolle. Etwa der 3:0-Heimsieg bei der Uraufführung am 4. Spieltag der Saison 1963/64, als der HSV erstmals in seiner Bundesliga-Geschichte die Tabellenspitze übernahm, oder die 1:2-Niederlage in der Folgesaison, als sich Uwe Seeler im Schneetreiben von Frankfurt die Achillessehne riss. Ebenfalls unvergessen: Im November 1985 kam es aufgrund eines Sabotageaktes zu einer kurzfristigen Spielabsage, nachdem SGE-Funktionäre mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr den Stadionparkplatz überfluten ließen, um die Absage zu erzwingen. Hintergrund war, dass die durch zahlreiche Krankheitsfälle stark ersatzgeschwächte Eintracht auf den haushoch favorisierten Hamburger SV (mit Uli Stein seit 788 Minuten ohne Gegentor) traf. Das wenige Tage später neu angesetzte Spiel gewann die Eintracht überraschend mit 3:0. Weitere Highlights: der höchste Auswärtssieg der HSV-Bundesliga-Geschichte im April 1991 (6:0 durch einen Hattrick von Jan Furtok) sowie der 4:1-Auswärtserfolg des HSV im Saisonfinale 1996, als die Hamburger bei Patzern der Konkurrenz aus Karlsruhe und Rostock sowie durch Doppelpacks von Karsten Bäron und Hasan Salihamidzic von Platz 7 noch auf Rang 5 und damit nach Europa sprangen.
Am Sonnabend fällt nun also der Vorhang für das 100. Kapitel. Ein besonderes Spiel gegen einen besonderen Gegner, in dem der HSV wieder für positive Erinnerungen sorgen möchte.
