
Trainingslager
10.07.26
Zwischen Schotterweg und Trainingsplatz: Volle Intensität in Helsingör
Die Rothosen haben auch in der vorletzten Einheit im Trainingslager in Dänemark vollen Einsatz gezeigt. Ein Trainingsbericht.
Wer sich dieser Tage in Helsingör dazu entscheidet, eine Runde laufen zu gehen, kann eine Verschnaufpause der anderen Art einplanen. Es gibt einen Schotterweg, der unmittelbar am Trainingsplatz vorbeiführt, auf dem aktuell der Hamburger SV seine ersten Trainingseinheiten der Sommervorbereitung absolviert. Nicht selten bietet sich das Bild, dass im Vordergrund die Spieler mit dem Ball arbeiten und im Hintergrund Läufer oder Spaziergänger vorbeiziehen. Wer falsch abbiegt, könnte in die Welt des jeweils anderen eintauchen. Wer am Freitag (10. Juli) auf der Anlage Halt machte, konnte beobachten, mit wie viel Einsatz die Rothosen bei der Sache sind.
Nach der Erwärmung ging es in Rondos über und danach folgten diverse Spielformen, in denen fleißig aufs Tor geschossen wurde. Weiter ging es mit Umschaltsituationen, in denen die Angreifer eine Überzahl ausspielten und logischerweise die Abwehrspieler in Unterzahl verteidigten – Dribblings, Abschlüsse und Zweikämpfe inklusive. Es folgte ein Abschlussspiel im Elf-gegen-elf, in dem auffiel, wie groß das Wort Kommunikation in der Mannschaft geschrieben wird. So kamen von jedermann Kommandos. Die Stimme von Torwart Daniel Heuer Fernandes war über den gesamten Platz zu hören, wenn er seine Vorderleute aufforderte, alles auf sich herauszuholen. Oder Nicolai Remberg spulte im Mittelfeld Kilometer ab und koordinierte seine Nebenleute. „Die Mannschaft ist energiegeladen“, bewertete Neuzugang Kofi Amoako tags zuvor.

„Wir wollen jede Übung mit maximaler Intensität angehen“, erklärte Cheftrainer Merlin Polzin an anderer Stelle. Unter dieser Devise schenkten sich die Rothosen am Freitag nichts. Im Abschlussspiel verhinderte Albert Sambi Lokonga im letzten Moment ein Gegentor und klärte den Ball auf der Linie, Jordan Torunarigha eroberte das Spielgerät mit einer astreinen Grätsche vor dem eigenen Strafraum zurück und Remberg sorgte mit einem platzierten Schuss hinter dem Sechzehner halbhoch in die linke Seite für die Entscheidung. Großer Jubel bei Team Blau, das auch eine spaßige Challenge zum Ende der rund anderthalbstündigen Einheit gegen Team Rot für sich entschied.
Die Spieler sollten den Ball zunächst über einige Meter hochhalten und dann per Volley ins Tor schießen. Dabei konnten die Spieler ihre Abschlussstärke unter Beweis stellen und die Torhüter sich auszeichnen. Zumindest gefühlt wurden teils bei einigen Schüssen neue Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt.
Danach versammelte sich die Mannschaft im Kreis für eine letzte Ansprache und schloss die vorletzte Einheit im Trainingslager in Helsingör ab – der perfekte Schnappschuss für jeden Läufer oder Spaziergänger, der zufällig am Platz vorbeikam.
