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Nachbericht

22.01.22

Die W-Frage: Bestätigung für den eingeschlagenen Weg

Der HSV hat das Stadtderby gegen den FCSP verdient mit 2:1 gewonnen. Die Erfolgsfaktoren sind vielfältig und stärken das Vertrauen in den eingeschlagenen Weg.

Der Tag danach begann genau so, wie der Abend zuvor endete: mit Arbeit. Gestern brachten die Rothosen den kräftezehrenden 2:1-Heimsieg gegen den FCSP über die Zeit, heute Vormittag wurden im Kraftraum die Regenerations-Abläufe in Gang gebracht. Auch nach einer anstrengenden Englischen Woche mit insgesamt 300 Einsatz-Minuten (90 in Dresden, 120 in Köln, 90 gegen den FCSP) gewährte HSV-Cheftrainer Tim Walter keinen freien Tag und setzte stattdessen seine Marschroute fort: Mit fleißiger Trainingsarbeit sollen Fortschritte erzielt werden, die dann in den Spielen eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit garantieren. So wie gestern, als der erste Stadtderby-Sieg nach fast drei Jahren (zuletzt: 10. März 2019) eingefahren werden konnte. Grundlage für den verdienten Erfolg waren mehrere Faktoren, die alle unmittelbar mit den Kerntugenden des Fußballs von Tim Walter zusammenhängen.


Wille

Als Sebastian Schonlau in der 83. Minute beim Stand von 2:1 den potenziell extrem gefährlichen Abschluss von Lukas Daschner mit dem Gesicht blockte, war das in aller erster Linie schmerzhaft, demonstrierte darüber hinaus aber auch den absoluten Wilen, die prestigeträchtige Partie gewinnen zu wollen. „Nach einem Derbysieg kann man sowas auch mal wegstecken“, sagte der HSV-Kapitän mit einem Schmunzeln nach dem Abpfiff, hatte er doch mit seinem zu dem Zeitpunkt noch unversehrten Schädel in der 58. Minute auch noch den wichtigen Ausgleich erzielt. „Bascho“ ging mit Blick auf seine bärenstarke Zweikampf-Quote (81,3%, mit Abstand Bestwert) im wahrsten Sinne des Wortes voran, seine Teamkollegen standen ihm in Sachen Bereitschaft und Leidenschaft aber in nichts nach. 58 Prozent der Zweikämpfe wurden gestern Abend von Spielern mit einer Raute auf der Brust gewonnen, ein außergewöhnlicher Wert.


Widerstandsfähigkeit

Ein umkämpftes Remis in Dresden (14. Januar, 1:1), ein 120-minütiger Pokalfight in Köln (18. Januar, 5:4 n.E.) und dann ein unverdienter Pausenrückstand im Stadtderby: Die Vorzeichen für die 2. Halbzeit im gestrigen Flutlichtspiel hätten günstiger sein können, wurden von den Rothosen aber mit Mut, Bereitschaft und einer großen Portion Leidenschaft ad absurdum geführt. „Ich weiß, dass wir auf einem guten Weg sind, denn schwierige Spiele wie in Dresden oder Köln machen uns besser“, hatte Tim Walter in der Pressekonferenz vor dem Duell mit den Braun-Weißen gesagt – und damit recht behalten. Seine Schützlinge dominierten den ersten Durchgang spielerisch und die zweiten 45 Minuten auf der kämpferischen Ebene. So wurde erstmals seit dem 1. Spieltag (3:1 nach 0:1 in Gelsenkirchen) ein 0:1-Rückstand in einen Sieg umgebogen. Nach 23 Pflichtspielen in der Saison 2021/22 bleibt es damit bei nur zwei (!) Niederlagen, die Widerstandsfähigkeit und Unnachgiebigkeit der Mannschaft sind dementsprechend kein kurzfristiges Phänomen, sondern eine nachhaltige Tugend.


Winner-Mentalität

Die beiden Assists von Sonny Kittel, das laufintensive Spiel von Ludovit Reis (12,2 Kilometer abgerissen) und der erneut starke Auftritt von Daniel Heuer Fernandes zwischen den Pfosten: Der Erfolg im Stadtderby hat viele Gesichter, wurde aber vor allem dank des Teamspirits eingefahren. „Wir wollten es als Team unbedingt schaffen, uns da wieder rauszuziehen, darauf haben wir uns in der Halbzeit eingeschworen und alles reingelegt“, erklärte ein überglücklicher Jonas Meffert nach Abpfiff, der mit seiner meist unauffälligen Arbeit auf der „Sechs“ wieder mal einen enormen Beitrag zum Erfolg leistete. Zum „Matchwinner“ im klassischen Sinne wurde aber natürlich Bakery Jatta, der in der 70. Minute mit einer „Willensleistung“ (O-Ton Tim Walter) den Siegtreffer erzielte und damit zu einem von vielen Derbyhelden wurde, die alle eines gemeinsam haben: Eine Winner-Mentalität, die im weiteren Saisonverlauf unbedingt erhalten werden muss, um den eingeschlagenen und zuletzt so konsequent verfolgten Weg erfolgreich weiterzugehen. Das Fundament dafür: harte Arbeit. Auch nach den vermeintlich größten Siegen.