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Spieltags-Fakten

30.09.21

Ein Duell der Gegensätze

Der HSV will beim Tabellenschlusslicht in Aue den nächsten Schritt gehen und muss dafür die eigenen Stärken auf den Platz bringen. Die Fakten zum Duell der Gegensätze sind interessant.

#1 Fast makellose Gesamtbilanz 

In der langen Vereinsgeschichte des Hamburger SV (gestern wurde der 134. Geburtstag begangen) sind bisher sieben Pflichtspiele gegen den FC Erzgebirge Aue ausgetragen worden. Das erste Duell fand im August 2000 statt, damals in der 1. Runde des DFB-Pokals. Die Torschützen Marcel Ketelaer, Mehdi Mahdavikia und Marek Heinz sorgten für einen klaren 3:0-Erfolg. Auch die sechs Zweitliga-Duelle (seit 2018/19) konnten meistens erfolgreich zu Ende gebracht werden: Drei Siege und zwei Remis stehen einer Niederlage im Erzgebirgsstadion gegenüber (29. Februar 2020, 0:3), die allerdings ebenso für Verärgerung im HSV-Lager sorgte wie der bislang letzte Auftritt in Aue (5. Februar 2021, 3:3 nach 3:1-Führung). 

#2 Umstellung für die Rothosen 

Am vergangenen Sonntag (26. September, 2:2) empfing der HSV mit dem 1. FC Nürnberg die bis dahin (und auch weiterhin) einzige ungeschlagene Mannschaft in der 2. Bundesliga. Nur fünf Tage später messen sich die Schützlinge von Tim Walter mit dem einzigen Team der Spielklasse, das bisher noch keinen Sieg einfahren konnte. Der FC Erzgebirge Aue steht mit drei Punkten aus acht Spielen (drei Remis, fünf Niederlagen) auf dem letzten Platz. Dennoch mahnte der HSV-Cheftrainer in der gestrigen Pressekonferenz Demut an: "Die Tabelle ist nie aussagekräftig. Jede Mannschaft, die in der 2. Liga agiert, hat gewisse Qualitäten. Wir wissen um die Stärken des Gegners, der viel mit langen Bällen operiert und extrem tief steht und verteidigt und aus diesen Situationen heraus versucht, in Umschaltaktionen zu kommen. Das macht Aue gefährlich. Daher werden wir den Gegner auf keinen Fall unterschätzen." 

#3 Duell der Gegensätze 

Die Statistiken sehen vielversprechend aus: Während der FC Erzgebirge Aue nach acht Spieltagen die wenigsten Tore ligaweit geschossen hat (fünf), haben nur vier Teams mehr Buden auf dem Konto als der HSV (14). Darüber hinaus erspielten sich die Rothosen bisher doppelt so viele Großchancen wie die morgigen Gastgeber (14:7). Und auch bei der Trefferquote haben die Schützlinge von Coach Walter die Nase vorn: Alle 8,6 Torschüsse zappelte die Kugel im Netz (Platz 6 im Ligavergleich), die Erzgebirgler hingegen brauchen 21 Versuche für ein Erfolgserlebnis (schlechtester Wert). Vorsicht ist aber bei Einwechslungen geboten: Drei Jokertore der Veilchen werden nur von Holstein Kiel (vier) überboten.

#4 Torjäger gegen Rekord-Torhüter 

Das wird ein spannendes Duell: Am Freitag trifft HSV-Torjäger Robert Glatzel, der nach neun Rothosen-Pflichtspielen schon sechs Tore auf dem Konto hat, auf Aue-Rekordkeeper Martin Männel. Der FCE-Schlussmann stand seit Sommer 2008 in 439 Pflichtspielen für die Veilchen zwischen den Pfosten und ist damit der Spieler mit den meisten Einsätzen in der Vereinsgeschichte. "Bobby" Glatzel ist nach zwei Toren im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (26. September, 2:2) bestens in Form, auf der anderen Seite gehört der "Buffon des Erzgebirges" aber auch seit Jahren zu den besten Schlussmännern in der 2. Bundesliga. 

#5 Zweite Auflage: Hensel gegen Walter

Seit Sommer 2019 arbeitet Ex-Profi Marc Hensel (u.a. 94 Spiele in der 2. Bundesliga) als Co-Trainer beim FC Erzgebirge Aue und fungiert aktuell bereits zum dritten Mal als Interimstrainer der Profimannschaft (bisherige Bilanz: ein Sieg, ein Remis, zwei Niederlagen). Wissenswert: Erstmals übernahm er am 19. August 2019 und verantwortete am 23. August 2019 das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Dem damaligen Trainer der Schwaben – Tim Walter – dürfte das Endergebnis (0:0) nicht wirklich geschmeckt haben. Wäre doch optimal, wenn der 45-jährige HSV-Coach seine persönliche Bilanz gegen Interimstrainer Hensel am morgigen Freitag (1. Oktober, Anstoß: 18.30 Uhr) aufbessern könnte.