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Spielbericht

26.10.21

HSV siegt im Pokalkrimi gegen Nürnberg

Der HSV hat sich am Dienstagabend in einem packenden Pokalspiel im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Nürnberg durchgesetzt und zieht damit ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein.

Der Hamburger SV und der 1. FC Nürnberg haben sich am Dienstagabend (26. Oktober) ein Pokalspiel mit allen Facetten geliefert. Am Ende hatte der HSV das glücklichere Ende für sich und gewann aufgrund der größeren Spielanteile und Chancen verdient mit 5:3 nach Elfmeterschießen. Nach der regulären Spielzeit hatte es 1:1 gestanden in einer Partie, die nicht nur ein echter Pokalkrimi war, sondern die auch überschattet wurde von zwei schweren Verletzungen: HSV-Profi Tim Leibold und Nürnbergs Tom Krauß mussten lange behandelt und verletzt ausgewechselt werden, was für lange Spielunterbrechungen und geschockte Beteiligte sorgte. Dennoch bekamen die Fans ein starkes Spiel geboten, in dem die Rothosen die meiste Zeit über etwas mehr vom Geschehen hatten, wobei aber auch der Club zu seinen Möglichkeiten kam, doch am Ende siegten die Rothosen - wenn auch erst im Elfmeterschießen - verdient und stehen im Achtelfinale des DFB-Pokals.

Schlimme Verletzungen...

HSV-Trainer Tim Walter veränderte im Pokalduell beim in dieser Saison noch ungeschlagenen Ligakonkurrenten aus Nürnberg seine Aufstellung auf zwei Positionen gegenüber dem 2:1-Erfolg beim SC Paderborn. Siegtorschütze Doyle rückte für Jatta in die Startelf, ebenso wie Kaufmann für Alidou. Doch all diese Personalien rückten erst einmal in den Hintergrund, als sich nach einer insgesamt ausgeglichenen Anfangsphase mit leichten Vorteilen für den HSV eine ganz schlimme Szene ereignete.

In der 18. Minute verletzte sich Linksverteidiger Leibold in einem Zweikampf mit Krauß vermutlich sehr schwer am Knie, lag schreiend am Boden und musste nach der langen Erstversorgung der Ärzte mit der Trage vom Platz gebracht werden. Dieser Augenblick schockte Spieler, Verantwortliche und Fans gleichermaßen, doch das Spiel wurde im Anschluss fortgesetzt und entwickelte sich in der Folge immer mehr in Richtung der Rothosen. Die präsentierten sich trotz allem spielstark und belohnten sich kurz vor dem Halbzeitpfiff mit dem 1:0, das David im Anschluss an eine Kittel-Ecke erzielte und damit den verdienten Pausenstand herstellte (45.).

... auf beiden Seiten ...

Auch die zweite Hälfte begann mit einem Schockmoment. Nürnbergs Krauß war wieder mittendrin, dieses Mal jedoch als Leidtragender, als er in einem Kopfballduell mit Muheim schwer getroffen wurde. Die eilig herbeigerufenen Ärzte mussten auch hier Erste Hilfe leisten und die Partie konnte erst nach fast sechsminütiger Pause fortgesetzt werden, nachdem auch Krauß mit der Trage vom Feld gebracht worden war. Dabei war diese Partie alles andere als unfair, es waren einfach zwei sehr unglückliche Szenen, die ein sehr gutes Pokalspiel zeitweilig überschatteten.

In dem blieb der HSV das spielbestimmende Team, musste aber dennoch nach rund einer Stunde den Ausgleich durch Duman hinnehmen (59.). Dieser Treffer leitete eine spannende Schlussphase ein, in der die Walter-Mannen auf den Siegtreffer drängten, im Abschluss aber nicht das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatten. Wobei auch die Hausherrn zu ihren Gelegenheiten kamen und Heuer Fernandes in der Schlussminute mit einem großartigen Reflex die Verlängerung sichern musste.

... und HSV-Sieg im Elfmeterschießen

In der Verlängerung passierte dann lange Zeit nicht mehr allzu viel, wobei der FCN nun schon etwas mehr vom Spiel hatte, doch dann gab es noch einmal große Aufregung auf der anderen Seite: Eine Minute vor dem Ende der Verlängerung wurde dem eingewechselten Alidou ein möglicher Strafstoß verweigert, was die Hamburger Gemüter noch einmal stark erhitzte. Doch dafür blieben die Rothosen im anschließenden Elfmeterschießen eiskalt und setzten sich souverän durch.

Kinsombi, Kittel, Schonlau und beim entscheidenden Elfer der 1:0-Torschütze David trafen, während auf der anderen Seite Heuer Fernandes einen Elfmeter parierte und einen weiteren übers Tor guckte. Und der Rest war pure Freude! Denn der HSV steht damit nach einem wirklich krassen Pokalkrimi im Achtelfinale des DFB-Pokals und feierte diesen Erfolg nach dem Abpfiff ausgelassen mit den mehr als 1.500 mitgereisten Fans - auch wenn die Gedanken in der Kabine bei Tim Leibold waren, der am Mittwoch in Hamburg eingehend untersucht werden wird.


Das Spiel im Stenogramm:

1. FC Nürnberg: Klaus - Valentini, Schindler, Sørensen, Handwerker - Krauß (51. Duman), Geis, Tempelmann - Shuranov (86. Schäffler), Møller-Dæhli (116. Nürnberger), Dovedan (86. Schleimer)

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Heyer, David, Schonlau, Leibold (22. Muheim) - Kittel, Meffert, Reis (101. Kinsombi) - Doyle (79. Alidou), Glatzel (79. Jatta), Kaufmann (60. Wintzheimer)

Tore: 0:1 David (45.), 1:1 Duman (59.)

Elfmeterschießen: 2:1 Geis, 2:2 Kinsombi, 3:2 Duman, 3:3 Kittel, 3:3 Tempelmann verschießt, 3:4 Schonlau, 3:4 Heuer Fernandes hält Sørensens Versuch, 3:5 David  

Zuschauer: 19.267

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Gelbe Karten: Dovedan (14.) / Glatzel (39.), Muheim (51.), Schonlau (77.), Alidou (119.)

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: - / -


Das Spiel im Zeitraffer:

Min.

7.

Starkes Tackling: Nach einem Hamburger Ballverlust im Spielaufbau will Geis den gestarteten Møller-Dæhli zentral schicken. Der letzte Hamburger Verteidiger Jonas David setzt aber genau zum richtigen Zeitpunkt zur Grätsche an und kann die vielversprechende Kontersituation der Gäste gerade noch so verhindern. Ganz wichtig!

19.

Gute Besserung, Leibe: Direkt vor der Bank der Rothosen spielt Krauß zunächst den Ball, trifft dann aber maximal unglücklich das Knie von Leibolds Standbein. Der Linksverteidiger sackt sofort schmerzerfüllt in sich zusammen, wird minutenlang behandelt und dann mit der Trage abtransportiert. Ganz schlimme Bilder!

25.

Kaufmann versucht’s: Reis legt rechts raus auf Kaufmann, der es aus relativ spitzem Winkel aus dem Strafraum heraus versucht. Sein Abschluss mit dem rechten Fuß streicht allerdings einige Meter am linken Pfosten vorbei ins Toraus. Schade!

28.

Geis aus der Distanz: Erst bleibt Dovedan im Hamburger Sechzehner hängen, kurz danach macht Geis die Situation aber noch einmal spannend. Der zweite Ball fliegt ihm vor die Füße und er hält aus etwa 18 Metern wuchtig drauf. HSV-Keeper Heuer Fernandes muss allerdings nicht eingreifen – knapp links vorbei!

35.

Fast das 1:0: Kittel legt von der Sechzehnerkante zurück auf Doyle, der die Kugel mit viel Gefühl in Richtung Klaus-Kasten schnippelt. Der Schlussmann der Clubberer macht sich aber ganz lang und kann die Kugel mit einer Flugeinlage gerade noch so über den Querbalken lenken. Der hätte gepasst!

45.

1:0! DA IST DIE FÜHRUNG: Nach einem saftigen, flachen Reis-Abschluss aus der Distanz gibt es Ecke für die Gäste. Kittel tritt an und findet Youngster David am ersten Pfosten, der höher als sein Gegenspieler-Duo Schindler/Sørensen steigt und unhaltbar zur 1:0-Führung einnickt. JAWOLL!

47.

Bange Minuten im Max-Morlock-Stadion: Kurz nach dem Wiederanpfiff prallen Muheim und Krauß beim Kopfball-Duell hart gegeneinander. Nürnbergs Krauß bleibt regungslos am Boden liegen, Schiedsrichter Dankert und die umstehenden Profis winken hektisch Sanitäter herbei. Nach langen Behandlungsminuten muss auch er mit der Trage abtransportiert werden, kann dabei aber zumindest selbst ein Stück weit Entwarnung geben: Er streckt den Daumen in die Höhe. Gute Besserung!

55.

Reis mit der Gelegenheit: Eine Flanke von Kittel von der linken Seite wird länger und länger und findet schlussendlich Reis am zweiten Pfosten, der aus kurzer Distanz volley draufhält. FCN-Keeper Klaus kann den Versuch allerdings mit dem Bein abwehren. So knapp!

59.

1:1! Duman gleicht aus: Handwerkers Hereingabe vom linken Flügel nimmt Duman zentral im Sechzehner aus der Drehung heraus volley und haut die Kugel aus etwa 11 Metern unhaltbar in die Maschen. Man!

78.

Gefährlicher Standard: Geis zieht einen Freistoß vom linken Flügel und aus spitzem Winkel über die Mauer hinweg aufs HSV-Tor. Bevor Heuer Fernandes zum Ball kommt, rauscht Dovedan mit dem Kopf heran, kriegt die Kugel aber nicht mehr gedrückt. Sein Kopfball fliegt wenige Zentimeter über die Latte hinweg. Durchatmen!

81.

Jetzt wieder Hamburg: Die Rothosen kombinieren sich gut auf der linken Seite durch. Am Ende hat der eingewechselte Jatta im Strafraum die Gelegenheit abzuschließen, nimmt aber den zentral positionierten Kittel mit. Der Zehner verzieht jedoch deutlich… Da wäre mehr drin gewesen!

90.

Ferro mit Mega-Parade: Nach einem Nürnberger Konter fällt Schäffler im Hamburger Sechzehner zwar zunächst hin, spielt die Kugel dann aber noch einmal zurück auf seine Mitspieler. Die Kugel landet bei Tempelmann und er zieht aus kurzer Distanz ab – HSV-Keeper Heuer Fernandes reißt die Pranke hoch und ist mit einem super Reflex zur Stelle. Puuuuh!

100.

HSV-Keeper rettet doppelt: Zunächst ist es erneut Tempelmann, der Heuer Fernandes aus vollem Lauf mit einem satten Abschluss fordert. Der Schlussmann kann die Kugel mit den Fingerspitzen über die Querlatte befördern. Kurz danach zirkelt Geis einen direkten Freistoß knapp außerhalb des Sechzehners und aus zentraler Position auf das Hamburger Gehäuse – Ferro ist erneut zur Stelle und kann zur Seite abwehren. Stark!