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Interview

30.05.22

"Wir haben beiden Vorständen das absolute Vertrauen ausgesprochen"

Der Aufsichtsratsvorsitzende und e.V.-Präsident Marcell Jansen äußert sich im Interview auf HSV.de zur Saisonanalyse und zur zukünftigen Ausrichtung des Clubs. 

Vor acht Tagen endete mit dem Relegationsrückspiel gegen Hertha BSC die Saison für den HSV. Die Mannschaft von Cheftrainer Tim Walter befindet sich nun in der wohlverdienten Sommerpause, doch im Club werden natürlich schon wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Im Interview auf HSV.de äußert sich der Aufsichtsratsvorsitzende und e.V.-Präsident Marcell Jansen zur zukünftigen Ausrichtung und zur Marschroute der kommenden Wochen. 

Das Saisonfinale liegt nun gut eine Woche zurück. Hat sich die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg gelegt? Wie sieht dein Stimmungsbild aus? 

Marcell Jansen: Die Enttäuschung gab es bei mir nur am Montagabend nach dem Spiel. Schon am nächsten Morgen ging mein Blick nach vorne. Der Saisonauftakt für 22/23 steht quasi vor der Tür. Ohne Zweifel werden wir die Energie bündeln und gemeinsam einen neuen Anlauf nehmen. Unter der Führung von Jonas Boldt haben die Mannschaft, das Trainerteam und der Sportdirektor einen richtig guten Job gemacht. Thomas Wüstefeld setzt sich unentwegt und stark dafür ein, den HSV wirtschaftlich weiter zu stabilisieren und effizienter aufzustellen. 

In der Öffentlichkeit gab es im Anschluss an die Relegation viele Schlagzeilen, in denen es um Machtdiskussionen, schlechte Stimmung auf der Geschäftsstelle und Differenzen auf Vorstandsebene ging. Wie gehst du und wie geht der Aufsichtsrat mit dieser Situation um? 

Schlagzeilen gehören zu diesem Business bekanntlich dazu. Das müssen wir aushalten. Es ist eine Diskussion in den Medien, wie so oft in Hamburg. Wir als Aufsichtsrat können nur das bewerten, was in den Aufsichtsratssitzungen besprochen wird. Beide Vorstände haben uns ein ganz anderes Bild vermittelt als das in den Medien geschilderte und versichert, dass es ihnen ebenfalls nur um den HSV geht und persönliche Befindlichkeiten keine Rolle spielen. Machtdiskussionen sind uns nicht bekannt, es gab fachliche und konstruktive Gespräche mit einem gemeinsamen Verständnis. 

Ist die Saisonanalyse im Aufsichtsrat abgeschlossen? Und gibt es schon eine Marschroute für die kommende Spielzeit? 

Die Analyse ist noch nicht final abgeschlossen, aber wir haben die Entwicklungsfelder identifiziert. Der Aufsichtsrat hat deutlich hinterlegt, dass wir den Sport sowie die große Zustimmung der Fans für unseren eingeschlagenen Weg weiter unterstützen müssen. Der Fußball und die Gesellschaft verändern sich, daher gilt es, den wirtschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Klare Entscheidungen zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und Gesellschaftern haben in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass wir selbst in der Krise Schulden abbauen konnten. Diese Vorgaben des Aufsichtsrates und die damit verbundenen strukturellen Entwicklungen werden schnell vergessen. Wir werden diesen Weg der klaren Vorgaben weitergehen. Aus diesem Grunde sind sich Aufsichtsräte und Vorstände in der Saisonanalyse einig: Eine klare Optimierung des Unternehmens mit dem Ziel der Stabilisierung. Damit ist gemeint: Alles für den sportlichen Erfolg zu geben und den nächsten Schritt in Richtung erste Bundesliga zu gehen. 

Zum Abschluss noch ein Blick nach vorn: Hat der Aufsichtsrat schon beschlossen, wie und wann die Vorstandskonstellation für die Zukunft entschieden wird? 

Wir haben beiden Vorständen das absolute Vertrauen ausgesprochen und - wie schon erwähnt - klar unsere Erwartungshaltung platziert. Wir wollen weiterhin hungrige Kollegen und eine Organisation auf der Geschäftsstelle, die sich auch in Zukunft komplett in den Dienst des HSV stellt. Das ist unser Weg: ohne Kompromisse. Beide Vorstände haben in der jüngsten AR-Sitzung betont, wie gut die Zusammenarbeit klappt. Bei Jonas Boldt haben wir darüber hinaus auch hinterlegt, dass wir uns eine Verlängerung der Vertragslaufzeit vorstellen können. Thomas Wüstefeld ist bekanntlich bis zum Winter entsendet. Es sind wichtige Themenfelder identifiziert worden. Derzeit wird ein Plan der Restrukturierung erarbeitet. Sobald dieser verabschiedet ist, können wir die nächsten Entscheidungen diskutieren. Entscheidend dafür sind die gemeinsam festgelegten Ziele

Vielen Dank für das Gespräch.