
Trainingslager
09.07.26
Kofi Amoako: „Die Mannschaft ist energiegeladen“
Der 21-jährige Neuzugang spricht über seine ersten Tage beim Hamburger SV, die Geschlossenheit im Team und seine Fortschritte beim Dänisch lernen.
Kofi Amoako hat den richtigen Zeitpunkt erwischt. Passend zum HSV-Trainingslager in Helsingör kommt der 21-jährige Mittelfeldspieler beim Sprachen lernen voran. Der Neuzugang der Rothosen paukt Dänisch. „Ich verstehe ein paar Wörter, wenn Albert Grönbaek und Yussuf Poulsen miteinander sprechen“, sagt Amoako, der die Sprache nicht zur Verständigung mit seinen neuen Teamkollegen lernt, sondern um Pluspunkte bei seiner Lebensgefährtin und deren Eltern zu sammeln, die aus Dänemark stammen.
Hört man Amoako reden, hätte es so oder so keine Verständigungsprobleme mit der Mannschaft gegeben. Der Neuzugang, der von der SG Dynamo Dresden zu den Rothosen wechselte, kommt aus dem Schwärmen von seinen neuen Mitspielern kaum heraus. „Alle sind sehr nett zu mir – von den jungen Spielern bis zu den Führungsspielern. Die Mannschaft ist energiegeladen, alle lächeln. Jeder versteht sich mit jedem, alle sprechen miteinander. Die Mannschaft ist eine Gruppe“, sagt er. Schon nach zwei Tagen mit dem Team lautet sein Fazit, dass er hier genau richtig sei. „Hier“ bedeutet in dem Fall nicht Dänemark, sondern das Team.

Beim Trainingsauftakt am ersten Trainingslager-Tag wartete auf Amoako der obligatorische Spalier für den Neuzugang. Entgegen seinem Naturell als Abräumer steckte er diesmal in der Haut desjenigen, der einstecken musste. Amoako musste durch den Spalier laufen und bekam von jedem einen Klaps. Sonst gibt der gebürtige Hannoveraner den Ton in Zweikämpfen an. „Früher habe ich es geliebt, Tore zu schießen, aber ab einem gewissen Punkte habe ich gemerkt, dass das nicht mein Job ist. Ich klaue lieber die Bälle“, erklärt er. Augenzwinkernd schiebt der gebürtige Hannoveraner nach, dass er gerne die „Drecksarbeit“ für die Abwehr und die Offensive erledige.
In der vergangenen Saison spielte der Rechtsfuß für die SG Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga und im Jahr davor für den VfL Osnabrück in der 3. Liga. Nun ist er zurück in der höchsten deutschen Spielklasse, wo er einst im Trikot des VfL Wolfsburg zwei Spiele als Jungprofi absolvierte. Amoako geht Schritt für Schritt. „Ich nehme mir vor, erst einmal beim HSV anzukommen. Ich will gucken, wie das Niveau ist und wo ich stehe“, formuliert der deutsche U20-Nationalspieler (sechs Länderspiele) ein Ziel. Grundsätzlich wolle er sich weiterentwickeln.
Im Mittelfeld gibt es neben Amoako noch Spieler wie Nicolai Remberg oder Albert Sambi Lokonga, über die er nur Positives erzählt. „Es reizt mich, dass jemand wie Nicolai Remberg auf meiner Position spielt. Er ist ein ähnlicher Spieler wie ich. Ich will viel von ihm lernen. Wenn wir zusammenspielen würden, wäre es sicherlich ungemütlich für den Gegenspieler. Dazu gibt es noch Albert Sambi Lokonga, über den es nicht viel zu sagen gibt. Er ist überragend“, schwärmt Amoako, der sich angesichts dieser Besetzung im Zentrum keinen Druck machen will.
Beobachtet man den Youngster im Training, fällt auf, wie er sich auf Anhieb in Szene setzt. Wenn sein Team im Ballbesitz ist, läuft er in den freien Raum und fordert lautstark das Zuspiel. Gegen den Ball scheut er sich vor keinen Zweikampf und ist voll in seinem Element. Über den bisherigen Eindruck vom Training sagt er: „Wir haben alle Bock und bereiten uns auf das erste Pflichtspiel in Verl vor. Dafür haben wir anderthalb Monate Zeit.“ Auffällig: Amoako spricht bereits in Wir-Form und versprüht das Gefühl, schon angekommen zu sein. „Erst sind erst zwei Tage, aber ich mich sehr gut eingelebt.“
Mehr über Kofi: Von A wie Abräumer über T wie Torhymne bis Z wie Ziele – der HSV-Neuzugang hat sich hier im großen A-Z näher vorgestellt.

