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Nachbericht

05.04.21

Ärger in Kraft umwandeln

Nach dem unnötigen Unentschieden gegen Hannover 96 brennen Daniel Thioune und sein Team darauf, es schon am Freitag gegen Darmstadt besser zu machen. 

Der Ärger war auch nach der Rückkehr nach Hamburg nicht verflogen. Die knapp 170 Kilometer zwischen der HDI Arena und dem Volksparkstadion reichten am Sonntagnachmittag nicht aus, um das unnötige 3:3-Unentschieden gegen Hannover 96 zu verdauen. Unnötig deshalb, weil die Rothosen nach dem Hattrick von Aaron Hunt nach 50 Minuten wie der sichere Sieger aussahen. Dass es am Ende doch noch mit einem nicht mehr für möglich gehaltenen 3:3 endete, lag zum einen an der ab diesem Zeitpunkt nicht mehr existierenden Chancenverwertung und zum anderen an der nachlassenden Defensivleistung. „Das darf uns nicht passieren“, schimpfte Sven Ulreich und dreifach Torschütze Hunt ergänzte: „Es war nicht gut, was wir heute gemacht haben, das müssen wir ganz klar festhalten.“ Auch Daniel Thioune war nach dem Abpfiff bedient. „Dieses Unentschieden fühlt sich absolut nicht gut an, für uns ist es eine gefühlte Niederlage. Es ist maßlos ärgerlich, denn dieser Spielverlauf war einfach völlig überflüssig“, so der Cheftrainer in der Pressekonferenz.

Auch am Tag danach hörte sich die Analyse von Michael Mutzel ähnlich an. „Wenn man nach 50 Minuten 3:0 führt, sogar noch höher führen kann, wenn man Konter noch klarer ausspielt, dann darf man das Spiel nicht mehr abgeben oder unentschieden spielen“, stellte der Sportdirektor unmissverständlich klar. Bei der Analyse, die das Trainerteam mit der Mannschaft zielführend schon vor der Einheit am Morgen ansetzte, möchte sich der Sportdirektor aber an von außen gerne angeführten Meinungen nicht beteiligen. Da ist zum einen der Ansatz, die Spieler würden nach Führungen oft zu überheblich agieren. „Ich bin oft bei der Mannschaft und kenne die Jungs gut. Dieses Überhebliche und dieses ‚Wir sind uns zu sicher‘, das sind wir nicht. Das ist keine arrogante oder überhebliche Mannschaft. Das haben wir in den letzten Wochen auch nicht gemacht. Wir hatten gestern, nachdem die Gegentore gefallen sind, noch große Chancen, das Spiel zu entscheiden. Das ist uns nicht gelungen. Deshalb tut es weh. Aber es war keine Überheblichkeit“, begründet Mutzel seine Ansicht, bestätigt aber auch, dass man in der Defensivarbeit nicht mehr so konsequent war. „Wenn wir ein bisschen nachlassen, und ich finde, dass wir vor allem im Verteidigen nachgelassen haben, dann hat fast jede Mannschaft in der 2. Liga die Qualität, um uns wehzutun, und das haben Haraguchi und Duksch gestern gemacht, und auf einmal steht es 3:3, und man weiß gar nicht warum. Das darf uns nicht passieren.“

Auch gegen Heidenheim (2:3) und Aue verspielte der HSV jeweils 2-Tore-Führungen, Parallelen möchte Mutzel zum Spiel in Hannover aber nicht ziehen. „Der Unterschied zu Aue und Heidenheim ist, dass wir so viele Möglichkeiten hatten, das Spiel klar zu entscheiden. Gegen Aue ist der Gegner stärker geworden und wir kleiner. Wir hatten gestern nach dem 1:3, nach dem 2:3 und nach dem 3:3 jeweils Großchancen. Bei den anderen Spielen sind wir nicht mehr so richtig reingekommen. Gestern musst du das Spiel zumachen“, so der Sportdirektor. 

"Es ist sofort das Motto: Freitag wollen wir es geraderücken." Sportdirektor Michael Mutzel

Den vergebenen Chancen lange hinterhertrauern ist aber nicht die Art, mit der beim HSV gearbeitet wird. Und es ist auch keine Zeit. Schon am kommenden Freitag (9. April, ab 18 Uhr live im HSVnetradio) wartet mit dem Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 die nächste Aufgabe auf die Rothosen. „Das Gute ist, dass wir schon wieder direkt das nächste Spiel vor der Brust haben. Wenn wir zusammen verteidigen, dem Gegner wehtun und unangenehm sind, dann bin ich mir sicher, dass wir theoretisch alle Spiele gewinnen können. Es ist sofort das Motto: Freitag wollen wir es geraderücken. Wir bleiben zusammen, der Spirit ist gut“, bestätigt Mutzel, was der Trainer schon in Hannover vor der 170-Kilometer-Rückfahrt ausgesprochen hatte. „So unnötig und ärgerlich dieses Remis auch ist, ist ja nicht viel verloren. Wir werden das als Team kompensieren, es geht weiter!“