
Nationalmannschaft
10.06.26
Von Son über Demel bis Barbarez: So viel HSV steckt in der WM 2026
Neben drei aktuellen Rothosen sind mehr als ein Dutzend ehemalige HSVer in unterschiedlichen Funktionen bei der Weltmeisterschaft dabei. Der Startschuss fällt am morgigen Donnerstag.
Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft, die am morgigen Donnerstag (11. Juni) startet, ist der Hamburger SV stärker vertreten, als die Nominierungen von Miro Muheim (Schweiz), Sander Tangvik (Norwegen) und Luka Vuskovic (Kroatien) auf den ersten Blick vermuten lassen. Tatsächlich finden sich in den Nationalteams mehr als ein Dutzend ehemalige Rothosen, die in unterschiedlichen Funktionen dabei sind – als Spieler, Trainer oder Funktionäre.

Vuskovic etwa wird von einem ehemaligen HSV-Spieler trainiert: Ivica Olic. Der langjährige Stürmer der Rothosen (2007-2012, 2015-2016) ist Co-Trainer von Zlatko Dalic bei der kroatischen Nationalmannschaft. Olic und Vuskovic kennen sich bereits aus gemeinsamen Tagen bei der kroatischen U21, wo Olic als Nationaltrainer Youngster Vuskovic zum Debüt verhalf und ihn insgesamt zwölfmal einsetzte.
Ein früherer HSV-Teamkollege von Olic, Guy Demel (2005-2011), ist seit Anfang 2024 in derselben Rolle bei der Elfenbeinküste tätig. „Unser Ziel ist es, die K.o.-Runde zu erreichen. Das hat noch nie eine ivorische Auswahl bei einer WM geschafft. Wenn uns das gelingt, können wir weitersehen. Wir sind Wettkämpfer. Wenn wir etwas anfangen, wollen wir es auch so gut wie möglich zu Ende bringen“, sagte der 44-Jährige im vergangenen März bei HSV.de. Die Ivorer sind Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft – dort steht mit Jonathan Tah ein HSV-Eigengewächs im Kader. Der Verteidiger wurde von 2009 bis 2013 im Nachwuchs der Rothosen ausgebildet und spielte anschließend eine Saison bei den Profis.
Tah ist einer von neun Akteuren, die einst das Trikot mit der Raute auf der Brust trugen und als Spieler bei der diesjährigen WM dabei sind. Gleiches gilt für Amadou Onana (Belgien), Michael Gregoritsch (Österreich), Hakan Calhanoglu (Türkei) und Douglas Santos (Brasilien). Mit HSV-Eigengewächs Heung-min Son und Hee-chan Hwang bei Südkorea sowie Dennis Hadzikadunic und Ermedin Demirovic bei Bosnien-Herzegowina sind sogar jeweils zwei ehemalige Rothosen in den Kadern vertreten. Demirovic absolvierte als Einziger nie ein Profispiel für die Hamburger, sondern lief ausschließlich für die Junioren auf.

Die Bosnier stellen derweil die größte Fraktion von Ex-HSVern bei dieser WM. Neben Hadzikadunic und Demirovic steht HSV-Legende Sergej Barbarez im Mittelpunkt. Der 54-Jährige ist seit April Nationaltrainer der „Drachen“, zwischen 2000 und 2006 erzielte er 76 Tore in 216 Pflichtspielen mit der Raute auf der Brust. Unter seiner Leitung qualifizierten sich die Bosnier zum zweiten Mal in ihrer Verbandsgeschichte für eine Weltmeisterschaft.
Darüber hinaus haben auch Barbarez‘ Co-Trainer Zlatan Bajramovic (Assistent von Mirko Slomka in der Saison 2014/15) sowie der Technische Direktor Emir Spahic (38 Pflichtspiele für die Rothosen zwischen 2015 und 2017) eine HSV-Vergangenheit.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Niederlanden: Dort sind der ehemalige Torjäger Ruud van Nistelrooy und der frühere Abräumer Nigel de Jong als Co-Trainer beziehungsweise Sportdirektor tätig. Beim Schweizer Verband steht mit Peter Knäbel ein Ex-HSVer sogar an der Spitze. Der 59-Jährige ist seit August 2025 Präsident. Von 2014 bis 2016 war er HSV-Direktor, in der Saison 2014/15 zudem für zwei Bundesliga-Spiele Interimstrainer.
Aus HSV-Sicht lohnt sich der Blick zur WM also gleich mehrfach – denn die Verbindungen zur Raute reichen weit über Muheim, Tangvik und Vuskovic hinaus.
