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Spielbericht

23.04.22

4:2 - HSV gewinnt ereignisreich in Regensburg

Der HSV hat sein völlig verrücktes Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg aufgrund zweier Traumtore und eines unglaublichen Schlussspurts inklusive Joker-Doppelpack mit 4:2 gewonnen.

Der Hamburger SV hat am Sonnabend (23. April) sein Auswärtsspiel des 31. Spieltags beim SSV Jahn Regensburg mit 4:2 gewonnen. Vor knapp 15.000 Zuschauern im nahezu ausverkauften Jahnstadion musste der HSV erst eine sehr starke Anfangsphase der Gastgeber überstehen, ehe Muheim mit einem Linksschuss aus 20 Metern wunderschön die Hamburger Führung gelang (23.). Regensburgs Boukhalfa glich diese zwar direkt mit Beginn der zweiten Hälfte aus (46.), doch Suhonen sorgte in der 66. Minute mit einem satten Rechtsschuss aus 20 Metern für das zweite HSV-Traumtor des Tages - und gefühlt auch schon für den Auswärtssieg. Aber dann entwickelte sich kurz vor dem Abpfiff eine in dieser Form selten gesehene Schlussphase, in der Regensburgs Albers in der 89. Minute erst per Strafstoß den 2:2-Ausgleich erzielte, ehe der HSV noch einmal zurückschlug und die fünfminütige Nachspielzeit furios ausnutzte, um durch die beiden eingewechselten Joker Vagnoman und Kinsombi dieses völlig verrückte Fußballspiel tatsächlich noch mit 4:2 zugunsten des HSV zu entscheiden.

Traumtore aus der Distanz...

HSV-Trainer Tim Walter brachte gegenüber des Pokal-Halbfinals mit Muheim und Kaufmann nicht nur zwei neue Kräfte für die Startelf, sondern schickte diese auch mit einem veränderten System ins Rennen. Die Rothosen agierten wie schon beim 3:0-Heimsieg gegen den KSC im 4-4-2, also mit Doppelspitze. Allerdings stand die Offensivabteilung der Hamburger zu Beginn nicht wirklich im Fokus, denn bis durch Glatzel nach einer knappen Viertelstunde der erste Abschluss des HSV notiert werden konnte, waren die Walter-Mannen quasi kaum aus der eigenen Hälfte herausgekommen.

Die Hausherrn brannten vom Anpfiff weg ein Feuerwerk ab, liefen den HSV sogar in dessen eigenem Strafraum an, attackierten permanent und kamen zu einigen Torchancen in Serie. So standen bis zu Glatzels Abschluss 8:0-Torschüsse zugunsten des SSV zu Buche, und darunter befanden sich einige Hochkaräter, der erste sogar direkt nach 23 Sekunden, als Heuer Fernandes erstmals den frühen Rückstand verhindern musste. Allein in den ersten zweieinhalb Minuten feuerten die Regensburger viermal auf sein Tor, erkämpften zwei Eckbälle und sorgten so für einen Start in diese Partie, der den Gästen so gar nicht schmeckte. Doch der HSV bewies Nehmerqualitäten, überstand die Druckphase und schlug dann seinerseits zu. Und wie! Mit einem richtigen Strahl aus 20 Metern in den Torwinkel besorgte Muheim das zu diesem Zeitpunkt überraschende 1:0 für den HSV, der mit dieser Führung im Rücken schlagartig abgeklärter und ballsicherer agierte, das Spiel nun ausgeglichen gestaltete und es deutlich beruhigen konnte. So ging es schließlich nach einer deutlich ereignsärmeren zweiten Hälfte des ersten Durchgangs auch mit dieser Hamburger Führung in die Halbzeit.

... und verrückte Schlussphase

Nach dem Seitenwechsel war diese Führung jedoch ganz schnell weg. Denn die Regensburger legten erneut mit dem Anpfiff los wie die Feuerwehr, setzten den HSV unter Druck und erzwangen so auch den Fehler Heyers, den Heuer Fernandes dieses Mal nicht mehr ausbügeln konnte. So stand es nach nicht einmal einer gespielten Minute im zweiten Durchgang 1:1, da Boukhalfa den zu kurzen Heyer-Rückpass im zweiten Versuch bestrafte. Doch erneut ließen sich die Rothosen von der stürmischen Anfangsphase der Gastgeber nicht den Schneid abkaufen.

Auch dieses Mal kamen sie in die Partie zurück und erarbeiteten sich einige gute Torraumszenen, ehe erneut ein Distanzschuss für den zweiten Hamburger Treffer sorgte: Suhonen fasste sich in der 66. Minute aus 20 Metern ein Herz und machte es beinahe genauso schön wie zuvor Muheim und erzielte das 2:1 für den HSV. Der sah sich in der Folge den wütenden Angriffen der Regensburger ausgesetzt, hielt aber hinten dicht und hatte den Dreier vor Augen - bis zur 89. Minute. In der entschied Schiedsrichter Gerach in einer unübersichtlichen Szene auf Strafstoß für den SSV, der durch Albers den 2:2-Ausgleich erzielte. Mit diesem Treffer wurde die letzte Spielminute plus Nachspielzeit eingeläutet - und beides nutzten die Rothosen für ein Comeback, wie man es wohl selten in der jüngeren Vergangenheit erlebt hat. Denn der Kopf ging nach dem späten Elfmeter-Nackenschlag nicht nach unten, stattdessen gaben die Hamburger noch einmal Vollgas und schafften es tatsächlich, diese Partie noch einmal zu biegen. Erst vollendete Vagnoman zum 3:2 und mit dem Schlusspfiff setzte Kinsombi per Strafstoß sogar noch einen drauf und sorgte mit seinem 4:2 für das i-Tüpfelchen auf diesem verrückten Spiel und krönte die große Willensleistung des HSV.


Das Spiel im Stenogramm:

Jahn Regensburg: Meyer - Saller (90.+1 Faber), Breitkreuz, Kennedy, Wekesser - Gimber (71. Yildirim), Besuschkow, Beste (90.+1 Zwarts), Boukhalfa (80. Makridis), Shipnoski (70. Guwara) - Albers

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim - Reis (55. Kittel), Meffert (79. David), Suhonen (67. Kinsombi) - Jatta (79. Vagnoman), Glatzel, Kaufmann (67. Alidou)

Tore: 0:1 Muheim (23.), 1:1 Boukhalfa (46.), 1:2 Suhonen (66.), 2:2 Albers (89.), 2:3 Vagnoman (90.), 2:4 Kinsombi (90.+6)

Zuschauer: 13.252

Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau-Queichheim)

Gelbe Karten: Besuschkow (26.), Gimber (38.), Saller (45.), Beste (48.), Wekesser (84.), Albers (90.+5) / Meffert (26.), Heyer (79.)

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: - / -


Das Spiel im Zeitraffer:

Min.

1.

Erste Torschüsse vom Jahn: Die Gastgeber suchen direkt nach Anpfiff die Offensive und nach einer knappen Minute kommt Nicklas Shipnoski zum ersten Torabschluss der Partie. Heuer Fernandes kann seinen Schuss aus linker Position zur Ecke abwehren. Kurze Zeit später kann Max Besuschkow von der rechten Seite der Strafraumgrenze einen Torschuss markieren, nachdem er den Ball mit der Brust annimmt und den Ball dann aus der Luft auf den Kasten der Rothosen bringt. Der Keeper des HSV kann wieder parieren.

9.

Erneut Regensburg: Besuschkow und Jan-Niklas Beste spielen unter Bedrängnis einen Doppelpass im Strafraum des HSV und Beste kommt kurz vor dem Fünfmeterraum von rechts zum Torschuss. Der Ball verfehlt den Kasten der Hamburger knapp am rechten Pfosten.

11.

Saller per Volley: Beste bringt eine Flanke von links, die sich an der rechten Seite des Sechzehners bei Benedikt Saller senkt. Saller nimmt den Ball direkt aus der Luft, Heuer Fernandes ist jedoch zur Stelle und kann den satten Volleyschuss zunächst parieren und dann vor der Torlinie aufnehmen. Puh!

13.

Jetzt der HSV: Nach einer Hamburger Ecke kommt Robert Glatzel in der Box zum Kopfball, der Abschluss ist aber gut haltbar für Alexander Meyer. Zwei Minuten später landet das Spielgerät plötzlich am Elfmeterpunkt bei Moritz Heyer, der leicht überrascht den Ball links neben das Tor setzt. Schade!

23.

1:0! STRAHL VON MUHEIM: Nach Drangphase der Gastgeber lässt Miro Muheim Saller ins Leere grätschen, fasst sich ein Herz und zieht einfach mal aus rund 20 Metern ab. Der Torschuss von der linken Seite schlägt unhaltbar oben rechts im Winkel des Regensburger Tores ein. Der 24-jährige Schweizer mit seinem ersten Tor für die Rothosen - und was für eine Bude!

28.

Torschuss Glatzel: Der HSV-Stürmer lässt Scott Kennedy aussteigen und probiert einen Fernschuss. Der Abschluss von Glatzel hat zwar ordentlich Power, aber ist zu zentral platziert, so dass Meyer den Ball über die Latte lenken kann.

 

46.

1:1 Ausgleichstreffer Regensburg: Ein Rückpass von Heyer wird von Shipnoski gewittert und aufgenommen. Der Rechtsaußen der Regensburger kommt aus rund sieben Metern zum Torschuss, aber Heuer Fernandes wirft sich wach in den Ball und kann zunächst abwehren. Allerdings landet der parierte Ball bei Boukhalfa, der zentral an der Strafraumgrenze die Kugel ins linke Toreck einschiebt. Unmittelbar nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit gleichen die Gastgeber das Spiel wieder aus...

50.

Abschluss Kaufmann: Saller verliert den Ball im eigenen Sechzehner und das Leder bekommt Mikkel Kaufmann vor die Füße. Der Däne kommt in der linken Ecke der Box aus spitzem Winkel zum Torschuss, der Abschluss geht jedoch auf der anderen Seite rechts am Pfosten vorbei.

56.

Wieder der HSV: Bakery Jatta bringt eine Flanke von rechts, die auf der anderen Seite des Sechzehners bei Sonny Kittel landet. Der eingewechselte Kittel legt die Kugel auf Stürmer-Kollege Glatzel ab, der aus fünf Metern den Ball über den Kasten der Regensburger schießt.

66.

2:1! STRAHL VON SUHONEN: Glatzel sieht den mitlaufenden Anssi Suhonen, verzögert kurz in der Vorwärtsbewegung und legt dann rechts auf den Finnen quer. Der 21-Jährige legt die Blaupause vom 1:0 von Muheim an und packt einen ebenso wunderschönen Fernschuss aus. Rund 20 Meter zentral vor dem Kasten feuert Suhonen die Kugel halblinks aufs Tor der Regensburger, wo Meyer zwar noch leicht den Ball berührt, aber den Gewaltschuss nicht entscheidend stören kann, so dass dieser im Netz des Jahns zappelt. Ein Distanzschuss der Extraklasse!

72.

Nun Regensburg: Der eingewechselte Aygün Yildirim bekommt den Ball von Erik Wekesser auf die linke Seite des Strafraums serviert, wo er zentral auf den Kasten von Heuer Fernandes schießt. Auf den Torwart des HSV ist aber mal wieder Verlass. Drei Minuten später kommt es zum Kopfball-Ping-Pong im Strafraum der Rothosen. Denn: Nach einer Ecke von rechts köpft Andreas Albers seinen Mitspieler Yildirim an, der Ball prallt direkt wieder zu Albers zurück, der einen zweiten Kopfball über das Tor setzt.

89.

2:2 Foulelfmeter Regensburg: Jonas David und Yildirim verhaken sich mit den Beinen, beide kommen zu Fall und Schiedsrichter Timo Gerach entscheidet auf Elfmeter für Regensburg. Sehr fragwürdig! Albers tritt an und trifft unten links. Erneuter Ausgleich im Jahnstadion.

90.

2:3! HSV WIEDER IN FÜHRUNG: Eine Flanke von Muheim landet im Strafraum der Regensburger, wo Faride Alidou den Ball nicht ganz richtig trifft, so dass das Spielgerät bei Josha Vagnoman auf der rechten Seite landet. Vagnoman schießt aus sieben Metern aufs Tor, die Kugel schlägt unten links im Eck ein und der HSV geht eine Minute nach dem Ausgleich erneut in Front! Wahnsinn!

90.+6

2:4! ELFMETERTOR KINSOMBI: Kittel wird im Duell mit Leon Guwara zu Fall gebracht und der Unparteiische entscheidet auf Foulmeter, dieses Mal für die Rothosen. David Kinsombi schnappt sich die Kugel und macht in der Nachspielzeit alles klar. Denn: Der Abschluss vom Punkt landet mittig unter der Latte im Tor der Gastgeber. Die Rothosen entscheiden damit ein unfassbar ereignisreiches Spiel für sich. 4:2!


Jahn Regensburg

Statistik zum Spiel

Hamburger SV

19

Torschüsse

17

44%

Ballaktionen in %

56%

44%

Zweikampfquote

56%

71%

Passquote

84%

4

Ecken

4

15

Flanken

8

3

Abseits

19

Fouls

16

Albers (+3 andere) 6

Torschüsse

5 Glatzel

Wekesser 4

Torschussvorlagen

4 Glatzel

Besuschkow 63

Ballaktionen

86 Schonlau

Breitkreuz 76%

Zweikampfquote

85% Vuskovic

Besuschkow (+2 andere) 6

Flanken

6 Jatta, Reis