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Stimmen zum Spiel

22.08.21

"... da darfst du kein Tor mehr kriegen"

Vor allem das Gegentor kurz vor dem Halbzeitpfiff ärgert die Rothosen, die mit der Punkteteilung gegen Darmstadt (2:2) nicht zufrieden sind. 

Hochemotional ging es während der über 94 Minuten im Volksparkstadion zur Sache. Vor allem in der ersten Halbzeit bekamen die 17.950 Zuschauer im ausverkauften Volksparkstadion neben den vier Toren viele aufregende Szenen zu sehen. Die Führung der Darmstädter durch den Foulelfmeter von Philipp Tietz (14.) konnten die Rothosen durch die Treffer von Sebastian Schonlau (30.) und Moritz Heyer (45.) noch vor der Pause in eine Führung drehen, doch noch vor dem Halbzeitpiff glichen die Lilien wiederum durch Tietz (45.+3) aus. Gerade diese Szene ärgerte Spieler und Trainer nach der Partie, genauso wie die mangelnde Chancenverwertung. Die Stimmen zum Spiel. 

Moritz Heyer: Es war ein schönes Tor von mir. So eins habe ich bestimmt zuletzt in der Jugend geschossen. Darüber kann ich mich aber nicht richtig freuen, da wir das Spiel nicht gewonnen haben. Wir müssen unserer Torchancen besser nutzen, auch hinten hatten wir einige Fehler. Ich selber hatte auch ein, zwei Dinger, bei denen ich mir selber an den Kopf fasse, was ich da mache. Das müssen wir abstellen. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht, aber es hat nicht mehr gereicht. 

Daniel Heuer Fernandes: Wir sind natürlich nicht zufrieden mit der Punkteteilung. Heute müssen wir uns vor allem ankreiden, dass wir in der 45. Minute mit 2:1 in Führung gehen und noch vor der Pause den Ausgleich bekommen. Da darfst du kein Tor mehr kriegen. In der zweiten Halbzeit haben wir alles versucht, hatten auch unsere Chancen, aber haben diese nicht gemacht. 

Sebastian Schonlau: Wenn wir kurz vor der Pause das 2:1 schießen, dann dürfen wir nicht noch den Ausgleich vor der Halbzeit kriegen. Das müssen wir uns anschauen. Dann kommst du auch anders aus der Halbzeit. Nichtsdestotrotz hatten wir genug Chancen, um das Spiel noch zu entscheiden. 

"Wir haben dann ein bisschen den Kopf verloren, weil die Zuschauer auch kommen, weil sie uns nach vorne pushen und nicht den Ball immer bei Ferro haben wollen." Tim Walter

Tim Walter: Mit Beginn waren wir gut drin, hatten eine Riesenchancen von Baka mit dem Kopf. Das ist genau das, was wir wollten: Chipbälle hinten rein oder Bälle vorne rum vor die Kette. Ich glaube, da werden wir immer besser. Wir müssen im Abschluss konsequenter werden. Wenn du die Dinge vorne nicht machts und dich nicht selber dafür belohnts, wird es schwer. Meine Mannschaft kann die Euphorie, die sie vorne entwickelt, in der Defensive noch nicht in Euphorie umsetzen. 

Wir haben heute mehr Phasen der Bereitschaft gesehen, sind auch überragend nach dem Elfmeter zurückgekommen und verdientermaßen mit 2:1 in Führung gegangen. Dann kriegen wir über einen Einwurf das 2:2. Das darf uns so einfach nicht passieren. Trotzdem: Wir gehen dann rein, schütteln uns kurz und machen in der zweiten Halbzeit weiter. Wir sind wieder intensiv drin, erspielen uns Torchancen und wollen das Spiel unbedingt gewinnen. Wir haben dann ein bisschen den Kopf verloren, weil die Zuschauer auch kommen, weil sie uns nach vorne pushen und nicht den Ball immer bei Ferro haben wollen. Aber das gehört einfach zu unserem Spiel. Da brauchen wir noch mehr Geduld. Ich hoffe, dass auch die Zuschauer uns noch mehr nach vorne pushen, so wie sie es auch in anderen Situationen machen. Mit der Punkteausbeute sind wir bislang noch nicht zufrieden. Mit der Art und Weise tasten wir uns langsam ran. 

Torsten Lieberknecht: Die Zuschauer haben ein hitziges, emotionales und leidenschaftliches Duell sehen dürfen. Die ersten zehn Minuten mussten wir erst einmal mit der Atmosphäre zu Recht kommen. Dann hat unsere Idee, wie wir den HSV bespielen wollen, in vielen Situationen gegriffen. Mit den ersten Ballstafetten wurde der Mut immer größer. Trotzdem gehst du kurz vor der Halbzeit mit 2:1 in Rückstand, obwohl wir ein gutes Gefühl auf dem Platz hatten. Wir hatten einige Chancen, aber auch der HSV hatte zahlreiche Möglichkeiten. Es gab verschiedene Phasen in diesem Spiel. Mit ein bisschen Glück wäre hier mehr möglich gewesen. Deshalb sind wir ein bisschen enttäuscht.