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Saison

04.10.20

Zwischen Torwartverpflichtung, Terminabsage und Transferschluss

In einer Medienrunde sprach HSV-Sportvorstand Jonas Boldt am Sonntagvormittag unter anderem über die Spielabsage gegen Aue, die Verpflichtung von Sven Ulreich und das bevorstehende Ende der Transferperiode. 

Hinter HSV-Sportvorstand Jonas Boldt liegen ereignisreiche Stunden: Am gestrigen Sonnabendnachmittag (3. Oktober) finalisierte der 38-Jährige gemeinsam mit Sportdirektor Michael Mutzel die viel beachtete Verpflichtung des 221-fachen Bundesliga-Spielers und diesjährigen Triple-Siegers Sven Ulreich, ehe er wenige Stunden später die Mannschaft darüber informieren musste, dass das für den heutigen Sonntag angesetzte Zweitliga-Spiel gegen den FC Erzgebirge Aue aufgrund von Corona-Fällen im Team der Sachsen ausfallen wird. Wie Jonas Boldt diese jüngsten Ereignisse einordnet und wie er auf das bevorstehende Ende der diesjährigen Transferperiode blickt, darüber sprach er am Sonntagvormittag (4. Oktober) im Rahmen einer Medienrunde und äußerte sich dabei im Detail über...        

... die Spielabsage gegen Aue: Ich habe gestern Abend einen Anruf aus dem Kreis der Auer bekommen, dass wir die zwei Hygeneverantwortlichen der Teams zusammenbringen, da es den Verdacht auf weitere Fälle gab. Es kam noch die Idee auf, Schnelltests machen zu lassen, aber zu diesem Zeitpunkt konnten wir so kurzfristig nicht mehr helfen. Das war bis dahin mein letzter Stand, ehe ich gegen 22.30 Uhr einen weiteren Anruf bekam, dass Aue vermelden wird, dass es sich auf den Rückweg befindet. Ich habe daraufhin unsere Leute informiert, dass wir heute keinen Gegner vorfinden werden und den Tag anders gestalten müssen. 

... einen veränderten Spiel-Rhythmus aufgrund von Corona-Fällen: Ich hoffe nicht, dass wir in Zukunft häufiger mit solchen Situationen konfrontiert werden, sondern dass es vernünftig weitergeht. So haben wir es in der vergangenen Saison weitestgehend alle gemeinsam hinbekommen und dafür gibt es vernünftige Konzepte. Wir halten uns sehr diszipliniert an die Vorgaben, wenngleich es nie eine Garantie dafür gibt, dass keine Fälle auftauchen. 

... die Verpflichtung von Sven Ulreich: Sven ist ein sehr professioneller Typ. Er ist jemand, der richtig Lust darauf hat, sich weiterzuentwickeln. Deshalb ist er auch den Schritt zum FC Bayern gegangen, wofür er damals viel Kritik bekommen hat. Er hat dort am Ende 70 Spiele gemacht und sehr viel gewonnen. Genau diese Mentalität versuchen wir bei uns reinzutransportieren. Wir wollen uns verbessern und haben mit ihm eine weitere Säule, die dabei hilft, sowohl jüngere Spieler als auch den Club als Ganzes weiterzuentwickeln. 

... die Zusammenstellung des Kaders: Wir haben in der Sommerpause gesagt, dass wir uns als Club weiterentwickeln wollen, was fälschlicherweise häufiger so heruntergebrochen wurde, dass wir nur noch junge Spieler entwickeln wollen. Das ist aber nur ein Teil davon und dafür benötigt man Säulen in der Mannschaft, die wir mit erfahrenen Spielern geholt haben. Wir haben in diesem Zuge auch nie abgestritten, dass wir einen ambitionierten Kader zusammenstellen wollen. Die Worte Ambition und Entwicklung standen in der Saisonplanung sehr weit vorne und mit dem zusammengestellten Kader unterstreichen wir das. Wir haben zwar gesagt, dass wir kleinere Brötchen backen müssen, aber das heißt ja nicht automatisch, dass die Brötchen nicht auch schmecken dürfen. Entscheidend ist, dass wir immer die Rahmenbedingungen im Blick haben.       

... den morgigen letzten Tag des Transferfensters: Bisher war es eine sehr konstruktive Transferperiode von allen Beteiligten. Man sieht, dass es hilft, wenn einige Protagonisten schon länger miteinander arbeiten. Wir haben immer gesagt, dass wir Ideen haben, für die es auch etwas Geduld bedarf. Denn am Anfang war es etwas zäh auf dem Markt. Mittlerweile ist sehr viel Bewegung und auch Hektik drin. Für uns war es wichtig, uns nicht von dieser Hektik anstecken zu lassen. Ich schließe nicht aus, dass bei uns auch morgen noch etwas passiert, aber es wird definitiv nicht etwas Wildes sein. Wir sind vorbereitet, haben unsere Hausaufgaben gemacht und werden unsere Augen und Ohren offen halten.