
Spieltags-Fakten
28.08.25
Die Fakten zum 112. Hamburger Stadtderby
Das Hamburger Stadtderby kehrt erstmals seit der Saison 2010/11 wieder auf die Bundesliga-Bühne zurück. Der Faktencheck mit allen wichtigen Infos.
#1 Hauptstadt der Bundesliga
Die 63. Bundesliga-Saison ist die erste ohne ein Derby im Ruhrgebiet, dafür gibt es 2025/26 wieder ein echtes Stadtderby. Das letzte fand in der Saison 2022/23 um die Berliner Vorherrschaft zwischen Union und Hertha statt. Erstmals seit der Saison 2010/11 kommt es im Oberhaus nun wieder zum Hamburger Derby. In der Bundesliga entschied der HSV die Hälfte aller Spiele gegen den Stadtrivalen (8 von 16) für sich. St. Pauli gewann nur 2 der 16 Derbys, das erste im Jahr 1977 sowie das letzte 2011. In der 2. Liga standen sich die Clubs von 2018 bis 2024 wiederum ein Dutzend Mal gegenüber.
#2 112. Stadtderby
Insgesamt ist es das 112. Aufeinandertreffen der beiden Vereine. Und auch die historische Gesamtbilanz spricht eine deutliche Sprache: In 70 von bis dato 111 Pflichtspielen verließen die Rothosen als Sieger den Platz, außerdem gab es 17 Remis und 24 Niederlagen. Auch das bis dato letzte Duell im Volksparkstadion ging an den HSV: Am 3. Mai 2024 siegten die Rothosen vor 57.000 Zuschauern im Volksparkstadion mit 1:0 und verhinderten damit den vorzeitigen Bundesliga-Aufstieg der Kiezkicker. Robert Glatzel erzielte damals nach Muheim-Ecke den goldenen Treffer. "Jedes Derby, das man gewinnt, behält man in guter Erinnerung. Unser letzter Sieg war nicht ganz unwichtig für alle HSVer", unterstrich Merlin Polzin in der Pressekonferenz und weiß: "Jedes Derby steht für sich. Wir sind maximal gewillt und überzeugt, der Liste am Freitag eine coole Geschichte hinzufügen zu können."
#3 Doppeltes Bundesliga-Comeback
Nicht nur das Stadtderby feiert eine Bundesliga-Rückkehr, sondern auch der Hamburger SV mit seinem ersten Bundesliga-Heimspiel seit mehr als sieben Jahren im Volksparkstadion. Am 12. Mai 2018 bestritten die Rothosen gegen Borussia Mönchengladbach letztmals in der Beletage des deutschen Fußballs eine Partie im eigenen Wohnzimmer. Der HSV setzte sich damals mit 2:1 durch Treffer von Aaron Hunt und Lewis Holtby durch. Nach dem 0:0 in Gladbach warten die Rothosen damit weiterhin auf ihr 2.938. Bundesliga-Tor. Am Freitag wäre dies dann übrigens nach 2.666 Tagen fällig. Diese Schnapszahl muss doch genutzt werden.
#4 Beide Teams mit Rückenwind
Nur 2 der 9 Partien des 1. Spieltags endeten unentschieden - die beiden Spiele mit Hamburger Beteiligung. Sowohl der HSV als auch der FC St. Pauli fuhren dabei gefühlte Siege ein. Die Rothosen absolvierten ein starkes Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach (0:0) und hätten sich kurz vor Schluss fast noch mit dem Siegtreffer belohnt. Die Kiezkicker machten im Heimspiel gegen den BVB auf der Zielgeraden aus einem 1:3-Rückstand noch ein 3:3 und holten in der Bundesliga erstmals seit dem 23. August 1996 (4:4 gegen Schalke) einen Punkt nach einem Zwei-Tore-Rückstand.
#5 Rückhalt Heuer Fernandes
Daniel Heuer Fernandes spielt seine 7. Saison im HSV-Dress und hat in bis dato 158 Pflichtspielen mit der Raute auf der Brust so gut wie alles erlebt. Zweimal wurde der mittlerweile 32-Jährige von den HSV-Fans zum Spieler der Saison gewählt, mehrfach verlor er aber auch seinen Stammplatz, den er in der diesjährigen Vorbereitung gegen einen starken Kontrahenten in Neuzugang Daniel Peretz verteidigte. In Mönchengladbach hielt Aufstiegsheld "Ferro" nun mit 4 Paraden seinen Kasten sauber und wurde mit fast der Hälfte aller Stimmen zum "Man of the Match" gewählt.
#6 Strafstoßkiller Vasilj
Auch die Kiezkicker haben mit Nikola Vasilj einen starken Schlussmann. Der Bosnier wehrte am 1. Spieltag ebenfalls vier Torschüsse ab, darunter einen Strafstoß von Serhou Guirassy. Damit hat der 29-Jährige in der Bundesliga 5 von 6 Strafstößen gehalten. Vasilj ist damit der einzige Torwart der Bundesliga-Historie, der bei mehr als 3 Strafstößen im Tor stand und mehr als 2 Drittel abwehrte. Auch im letzten Hamburger Stadtderby konnte er einen Elfmeter halten, parierte bei der 0:1-Niederlage spät im Duell mit Ludovit Reis (90.+7).
#7 Cheftrainer-Premieren
HSV-Trainer Merlin Polzin weiß als gebürtiger Hamburger bestens um die Bedeutung des Derbys und hat auf der Trainerbank der Rothosen als Co-Trainer auch 8 der insgesamt 12 Zweitliga-Derbys hautnah erlebt. Nun steht für ihn das erste Stadtderby als Cheftrainer an. Auf seinen Gegenüber Alexander Blessin, der in Stuttgart-Bad Cannstatt geboren ist, wartet gänzlich die Derby-Premiere.