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Interview

05.09.18

Khaled Narey: „Die HSV-Fans sind extrem!“

Pfeilschneller Dribbler mit Publikumsliebling-Potenzial: Khaled Narey spricht im Interview über seinen bisherigen Weg, die HSV-Fans und seinen Traum, den er sich gemeinsam mit dem HSV erfüllen will.

Khaled Narey hat sich binnen weniger Wochen nicht nur in die Stammelf, sondern auch in die Herzen vieler HSV-Fans gespielt. Mit seinen Dribblings, Sprints und Toren hat der 24-Jährige absolut das Zeug dazu, neuer Liebling der Hamburger Anhänger zu werden. Und diese Zuneigung ist beileibe keine Einbahnstraße, denn Narey ist seinerseits ein großer Fan der Fans. Doch wie tickt der Mann, der in der Vorbereitung gegen Monaco sowie beim ersten Saisonsieg in Sandhausen doppelt traf und auch im Testspiel gegen den FC Bayern die 1:0-Führung für den HSV erzielte? Wo liegen seine Wurzeln und was fasziniert ihn am meisten am Fußball und am HSV? Die HSVlive-Redaktion interviewte den Leverkusener aufgewachsenen Deutsch-Togolesen, der sich von der Regionalliga über die 3. Liga bis in die 2. Bundesliga hochgearbeitet hat und sein großes Ziel 1. Bundesliga unbedingt gemeinsam mit dem HSV erreichen will. HSV.de veröffentlicht Auszüge dieses Interviews.

Khaled, in den letzten fünf Jahren hast du bei vier verschiedenen Clubs gespielt. Bist du ein Wandervogel?

Ich habe viele Jahre im Nachwuchs von Bayer Leverkusen gespielt und bin dann von Bayers Regionalliga-Mannschaft zur U23 von Borussia Dortmund in die 3. Liga gewechselt, um den nächsten Schritt zu machen. Doch die Profi-Perspektive beim BVB war schwierig, deshalb habe ich mich nach Paderborn verleihen lassen und habe anschließend das Angebot aus Fürth angenommen. Für mich war das die richtige Entscheidung, die Spielvereinigung ist ein wirklich gut geführter Verein, der auf junge Spieler setzt und bei dem ich mich in der 2. Liga etablieren konnte.

Und dann kam das Angebot vom HSV.

Ja, da musste ich nicht lange überlegen. Und wenn es nach mir geht, dann bleibe ich jetzt länger, ich habe ja auch bewusst für vier Jahre unterschrieben. Denn auch wenn es aufgrund der letzten Jahre vielleicht so wirkt, bin ich absolut nicht der Typ, der nach einem Jahr schon direkt wieder weiterziehen will. Ich möchte gern länger bleiben.

Auf dem Spielfeld wirkst du auch, als hättest du dich gut eingelebt.

Ja, das geht bei mir immer schnell. Ich brauche nicht viel, um mich wohlzufühlen. Wenn meine Frau dabei ist und in der Mannschaft ein gutes Klima herrscht, dann bin ich glücklich. Und das ist hier der Fall, ich bin wirklich super aufgenommen worden, der Geist in der Mannschaft ist echt top.

Aber Leverkusen ist stets deine Heimat und wichtigste Anlaufstelle geblieben?

Ja, ich bin dort aufgewachsen, meine engsten Freunde leben dort und meine Familie natürlich. Deshalb fahre ich auch oft heim, besuche meine Eltern. Ich bin auch schon Onkel, da meine große Schwester bereits zwei Söhne hat, die möchte ich natürlich sehen. Und ich habe auch selbst noch einen kleinen Bruder, der ist 18. Ihn besuche ich auch gern und schaue mir dann seine Spiele oder die meiner Freunde in der Kreisliga an. Mir macht das großen Spaß, denn wenn das Spiel angepfiffen ist, dann ist Fußball einfach Fußball, ganz egal ob Bundesliga oder Kreisliga.

Bei dir ist es bis jetzt die 2. Bundesliga geworden. Verdankst du dies deinem großen Ehrgeiz?

Ich bin extrem ehrgeizig und zielstrebig, das stimmt. Und das war auch schon immer so. Aber es kommt ganz oft auch auf andere Faktoren an, natürlich auf das Talent, aber nicht zuletzt auch auf das nötige Quäntchen Glück. In Dortmund haben sie uns damals die Geschichte erzählt, dass Erik Durm Stürmer in der 2. Mannschaft war, aufgrund einer Verletzung aber nicht mit seinem Team unterwegs war, sondern in Dortmund sein Aufbautraining absolvierte. Und als nebenan beim Training der Profis plötzlich ein Rechtsverteidiger ausfiel, bat man ihn, einzuspringen und für das Abschlussspiel den Part hinten rechts zu übernehmen. Dabei hat er Jürgen Klopp so gut gefallen, dass der ihn direkt bei den Profis behalten und vom Stürmer zum Außenverteidiger gemacht hat. Und als der wurde Erik Durm dann 2014 Weltmeister. So spielt das Leben manchmal.

Was empfindest du vor dem Hintergrund, dass man mitunter auch einfach zur rechten Zeit am rechten Ort sein muss, wenn du ins vollbesetzte Volksparkstadion einläufst?

Ich bin dafür sehr dankbar. Ich weiß, was ich alles dafür getan habe, aber ich bin mir genauso bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist. Es ist etwas ganz Besonderes, in dieser Atmosphäre Fußball zu spielen. Die nehme ich auf dem Feld natürlich wahr und kriege das mit, das geht bei der Laustärke ja auch gar nicht anders. Auswärts ist es nicht anders. Wenn ich daran denke, wie viele Fans in Sandhausen oder auch im Pokal dabei waren – das waren ja gefühlte Heimspiele. Unglaublich! Ich bin sehr glücklich, bei solch einem besonderen Verein zu spielen.

Wie schätzt du die Chancen ein, dir gemeinsam mit dem HSV deinen großen Traum von der 1. Bundesliga zu erfüllen?

Es ist wirklich mein Kindheitstraum, in der Bundesliga zu spielen. Und ich bin überzeugt, es mit dem HSV zu schaffen. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die aber extrem viel Talent hat. Natürlich ist die 2. Liga alles andere als ein Selbstläufer, das ist uns absolut bewusst. Aber wir haben die Qualität und haben einen richtig tollen Trainer, der jeden einzelnen Spieler und uns als Mannschaft wirklich besser macht. Und wir haben die bereits angesprochene großartige Unterstützung durch die Fans. Wie laut es im Stadion ist und wie die Leute uns pushen – die HSV-Fans sind schon echt extrem.

Das komplette Interview lest ihr in der aktuellen Ausgabe des HSVlive-Magazins, das es ab sofort in den HSV-Fanshops zu kaufen gibt, oder online hier in der HSVlive-App.