
Nachbericht
05.04.26
Weiterer Punktgewinn auf „unserer Reise“
Die Rothosen trotzen im Heimspiel gegen Augsburg gleich mehreren Widerständen und belohnen sich am Ende mit einem wichtigen Zähler im Kampf um den Klassenerhalt.
Es war kein leichter Einstieg nach 14 Tagen Spielpause für die Rothosen. Im Heimspiel gegen den direkten Tabellennachbarn aus Augsburg (1:1) musste das Team von Cheftrainer Merlin Polzin ohne seinen Abräumer und Dauerbrenner (2.340 Minuten) Nicolai Remberg auskommen, der zum zweiten Mal in dieser Spielzeit gelbgesperrt zuschauen musste (zuvor beim 1:4 in Hoffenheim). Dabei wäre die Anfangsphase zwischen den Strafräumen ganz nach dem Geschmack des Sechsers gewesen: hektisch, zweikampfbetont, intensiv. Stattdessen hatte der HSV seine Mühe, Kontrolle über das Spiel zu gewinnen, agierte im eigenen Offensivspiel zu fahrig und musste zunächst einen Gegentreffer hinnehmen. Chaves staubte in der 23. Minute zum 1:0 aus Sicht des FCA ab. In der Folge fanden die Hamburger dann besser ins Spiel, näherten sich Stück für Stück dem gegnerischen Gehäuse von Finn Dahmen an, der vor und nach dem Pausenpfiff mehrfach den Ausgleich verhinderte. Beim 1:1 durch Ransford Königsdörffer (60.), dem eine starke Kombination im Mittelfeld vorausgegangen war, blieb der FCA-Keeper dann ohne Abwehrchance. Zu wuchtig und präzise drosch „Ransi“ nach Vorlage von Startelf-Rückkehrer Robert Glatzel den Ball zum Ausgleich und seinem fünften Saisontreffer in die Maschen. Der 24-Jährige zog damit an der Spitze der teaminternen Torjägerliste mit den Neuzugängen Fabio Vieira, Albert Sambi Lokonga, Rayan Philippe und Luka Vuskovic gleich. Viel wichtiger: Die Hamburger hatten durch seinen Treffer zum siebten Mal in dieser Saison einen Rückstand ausgeglichen – allein in der Rückrunde bereits zum fünften Mal.
„Das war außergewöhnlich“
„Wir haben in der Halbzeit eine Top-Reaktion gezeigt. Das war außergewöhnlich. Denn es ist nie einfach, den Schalter umzulegen, wenn du dir viel vorgenommen hast, aber dann merkst, dass du nicht so richtig im Spiel bist. Es zeichnet die Mannschaft aus, dass es weniger um das geht, was war, sondern um das, was wir in Zukunft beeinflussen können“, fand Coach Polzin in den Stimmen zum Spiel sehr lobende Worte für die Resilienz und Mentalität seiner Mannschaft, die sich im unmittelbaren Anschluss an den Ausgleich anschickte, die Partie sogar noch komplett zu drehen.
Doch da Luka Vuskovic per Kopf am Aluminium scheiterte und Kapitän Miro Muheim den siebten HSV-Platzverweis der Saison verursachte, war das hart erarbeitete Momentum dahin – zumindest vorerst. Denn auch in Unterzahl stand der HSV erneut auf, überstand mit etwas Glück – auch Michael Gregoritsch (74.) prüfte die Beschaffenheit des Aluminiums – die Drangphase der Fuggerstädter und setzte in der Schlussphase beinahe noch zum Lucky Punch an. „Wir haben hinten heraus komplett die Struktur verloren. Für die Zuschauer war es dann sicherlich ein geiles Spiel, aber für uns Trainer ist das nichts. Ich bin ganz schön durchgeschwitzt. Das war Chaos, und man muss froh sein, dass wir nicht noch ein Gegentor kassiert haben“, musste Gäste-Trainer Manuel Baum einräumen und mit Blick auf die Nehmerqualitäten der Rothosen anerkennen.
Und so konnte auch Polzin der erst zweiten Punkteteilung der beiden Clubs im 16. Bundesliga-Duell etwas Positives abgewinnen: „Es ist ärgerlich, dass nicht noch mehr drin war, aber wir wollen angesichts von 30 Minuten Unterzahl gegen einen Gegner mit so einer Qualität und Intensität auch nicht zu gierig sein. Wir nehmen diesen Punkt auf unserer Reise zum Erreichen unseres Ziels mit.“ Wohl wissend, dass jeder Punkt im Kampf um den Klassenerhalt von immenser Bedeutung sein kann. So teilten die Hamburger bereits zum zehnten Mal in dieser Saison die Zähler – so häufig wie keine andere Bundesliga-Mannschaft. Allein in der Rückrunde endeten sechs der elf Partien mit einem Remis. Ein Zeichen von Stabilität, die der HSV auch am kommenden Sonntag beim Auswärtsspiel in Stuttgart (Anstoß um 17.30 Uhr) wieder unter Beweis stellen will. Bis dahin haben die Rothosen eine lange Woche vor sich, in der mit Nicolai „Rambo“ Remberg ein weiterer, wenn nicht gar der größte Mentalitätsspieler im Team wieder zur Verfügung stehen wird.
