skip_navigation

Nachbericht

21.03.21

Wer ersetzt Terodde? Antwort: das Kollektiv!

Vor dem Heimspiel gegen Heidenheim wurde trotz zahlreicher Ausfälle nicht lamentiert. Der Erfolg und die gezeigte Leistung geben den Verantwortlichen Recht.

Die vergangene Woche begann für den HSV nicht optimal. Ein proaktiv durchgeführter Corona-Schnelltestam Montagvormittag brachte noch vor dem ersten Training einen positiven Fall zutage, der später durch den offiziellen PCR-Test bestätigt wurde. Zum Glück musste sich durch die gegriffenen Schutzmaßnahmen beim HSV im Anschluss nur Simon Terodde in eine 14-tägige Quarantäne begeben, der andere Teil des Teams durfte den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Doch was heißt „nur“? Ausgerechnet Terodde hieß es rund um den Volkspark bei vielen Fans und zahlreichen Medienvertretern. Einige Gazetten titelten „Wer ersetzt Terodde?“. Eine berechtigte Frage. Nach 20 Treffern und 4 Assists in seinen bisherigen 25 Saisonspielen ist der Stürmer schließlich DER Top-Torjäger des HSV. Auch Daniel Thioune verdeutlichte in der Pressekonferenzvor dem Spiel den Wert des 33-jährigen Führungsspielers für die Rothosen. „Simon Terodde hat unheimlich viele Qualitäten und versucht sie im Mannschaftsverbund einzubringen. Simon zu ersetzen fällt uns sehr schwer“, sagte der Cheftrainer, fügte aber im gleichen Atemzug hinzu: „Aber wir können es kompensieren. Ich habe aber immer gesagt, dass die Breite des Kaders beim HSV sehr gut ist, dass ich Spieler bei mir habe, die mit den Hufen scharren. Sie werden niemals von mir hören, dass ich jammere, dass zu viele bei uns ausfallen.“

Die Verantwortlichen blieben also ruhig. Ebenso, als Jeremy Dudziak sich am Mittwoch im Training die Schulter auskugelte und sich ebenfalls in die Spieler, die nicht zur Verfügung stehen würden, einreihte. Von einer turbulenten Woche, wie es zum Beispiel Sky in der Vorberichtserstattung formulierte, war man im internen HSV-Kreis weit entfernt. Und unter dem vom Trainer propagierten Motto „Jede Herausforderung ist eine sehr große Chance“ wurde das Vertrauen in die Mannschaft und die Ruhe mit einem verdienten und leistungsstarken 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Heidenheim (davor 13 von 15 möglichen Punkten aus 5 Spielen geholt) bestätigt und belohnt. Und die schöne und gleichzeitig einfache Antwort auf die Frage "Wer ersetzt Terodde?" mit „das Kollektiv“ beantwortet. 

"Es ist wichtig, dass wir den Ausfall von einigen Leistungsträgern heute als Team auffangen konnten" - Aaron Hunt

Natürlich könnte man jetzt auch sagen: durch Tim Leibold. Immerhin erzielte der nach seiner Rotsperre zurückgekehrte Kapitän beide Tore. Doch das wäre zu einfach. Denn hinter dem Erfolg standen viele Faktoren. „Ein Doppelpack wird mir in meiner Karriere nicht mehr so oft gelingen. Deshalb kamen auch die eine oder andere Nachricht mehr mit den Worten 'Ich würde Simon noch verdrängen'. Viel wichtiger als meine beiden Tore ist aber der Sieg. Diesen haben wir gestern durch eine geschlossene Mannschaftsleistung erreicht“, sagte der Linksfuß, der am Sonnabend nicht wie gewohnt als linker Verteidiger aufgestellt wurde, sondern im linken Mittelfeld als umtriebiger Antreiber fungierte.

„Von Anfang an waren wir als Team voll da und haben uns geschlossen reingehauen. Zu keiner Zeit hatte man das Gefühl, dass wir das Spiel aus der Hand geben“, bestätigte Manuel Wintzheimer, der seinem Kapitän das 2:0 mustergültig auf den Fuß servierte und vorher als einer derer genannt wurde, die Simon Terodde ersetzen könnten. Der zweite Name, der gehandelt wurde, war Bobby Wood. Daniel Thioune entschied sich schließlich nicht für einen, sondern dafür, gleich beide gelernten Stürmer in die Anfangsformation zu stellen. Das Duo sorgte dann auch dafür, dass die Heidenheimer schon frühzeitig in ihrem Aufbauspiel gestört wurden und fanden selber immer wieder Abschlussaktionen. „Wenn man sich die Szenen anschaut, dann kann ich mich auch selber ärgern. Natürlich möchte ich auch Tore schießen. Aber wir haben gewonnen, deshalb ist es egal. Wir sind als Mannschaft sehr stabil. Das hat man gestern gesehen. Wir haben einen breiten Kader, egal wer ausfällt“, sagte Bobby Wood im Anschluss.

Als Vollstrecker fungierte an diesem Tag Tim Leibold mit seinem ersten Doppelpack seiner Profikarriere. „Kompliment an das ganze Team, jeder Einzelne war heute voll da. Es ist wichtig, dass wir den Ausfall von einigen Leistungsträgern heute als Team auffangen konnten“, fasste Aaron Hunt noch einmal stellvertretend zusammen. Dies soll nun auch in den kommenden Crunch-Wochen das Faustpfand des HSV sein. Denn mit einer guten Nachricht ging die Woche zu Ende: Mit Toni Leistner, David Kinsombi, Jeremy Dudziak, Rick van Drongelen und hoffentlich auch Simon Terodde könnten in der Länderspielpause sogar alle Akteure in das Teamtraining zurückkehren, die am Sonnabend noch gefehlt haben, und damit das Kollektiv komplettieren.