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23.01.20

Erster Erinnerungskoffer-Besuch ein voller Erfolg

Die demenziell erkrankten Menschen haben gemeinsam gelacht, sich gegenseitig Geschichten erzählt und Wissen ausgetauscht: Der gestrige Premierenbesuch mit dem Erinnerungskoffer in einer Pflegeeinrichtung in Poppenbüttel war ein voller Erfolg.

Am gestrigen Mittwochvormittag (22. Januar) war es soweit: Der erste Besuch mit dem Erinnerungskoffer in der Tagespflegeeinrichtung „Hospital zum Heiligen Geist“ in Poppenbüttel stand auf dem Programm. Um 10.30 Uhr trafen sich zwei freiwillige HSV-Helfer und vier an dem Projekt beteiligte Studierende der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg in der Pflegeeinrichtung mit acht demenziell erkrankten Bewohnern.

Eine Stunde lang tauschten sich die an Demenz erkrankten Personen gemeinsam mit den Helfern und Studierenden offen über ihre HSV-Erlebnisse der Vergangenheit aus. Die Bewohner gaben ihr Wissen an andere weiter und lachten oft über erzählte Anekdoten aus der Vergangenheit. Die Exponate aus dem Erinnerungskoffer dienten dabei als Erinnerungsstütze. So zum Beispiel auch ein Foto von HSV-Legende Uwe Seeler, bei dem sich ein demenziell erkrankter Bewohner daran erinnerte, dass das Bild früher oft in der Zeitung erschienen ist. Auch an Straßennamen oder Orte konnten sich die demenziell erkrankten Personen dank der verschiedenen Exponate erinnern. Am Ende des Besuchs tanzten zwei Bewohner sogar auch noch zur HSV-Musik aus dem Erinnerungskoffer.

Neben den beiden HSV-Helfern, die beim gestrigen Besuch dabei waren, gibt es noch 13 weitere Freiwillige, die ihre Leidenschaft für den Verein gern mit demenziell erkrankten Personen teilen möchten. Im Dezember hatte der HSV nach ehrenamtlichen Helfern für dieses Projekt aufgerufen und darauf einige Rückmeldungen bekommen. Diese Freiwilligen wurden dann am 12. Dezember bei einer 90-minütigen Informationsveranstaltung im Volksparkstadion von Studierenden der HAW Hamburg sowie der HSV-Fanbeauftragten Fanny Boyn noch einmal genauer über den Hintergrund, die Zielsetzung und den Ablauf des Projektes sowie ihre zukünftigen Aufgaben als Helfer informiert. Am 7. Januar ging das Projekt dann direkt in die nächste Runde: Im Rahmen einer 90-minütigen Schulung an der HAW Hamburg, die von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft unterstützt wurde, bereiteten Mitarbeiter des Departments Pflege und Management die 15 freiwilligen Helfer des HSV auf die Erinnerungsarbeit in den Pflegeheimen vor.

Nach der erfolgten Schulung stand nun der erste Besuch in einer Pflegeeinrichtung an, der aufgrund des offenen und freundlichen Austauschs der Bewohner als voller Erfolg zu werten ist. Das Projekt soll nun verstetigt und im Laufe des Jahres weiterentwickelt werden.

Über das Projekt „Erinnerungskoffer“:

Der „Erinnerungskoffer“ ist in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg entstanden und enthält Exponate aus der Historie des HSV. Da sich demenziell Erkrankte an bedeutende Lebensereignisse sowie das Erleben von Gefühlen lang erinnern können, sollen durch Gespräche über die Exponate glückliche Gedanken und Erlebnisse bei den Menschen mit Demenz hervorgerufen werden. Diese Erinnerungsarbeit kann bei den Erkrankten die Identität stärken, Einsamkeit vorbeugen, das Wohlbefinden verbessern und insbesondere Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.