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Nachwuchs

27.07.21

"Durchschnitt zu akzeptieren, ist nicht mein Anspruch"

Ricardo Moniz spricht im HSVlive-Interview über seine Rückkehr zum und seine Ziele beim HSV.

Nach mehr als elf Jahren ist Ricardo zurück beim HSV. Im HSVlive-Interview spricht der Niederländer über sein Verständnis des modernen Fußballs, erklärt, warum er das ständige Verlassen der eigenen Komfortzone zu einer Art Lebensmotto für sich ausgerufen hat und wie wichtig ihm die Tugend Ehrgeiz ist. Dabei kommt er zu dem Schluss: Fußball ist ein einfaches Spiel.

Wenn Ricardo Moniz auf den Trainingsplätzen des Campus steht, dann ist das für jedermann im Umfeld ersichtlich: Moniz sprintet über den Platz, treibt die Jungs an, unterbricht immer wieder Übungen, fordert lautstark maximale Qualität. Ganz egal, welche Altersklasse er in seiner neuen Funktion als Individual- und Übergangstrainer begleitet: Auf dem Platz ist er immer ganz in seinem Element und arbeitet mit den Jungs an den Feinheiten, die sie letztlich zu besseren Fußballern machen und den Sprung in den Profibereich ermöglichen sollen. Eingebüßt hat er dabei seit seinem Weggang aus Hamburg im Jahre 2010 an Leidenschaft und Einsatzbereitschaft kein bisschen. „Das ist so in mir drin, ich kann gar nicht anders, als nur das zu machen, von dem ich auch wirklich überzeugt bin. Und ich bin absolut vom HSV überzeugt“, sagt der 57-Jährige. „Ich war lange weg und bin dennoch immer noch der gleiche. Ein Fußballverrückter, für den es nichts Schöneres gibt, als Fußball zu spielen und das Spiel zu verbessern.“ Nachdem der Niederländer die Profis des HSV bereits von 2008 bis 2010 zunächst als Techniktrainer und dann kurzzeitig als Interimstrainer betreute, überzeugte ihn Nachwuchsdirektor Horst Hrubesch ein Jahrzehnt später zur Rückkehr an die Elbe. Im NLZ soll er gemeinsam mit den Chef- und Individualtrainern die Nachwuchsspieler detailliert fördern, den Talenten beim Sprung in den Profikader helfen und die Verzahnung zwischen Nachwuchsbereich und Profiabteilung damit weiter vorantreiben. „Das bisher war das Aufwärmen, jetzt legen wir richtig los“, sagt Moniz und unterstreicht damit einmal mehr: Er brennt für diese Aufgabe, er brennt für diesen Verein und kann es kaum erwarten, die Nachwuchsspieler mit seiner Leidenschaft für den Fußball anzustecken.

Willkommen zurück in Hamburg, Ricardo! Schön, dich wieder im HSV-Dress zu sehen. Wie geht es dir?

Vielen Dank, ich freue mich sehr. Es hat ehrlich gesagt nicht lange gedauert, bis ich mich hier wieder sehr heimisch gefühlt habe. Ich merke an sehr vielen Ecken, dass die Leute hier brennen, die haben Bock darauf, den HSV bestmöglich aufzustellen und Entwicklung voranzutreiben. Ich bin erst ein paar Wochen wieder hier und habe das von Anfang an gespürt. Das ist fantastisch zu sehen. Die Frage ist: Wie setzt du das um?

Du warst in der Vergangenheit unter anderem als Technik- und Interimstrainer im Profibereich aktiv, jetzt hilfst du bei der Ausbildung der Toptalente. Ein ungewohntes Arbeitsumfeld für dich? 

Meine Position hat sich auf jeden Fall verschoben. Ich habe bisher hauptsächlich im Herrenbereich gearbeitet, mit gestandenen Spielern. Das ist natürlich im Nachwuchs etwas anderes. Nun geht es darum, den Spielern dabei zu helfen, dass sie ihren Traum vom Profifußball realisieren können. Ich hoffe, dazu beitragen zu können, dass wir langfristig immer mehr Spieler in die Profimannschaft integrieren und diese Verbindung von Hamburg, dem HSV und gutem, attraktiven Fußball stärken können.

Du hast den HSV 2010 verlassen. In der Zwischenzeit hast du unfassbar viel erlebt, viele Länder gesehen, einige Cheftrainerpositionen besetzt. Man kann sagen: Du kennst dich in der Fußballwelt ziemlich gut aus. Was bedeuten dir dabei Hamburg und der HSV?

Ich habe den HSV immer in einer fantastischen Erinnerung behalten. So eine Nähe zu den Anhängern aber auch im Verein an sich habe ich nie wieder erlebt. Ich habe wirklich viel gesehen, war insgesamt in 14 Ländern unterwegs und durfte dabei bei vielen tollen und gut organisierten Vereinen arbeiten. Darüber bin ich sehr froh. Im Vergleich zu Hamburg ist mir das alles aber immer kalt vorgekommen. Eine solche Wärme wie hier habe ich nirgendwo anders gefunden. Einen Verein wie den HSV kannst du nicht kopieren. Das ist einfach im Blut.

Du bist nun als Individual- und Übergangstrainer angestellt und sollst die Nachwuchstalente spezifisch verbessern. Wie genau können wir uns deine Arbeit vorstellen, welche Reize möchtest du als Trainer setzen?

Der Ausdruck „Individualtraining“ ist in meinen Augen irreführend, weil du Fußball immer im Gesamtkontext sehen musst. Es ist schließlich eine Mannschaftssportart, du musst also jeden einzelnen Spieler immer in Relation zum Rest des Teams sehen. Ich glaube, als Trainertyp bin ich extrem. Ich sage den Jungs, dass sie jetzt, in diesem Moment, eine Chance haben. Wenn sie die nicht nutzen, kann ihr Leben komplett anders verlaufen. Provokativ formuliert. Die Spieler kommen hier im NLZ in ein sehr behütetes Umfeld. In diesem Umfeld gilt es, Reize zu setzen, sie herauszufordern, die Konfrontation zu suchen. Wenn du mehr tust als alle anderen, dann schaffst du es. Gleichzeitig gilt: Du musst auch wirklich mehr tun als die anderen. Das ist das Geheimnis des Fußballs. Mehr ist es nicht. Keine Laptops, keine Arbeitsmappe, keine Präsentationen. Nichts. Du musst als Trainer die Herzen der Kinder erreichen, dass sie bei sich sind und Persönlichkeit ausbilden. Die Kinder bestimmen ihre Karriere. Und dabei wollen wir sie unterstützen.

Wenn man ein bisschen über dich recherchiert, fallen oft die Schlagworte Sorgfältigkeit, Tiefgründigkeit und Detailverliebtheit. Teilweise wirst du auch als Technik-Nerd betitelt. Würdest du mit dieser Einschätzung von dir selbst mitgehen?

Überhaupt nicht. Weil es so klingt, als sei Fußball ein komplexes, schwer zu entzifferndes Spiel, das ich versuche zu entschlüsseln. Das ist es aber gar nicht. Ich glaube, der Fußball ist viel simpler als viele heute meinen. Es wird viel zu viel drum herum geredet. Dabei sind es ganz wenige Punkte, die den Fußball ausmachen: Offensiver Fußball, kreativer Fußball, Spiele vor Publikum, viele Tore erzielen, 50 Prozent der Spieler aus eigenem Nachwuchs beziehen – du kaufst nur in Ausnahmefällen ein, den Rest regelst du über den eigenen Nachwuchs, da hast du mehr von. Identität steigern. Darum geht es für mich. Klingt nicht so komplex, oder?

Welche Art von Spiel siehst du denn am liebsten von einer Mannschaft?

Ich liebe offensiv ausgelegte Spiele, will immer den Ball haben – aber nicht, um ihn dann zurückzuspielen, sondern nach vorne. Ich will dominante Kreativlösungen finden. Raus aus der Komfortzone, nie rein. Das ist auch mein ganz persönliches Motto. Darum war ich in 14 Ländern und quasi nie zu Hause. Nie in der Komfortzone. Keinen Tag. Ich habe immer den Anspruch an mich selbst, die eigene Grenze stets zu verlegen. Das erwarte ich auch von meinen Mannschaften.

Die eigene Grenze stets verlegen, das müssen Nachwuchsspieler auch, wenn sie den Sprung in den Profibereich schaffen möchten. Welche Tugenden, welche Eigenschaften sind dafür deiner Meinung nach entscheidend?

In erster Linie maximaler Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen. Schon in jungen Jahren müssen die Jungs eigentlich fertig ausgebildet sein, wenn sie sich in der Bundesliga behaupten möchten. Du darfst dann kein Junge mehr sein, musst ein Mann sein. Sonst wirst du in der Kabine nicht akzeptiert. Wenn ich an meine erste Zeit hier beim HSV zurückdenke, saß ich da mit Fußballern wie Ze Roberto, Ruud van Nistelrooy, David Jarolim oder Frank Rost. Die hatten alle den Anspruch an sich selbst und an die Mannschaft, außergewöhnlich gut zu performen. In so einem Umfeld kannst du nur bestehen, wenn du eine spezifische Waffe hast, wenn du selbst außergewöhnlich bist. Du musst etwas mitbringen, das sonst niemand mitbringt. Und du musst dir dessen auch bewusst sein, ein Selbstverständnis ausstrahlen. Ich glaube, dieses Selbstverständnis fehlt vielen Spielern heute.

Das liegt sicherlich auch daran, dass die Spieler, die heute zu den ersten Mannschaften stoßen, immer jünger werden und teilweise noch Jugendliche sind, wenn sie im Profibereich ankommen.

Ja, absolut. Aber so ist das Geschäft, dann musst du da sein. Es ist ja auch normal, dass du mit 17, 18 Jahren noch nicht erwachsen bist. Das weiß ich und das wissen auch alle anderen hier im NLZ. Im modernen Fußball musst du den Sprung aber verhältnismäßig früh schaffen, wenn du dich durchbeißen willst. Dafür sind wir letztlich da: Die Jungs aus ihrer Komfortzone herauszureißen, sie jeden Tag zu fordern, ihnen zu zeigen, wie es gehen kann und spezielle Waffen auszubilden.

Eine spezielle Waffe auszubilden, was heißt das genau?

Unter einer fußballerischen Waffe verstehen wir ein spezifische Qualität, die außergewöhnlich ist und die so nicht jeder mitbringt. Es ist doch so: Heute siehst du im Nachwuchs, aber auch in der Bundesliga viele Spieler, die in allem gut sind, aber in keiner Disziplin herausragend. Es ist sehr viel weniger Persönlichkeit auf dem Platz. Schaffen wir es aber, bei einzelnen Spielern eine besondere Fähigkeit auszubilden, dann bestimmen diese Spieler auch das Spiel. Und das wiederum löst dann alles weitere aus: Wenn die Spielerpersönlichkeiten und der Spirit auf dem Platz stimmen, brauchst du auch den Trainer gar nicht mehr groß. Auch die Fans sind dann sofort da. Ich weiß, die ganz alten Geschichten wollen die Jungs hier gar nicht mehr hören. (lacht) Aber Horst Hrubesch zum Beispiel, der hat sich mit Manni Kaltz einfach blind verstanden. Das war nicht groß abgestimmt, das war einfach drin. Das ist so eine Waffe. Dadurch haben die beiden das Spiel gelenkt, ohne, dass man ihnen das von außen sagen musste. Das meine ich. Taktik, Spielzüge, das alles ergibt sich von selbst, wenn du eine Einheit auf dem Platz bist. Da sind wir wieder beim Thema: Fußball kann so einfach sein.

Das Schlagwort Ehrgeiz ist bereits gefallen. Welchen Stellenwert nimmt das Thema in der Arbeit mit Jugendlichen ein?

Einen sehr großen, das ist meiner Meinung nach gar nicht zu überschätzen. Vor allem in der Pubertät, wenn sich die Persönlichkeit der Jugendlichen am stärksten ausbildet. Da zeigt sich, wer den Mut hat, den schwierigen Weg zu gehen. Aber unabhängig vom Alter ist der Glaube an dich selbst in jeder Lebensphase und in jeder Lebenssituation entscheidend. Du kannst jeden Tag etwas entscheiden, das dich voranbringt – oder eben nicht. Und selbst, wenn du vermeintlich einen Schritt zurückgehst, kann dich der am nächsten Tag wieder nach vorne bringen. Dieses Bewusstsein darüber, dass jede unserer Entscheidungen Konsequenzen in alle möglichen Richtungen mit sich zieht, will ich bei den Jungs schärfen. Wenn du nicht an dich glaubst, kannst du auch nicht vorankommen. Ich sage mir immer: Alles, was bisher passiert ist, kannst du nicht mehr ändern. Du musst im Hier und Jetzt starten. Das bisher war das Aufwärmen, jetzt legen wir richtig los. Dazu musst du aber bereit sein. Diese intrinsische Motivation muss jeder Spieler – auch in der Jugend – mitbringen. Über Ehrgeiz landen wir dann auch dabei, dich selbst zu challengen. Mehr von dir zu verlangen. Du musst dich permanent herausfordern, wenn du vorankommen möchtest. Nicht nur als Sportler. Wenn du der Beste sein willst, dann musst du deutlich mehr trainieren als alle anderen. Anders wird das nicht funktionieren. Das hört sich doch schon wieder recht einfach an, oder? (lacht)

Nachwuchsdirektor Horst Hrubesch hat zuletzt immer wieder betont, wie wichtig es ist, die Persönlichkeit der Jugendlichen zu entfalten. Sie ihren eigenen Weg gehen zu lassen. Siehst du die Gefahr, dass das bei all dem Ehrgeiz verloren gehen könnte?

Im Gegenteil, ich glaube, das befruchtet einander. Es soll ja nicht darum gehen, aus Jugendlichen Maschinen zu machen, die in jeder Sekunde funktionieren müssen. Das ist unmenschlich. Der moderne Fußballapparat ist sehr viel breiter angelegt als noch in der Vergangenheit. Es gibt viel mehr KnowHow über Ernährung, Schlaf, Regeneration. Das ist eine großartige Unterstützung. Aber wir dürfen dabei nicht vergessen, aus den Jungs Persönlichkeiten zu machen. Keinen Einheitsbrei. Diese Persönlichkeit wird auf dem Platz ausgebildet, das fängt im ganz frühen Alter, bei sechs- oder achtjährigen Kindern an. Das eigene Selbstverständnis, der Beste zu sein, aber dabei im Sinne der Mannschaft zu spielen, sich für andere einzusetzen, Schwächere als Team mitzunehmen. Das meine ich mit Ehrgeiz, mit Wille, mit Leidenschaft. Diese Wesenszüge des Fußballs haben sich aller Technik, aller Modernität zum Trotz nicht geändert.

Inwiefern lässt sich Ehrgeiz denn überhaupt trainieren? Handelt es sich dabei nicht letztlich um eine intrinsische Fähigkeit?

Beides. Natürlich ist es Aufgabe der Trainer und des Staffs, Ehrgeiz bei den Spielern auszubilden und herauszustellen. Wir müssen das aktiv vorleben. Klar. Positiv aggressiv sein. Aber ein bisschen Verantwortungsgefühl muss auch der Einzelne mitbringen. Die Spieler müssen – wieder provokativ formuliert – realisieren: Ohne Fußball bin ich nichts, dann übe ich irgendwann einen in Anführungszeichen „normalen“ Job aus. Was ja auch schön sein kann, das ist überhaupt nicht despektierlich klingen. Ich bin gelernter Physio, musste dafür aber vier Jahre studieren. Mit Fußball hingegen kannst du deinen Traum, wenn du möchtest, sehr viel schneller erfüllen. Das liegt in deiner Verantwortung. Für mich muss ich klar sagen: Durchschnitt zu akzeptieren, ist nicht mein Anspruch. Alle Mitarbeitenden müssen hier jeden Tag alles geben, das Optimum rausholen – Trainerteams, Scouts, aber auch alle Mitarbeiter in der Geschäftsstelle, dem Campus, die Hilfskräfte, jeder. Diese Leute sind das Fundament in der Pyramide des Vereins. Und nicht weniger Leidenschaft erwarte ich von den Spielern. Die müssen die Raute mit Stolz auf der Brust tragen und ein Gefühl dafür entwickeln, was es eigentlich bedeutet, dass sie Teil dieses Vereins sein dürfen.

Die im Fußball so oft gestellte Frage, ob Ehrgeiz am Ende Talent schlägt, würdest du also mit Ja beantworten?

Nein, denn Ehrgeiz ist auch ein Talent. Fußball ist das Schönste auf der Welt und das Hobby von allen, die wir hier sind. Was wir hier im NLZ heraussuchen möchten, sind nicht nur die fußballerischen Talente, sondern die Arbeitstalente. So nenne ich sie. Junge Spieler, die die Anlagen mitbringen, die dich zum gestandenen Profi machen können. Wenn ich mich an meine frühere Zeit in Hamburg erinnere, dann meine ich damit Spieler wie Ivica Olic, Marcell Jansen, Piotr Trochowski, Basti Reinhardt. Das waren nicht unbedingt die begnadetsten Fußballer, aber unfassbar ehrgeizig und willensstark. Heute sieht man das auch noch. Robert Lewandowski bringt das mit, Cristiano Ronaldo auch. Das sind Arbeitstalente, die – obwohl sie in der absoluten Topspitze der Welt angekommen sind – immer noch fest daran glauben, dass sie besser werden können und dafür alles investieren. Und man sieht ja: Es klappt. Sie werden gefühlt immer besser. Natürlich ist es utopisch, unsere Spieler mit Cristiano Ronaldo zu vergleichen, darum geht es nicht. Aber wir wollen ihnen ein Gefühl dafür vermitteln, dass die Arbeit an dir selbst nicht aufhört. Zu keinem Zeitpunkt deines Lebens. Spieler, die diese Begierde verkörpern, die wollen wir selektieren.

Welche Punkte sind dir darüber hinaus im Umgang mit jugendlichen Fußballern noch wichtig?

Spontanität, Kreativität, eine Einheit zu sein, eine gute Energie auszustrahlen, sich dabei aber trotzdem streiten zu können. Konfrontation auf dem Platz als auch im Umfeld ist wichtig, damit du letztlich auch weiterkommst. Außerdem ist Leadership entscheidend. Auf allen Ebenen. Du brauchst Leute, die über dem Mittelmaß funktionieren und die anderen mitreißen. So funktioniert Fußball. Sowohl im Verein als Ganzes als auch auf dem Platz. Das sieht man dann ja auch, wenn sich auf dem Platz eine Euphorie entfacht, die Fans sind dann auch dabei, werden mitgerissen. Dann kann eine Dynamik entstehen, die du dir eigentlich gar nicht erklären kannst. Hast du das Gefühl, die Jungs im NLZ nehmen das auch so an? Ich bin noch nicht lange genug hier, als dass ich das beurteilen könnte. Was ich merke, ist, dass die Jungs wissbegierig sind und das alles aufnehmen. Mir ist aber bewusst, dass ich mit meinem Auftreten auch provoziere, dass ich extrem wirken kann. Das ist aber letztlich genau das, was ich will. Die Jungs sollen sich herausgefordert fühlen. Ich will sie kitzeln, aus ihrer Komfortzone bringen. Zu Hause werden sie schließlich nicht besser. Wenn du denkst, 90 Prozent reichen, wirst du schnell merken, dass das so nicht funktioniert. Dazu ist die Konkurrenz viel zu groß. Den Willen, sich ständig zu quälen und daran auch noch Spaß zu haben, möchten wir ausprägen. Das können wir letztlich aber nicht komplett forcieren. Das macht meine Aufgabe hier so spannend. Wir können unseren Jungs die Hilfestellung geben, letztlich müssen sie das aber so für sich annehmen und umsetzen. Ich weiß selbst noch nicht, in welche Richtung es sich entwickelt und wie gut es funktionieren wird. Aber ich bin bereit, alles dafür zu geben.