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Saison

02.04.20

„Dieser Organismus lebt“

Das neue Vorstandsduo Frank Wettstein/Jonas Boldt spricht im Interview auf hsv.de über sein Rollenverständnis, über die Auswirkungen der Pandemie und über persönliche Eindrücke.

Seit vergangenen Sonnabend wird die HSV Fußball AG durch ein Vorstandsduo geführt. Frank Wettstein und Jonas Boldt wurden am 28. März vom Aufsichtsrat beauftragt, die Geschäfte ab sofort ohne den bisherigen Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann zu leiten. Im Interview mit hsv.de erklären die beiden ihre Herangehensweise und den Umgang mit der aktuellen Corona-Krise.

 

Wie haben Sie von der Aufsichtsratsentscheidung, dass Bernd Hoffmann freigestellt wurde und Sie beide nun als Vorstandsduo fungieren sollen, erfahren?

Frank Wettstein: Wir wurden am Sonnabendnachmittag von Max-Arnold Köttgen, dem bis dato amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden, zunächst über die Freistellung von Bernd Hoffmann und dann über seine persönliche Amtsniederlegung telefonisch informiert. Später am Nachmittag waren wir dann noch im Austausch mit Marcell Jansen in seiner neuen Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Was erwarten und/oder erhoffen Sie sich vom AR-Vorsitzenden Marcell Jansen?

Frank Wettstein: Ich denke, wir sollten Marcell Jansen zunächst ausreichend Zeit gewähren, um sich in diesem Amt einzufinden und dann in Abstimmung mit den weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrats und uns als Vorstand die Schwerpunkte der Tätigkeit festlegen. Wir kennen Marcell lange genug als Spieler, als Mitglied des Aufsichtsrats und als Präsident des e.V. Daher können wir sehr gut einschätzen, wie Marcell denkt und arbeitet und brauchen demnach gar keine Erwartungen zu formulieren.

Jonas Boldt: Wir hatten vor Marcells Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden einen guten, vertraulichen Austausch und werden diesen auch weiterhin pflegen. Wir hatten ja auch schon ein Gespräch in der neuen Konstellation, bei der Marcell als Aufsichtsratsvorsitzender noch einmal klar die Rollenvergabe definiert hat: Die Räte kontrollieren und beraten uns, stehen wie bisher unterstützend zur Seite, wir als Vorstand verantworten das operative Geschäft und führen es.

Mit Ihnen beiden sowie Marcell Jansen besitzt der HSV wohl eines der jüngsten Führungstrios im deutschen Profifußball. 34, 38, 46 – wie beurteilen Sie diesen Umstand?

Frank Wettstein: Für mich bedeutet das lediglich, dass ich offensichtlich der Älteste bin. Ansonsten spielt gerade im Fußball das Alter keine gewichtige Rolle.

Jonas Boldt: Ich müsste mal nachrechnen, wie lange ich schon im Profigeschäft dabei bin. Das Alter ist nicht entscheidend, es geht um ganz andere Dinge.

Wie wird sich die Arbeit im Vorstand ändern, da er nunmehr nur noch aus zwei statt drei Personen besteht?

Jonas Boldt: Ich sehe die Veränderungen der Arbeit als nicht so gravierend. Es geht darum, dass wir das vorhandene Teamplay fortsetzen, unseren weiterhin handlungs- und wettbewerbsfähigen Abteilungen und Fachbereichen Vertrauen schenken und richtige Entscheidungen treffen.

Frank Wettstein: Und sobald Themen die unterschiedlichen Vorstandsressorts betreffen oder eine gewisse Tragweite für den HSV erreichen, werden wir uns wie bisher auch darüber austauschen und gemeinsam entscheiden.

Wie konkret werden die bisherigen Bereiche von Bernd Hoffmann aufgeteilt und bearbeitet?

Frank Wettstein: Damit alle Mitarbeiter sich orientieren können, haben wir entschieden, dass Jonas sich um den Bereich Kommunikation und ich mich um den Bereich Vermarktung kümmern werde. Diese Aufteilung ist aber jetzt nicht für alle Ewigkeiten manifestiert. Zudem werden wir uns gerade in diesen Geschäftsbereichen sehr eng abstimmen und ergänzen.

Ist es ungewöhnlich, dass ein Vorstand eines Bundesliga-Clubs nur aus zwei Personen besteht und keinen Vorsitzenden ausweist?

Frank Wettstein: In der Bundesliga findet man alle möglichen Konstellationen, manchmal nur einen Vorstand oder Geschäftsführer und in der Spitze fünf oder sechs. Klar ist aber, je kleiner ein solches Gremium ist, desto weniger bedarf es eines Vorsitzenden. Bei zwei Mitgliedern, insbesondere, wenn diese so unterschiedlichen Ressorts besetzen wie wir beim HSV, halte ich es überhaupt nicht für zweckdienlich.

 

"Ich erkenne beim HSV jede Menge Zusammenhalt"

 

Wie gehen Sie damit um, dass in einigen Medien davon die Rede ist, der HSV sei nicht einmal in Zeiten der Corona-Pandemie fähig, Zusammenhalt zu demonstrieren?

Jonas Boldt: Das überrascht mich. Ich erkenne beim HSV jede Menge Zusammenhalt. Und ich habe große Hoffnungen, dass wir gestärkt aus dieser Corona-Krise kommen werden.

Frank Wettstein: Wer Einblick in die Geschäftsstelle des HSV hat, der würde eine solche These niemals aufstellen. Ich erkenne hier einen sehr großen Zusammenhalt über alle Geschäftsbereiche.

Stellt die personelle Veränderung gerade im Hinblick auf die mit den Sponsoren und Partnern zu führenden Gespräche einen Bruch dar?

Frank Wettstein: Die Herausforderung ergibt sich weniger aus der Entscheidung des Aufsichtsrats, sondern sie resultiert aus der gesamtwirtschaftlichen Krise auf Grund der Corona-Pandemie. Gerade jetzt hinterfragen Sponsoren ihre Engagements, und da ist auch entscheidend, wie der HSV wirtschaftlich und sportlich die Krise überstehen will und wird. Das können Jonas und ich ganz sicher verdeutlichen. Die Situation ist eher vergleichbar mit der Phase vor zwei Jahren, als durch den drohenden Abstieg gleiche Fragen an uns gerichtet wurden. Hier gelang es auch, das Kommitment der Partner zum HSV durch die gezielte Ansprache und Beantwortung genau dieser Fragen bereits vor dem Saisonende für die Zeit nach dem Abstieg einzuholen. Im Übrigen werden die allermeisten Gespräche auf der operativen Ebene von unserem Direktor Henning Bindzus, seinen Mitarbeitern und den Mitarbeitern unseres Vermarktes Lagardère Sports geführt.

Wie ist der HSV unterhalb des Vorstands aufgestellt?

Jonas Boldt: Aus meiner Sicht, der ich erst vor ein paar Monaten nach Hamburg gekommen bin, gab es hier im Club nach dem verpassten Aufstieg in der vergangenen Saison eine deutlich spürbare Depression. Davon war aber schon während der Sommer-Vorbereitung nicht mehr viel vorhanden. Wir haben kompetente Fachbereiche, hungrige Mitarbeiter und eine Dynamik, die in die richtige Richtung geht. Wie gut wir bereichsübergreifend miteinander kommunizieren und Themen vorantreiben, auch und gerade jetzt bei erschwerter Kommunikationslage in Home Offices, gefällt mir sehr. Dieser Organismus lebt.

Frank Wettstein: Gerade die Corona-Krise zeigt, dass die gesamte HSV-Organisation handlungsfähig ist und wir in allen Bereichen gut aufgestellt sind. Wir konnten alle Bereiche im Höchsttempo ins Home Office verlagern, ohne dass dies Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit oder die Zusammenarbeit hatte. Die Geschäftsstelle funktioniert.

Wie wird die Entscheidungsfindung künftig aussehen? Was machen Sie bei Patt-Situationen?

Jonas Boldt: Miteinander reden, diskutieren und lösungsorientierte Ansätze wählen.

Frank Wettstein: Richtig. Hier dürfte sich also auch nicht allzu viel ändern. Bei allen bisherigen Entscheidungen haben Jonas und ich keine tiefgründigen Meinungsverschiedenheiten gehabt. Und wenn dies zukünftig einmal der Fall sein sollte, dann wird die Diskussion um den richtigen Beschluss noch nicht zu Ende sein können.

Was sind aus Ihrer Sicht die Zutaten für ein Erfolgsrezept im Profifußball? Konkreter: Was braucht es beim HSV, um langfristig erfolgreich zu sein?

Frank Wettstein: Kontinuität, eine schlüssige Strategie und Durchhaltevermögen.

Jonas Boldt: Geschlossenheit, Ruhe und Überzeugung.

Welche Aufgaben stehen in der aktuellen Zeit und im Zeichen der Corona-Pandemie im Fokus?

Frank Wettstein: Für uns war es zunächst immens wichtig, dass wir die Kontakte auf der Geschäftsstelle und im Trainingszentrum beziehungsweise in der Alexander-Otto-Akademie auf ein Minimum beschränken können. Daher haben wir von jetzt auf gleich eine maximale Anzahl unserer Mitarbeiter ins Home Office geschickt. Hierdurch hat der, wenn auch reduzierte, Geschäftsbetrieb kaum gelitten.

 

"Die Spieler wollen sich einbringen, wenn es um den Erhalt von Arbeitsplätzen geht"

 

Was bedeutet die eingeführte Kurzarbeit für den Club und seine Mitarbeiter?

Frank Wettstein: Mit der Möglichkeit zur Kurzarbeit reagieren wir auf die momentane Phase der Unterbeschäftigung in vielen Bereichen. So entlasten wir die Personalkosten und können gleichzeitig weitere Personalmaßnahmen vermeiden, die uns zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Vollbetriebs ansonsten leidtun könnten. Mit Blick auf die Mitarbeiter haben für uns der Erhalt aller Arbeitsplätze der Stammbelegschaft und die Sozialverträglichkeit der Maßnahme eine hohe Bedeutung. Insofern stockt der HSV auch das staatlich finanzierte Kurzarbeitergeld freiwillig auf, insbesondere in den unteren Lohn- und Gehaltsklassen.

Und was heißt die von Ihnen bereits bestätigte Bereitschaft der Profis, Gehaltsreduktionen im Sinne des Clubs und der Mitarbeiter zu akzeptieren?

Jonas Boldt: Das heißt, dass unser Zweitligateam inklusive Trainern schon sehr früh eine Sensibilität für die möglichen Auswirkungen der Corona-Folgen hatte. Ich wurde aus dem Mannschaftsrat schon vor Beginn der teamtrainingsfreien Zeit angesprochen und darauf hingewiesen, dass sich die Spieler einbringen wollen, wenn es um den Erhalt von Arbeitsplätzen oder um Maßnahmen gegen schwerwiegende Clubschäden geht. Auch die Trainer und wir Vorstände nehmen uns da nicht aus. Wir haben uns darauf verständigt, dass wir die konkreten Beiträge gemeinsam entscheiden, sobald noch etwas klarer ist, wie weitreichend und schwerwiegend die Folgen sein werden und wenn überhaupt erst einmal feststeht, wie diese Saison fortgeführt wird, was wir uns alle wünschen.

Wie planen Sie diese Spielzeit überhaupt, da ja noch nichts realistisch vorhergesagt werden kann?

Jonas Boldt: Wir denken und planen permanent in unterschiedlichen Szenarien. Das ist auf der einen Seite eine riesige Herausforderung, auf der anderen Seite forciert es aber immer wieder den intensiven Austausch nach Innen, in sportlichen Fragen mit dem Trainerteam, mit dem Scouting, und natürlich auch nach Außen zur DFL, die wirklich hervorragende Arbeit in dieser schwierigen Gesamtlage leistet, und zu anderen Clubs. Hierbei werden immer wieder die Rahmenbedingungen erörtert. Wir sind uns alle einig, dass diese so angepasst werden müssen, dass es am Ende keine entscheidenden Vor- oder Nachteile für einzelne Clubs gibt.

Frank Wettstein: Abweichend von der Haltung der DFL und auch von unserer Erwartung, wie die laufende Saison zu Ende gespielt werden wird, müssen wir im kaufmännischen Bereich aus Vorsichtsgesichtspunkten immer den denkbar schlechtesten Fall in unsere Überlegungen einbeziehen. Daher gilt es auch ein Szenario abzusichern, falls neben den Einnahmen aus Ticketverkäufen auch die verbleibenden Einnahmen aus zentralverwerteten Medienrechten ausfallen können.

Wie finanziert der HSV die nächsten Monate, falls noch länger gar nicht gespielt werden dürfte?

Frank Wettstein: Wie Jonas schon sagte. Wir denken in vielen Szenarien. Bei dem von allen Proficlubs favorisierten gehen wir davon aus, dass in absehbarer Zeit wieder Fußball gespielt werden kann. Bis dahin gilt es natürlich, möglichst liquiditätsschonend zu agieren und nicht notwendige Bestellungen derzeit zu unterlassen. Mit den vorhandenen Liquiditätsreserven kommen wir durch die nächsten Monate, auch über den 30. Juni 2020 hinaus.

Ist davon auszugehen, dass weitere Anteilsverkäufe zur Bewältigung der Corona-Krise, möglicherweise über die satzungsgemäße 24,9%-Schwelle, zwingend erforderlich werden?

Frank Wettstein: Von zwingend oder alternativlos würde ich in dem Zusammenhang nicht sprechen. Als Vorstand einer Aktiengesellschaft ist man allerdings auch in der Regel nicht abgeneigt, wenn die Eigenkapitalbasis durch Kapitalerhöhungen verbessert werden kann. Wir müssen auch hier die nächsten Entwicklungen abwarten und sehen, in welchem Umfang und wie lange die Krise auf den HSV und sein Eigenkapital wirkt. Ein gewisses Eigenkapitalpolster ist sowohl im Lizenzierungsverfahren wie auch bei Finanzierungsmaßnahmen eine entscheidende Größe. Auf der anderen Seite gilt es die Mitwirkungsprozesse beim HSV e.V. zu respektieren. Letztendlich bleibt es die Entscheidung der Gesellschafter, solche Kapitalmaßnahmen zuzulassen. Von daher würden wir die Gespräche mit den Gesellschaftern, insbesondere natürlich mit dem Präsidium als Vertreter des Hauptgesellschafters, führen, falls konkrete Überlegungen dies erfordern.

 

"Es ist ein Vorteil, dass der HSV engagierte Gesellschafter und Partner an seiner Seite weiß"

 

Dann noch konkreter gefragt: Kommt Herrn Kühne eine Rolle im potenziellen Corona-Krisen-Rettungsplan des HSV zu?

Frank Wettstein: Unsere Gesellschafter, insbesondere Herr Kühne, haben schon längst einen überragenden Beitrag zur Bewältigung der Krise geleistet. Zum Jahreswechsel verfügte der HSV über Eigenkapital von mehr als 45 Millionen Euro. Dieses Polster ist immens wichtig, damit wir die nächsten Monate überbrücken können. Niemand weiß heute, wie lange uns diese Krise beschäftigt, wie lange wir keine Spiele absolvieren können oder wie lange wir ohne Zuschauer spielen. Daher kann es auch nicht den einen Corona-Krisen-Rettungsplan geben, sondern wir müssen uns mit vielen Eventualitäten befassen. Es ist aber ein Vorteil, dass der HSV engagierte Gesellschafter und Partner, wie zum Beispiel Herrn Kühne, an seiner Seite weiß.

Ärgert es Sie eigentlich, dass KMK in der öffentlichen Wahrnehmung oft sehr schlecht wegkommt?

Frank Wettstein: Dass Herr Kühne häufig so negativ tituliert ist, wird weder ihm noch seinem bisherigen Engagement für den HSV gerecht. Aber die aktuelle Diskussion soll möglicherweise von anderen Fragestellungen ablenken. Mehr ist dazu aktuell nicht zu sagen.

Die Finanzsituation ist aktuell ebenso schwierig zu überblicken und vorherzusehen wie die sportliche Lage. Wie plant man in einer solchen noch nie dagewesenen Situation die sportliche Zukunft?

Jonas Boldt: Intensiv. Ich persönlich tausche mich täglich sehr eng mit unserem Trainer Dieter Hecking aus. Wir telefonieren, diskutieren die Lage, sprechen über die kurz-, mittel- und langfristige Planung. Der sportliche Bereich pflegt eine Permanent-Kommunikation. Dabei geht es weniger um Drohkulissen als vielmehr um mögliche Saisonszenarien, Trainingsmöglichkeiten und auch Personalplanungen. Wir besprechen auch immer wieder die neue, sich ständig verändernde Marktsituation im Fußball. Wir sind da klar strukturiert und drohen uns nicht zu verzetteln.

Geht nicht eine Menge Energie dadurch verloren, dass auch Saisonabbrüche, Geisterspiele über diese Saison hinaus und verlängerte Teamtrainingsverbote öffentlich diskutiert werden?

Jonas Boldt: Bei mir nicht. Natürlich berücksichtigen wir als Vorstände und Hauptverantwortliche alle möglichen Szenarien, aber unterm Strich geht es doch für die Fachbereiche, für die Trainer, die Scouts, die Analysten und weitere Kollegen darum, ihre Expertise bestmöglich im Sinne des HSV einzubringen und auf diesem Weg für den Moment, an dem es mehr Klarheit über die Fortsetzung der Wettbewerbe gibt, gewappnet zu sein. Aktuell legen wir maximalen Wert darauf, schnellstmöglich Trainingseinheiten zu bekommen, so dass wir dem Beruf als Fußballer nachgehen können – natürlich immer unter der Prämisse, dass Sicherheitsstandards zur Pandemie-Bekämpfung eingehalten werden.

Das für viele Fans schlimmste Szenario, das auch schon diskutiert worden sein soll, wäre ein Abbruch der aktuellen Saison beim jetzigen Stand und einem Aufstieg nur des Tabellenersten und -zweiten der 2. Fußball-Bundesliga. Was fällt Ihnen dazu ein?

Jonas Boldt: Für mich ist das unvorstellbar, zumal es allen Solidaritätsbekundungen der Proficlubs widerspräche und entsprechend auch kein Ligaziel sein könnte. Alle 36 Clubs haben sich einstimmig bekannt, die aktuelle Saison unbedingt fortzuführen, in einem fairen, integren Wettbewerb die Entscheidungen herbeizuführen.

In der Politik ist es üblich, nach 100 Tagen eine erste Bilanz zu ziehen. Wie wird unsere Welt, der Fußball im Allgemeinen und der HSV im Speziellen, nach Ihren ersten 100 Tagen als Doppelvorstand aussehen – Anfang Juli 2020?

Jonas Boldt: Ich bin kein Freund des Konjunktivs, darum fragen Sie mich bitte noch einmal, wenn die 100 Tage vorbei sind.

Frank Wettstein: Und ich bin kein Hellseher. Wenn man sich die Veränderungen im öffentlichen Leben der vergangenen vier Wochen anschaut, dann hat hier auch kaum eine Vorhersage zugetroffen. Wir müssen aktuell täglich die Entwicklungen analysieren und unsere Einschätzungen aktualisieren.

Herr Boldt, als Sie 2019 beim HSV anheuerten, hatten Sie ja bereits einen von Ihrer Außenansicht geprägten Eindruck von diesem Club, der oft als „chaotisch“ beschrieben wurde. Wie war und ist Ihre Innenansicht? Etwas provokativ gefragt: Ist uns noch zu helfen?

Jonas Boldt: Ja.

Herr Wettstein, Sie sind mit bislang 5 ½ Jahren Amtszeit schon fast ein Urgestein in der HSV Fußball AG. Gibt es so etwas wie die HSV-DNA? Und falls ja, wie würden Sie sie beschreiben.

Frank Wettstein: Ich treffe häufig auf Fans und Mitarbeiter, die dem HSV seit Jahrzehnten verbunden sind und die solche Fragen nach der Einzigartigkeit des HSV deutlich besser beantworten können. Unbestritten ist aber, dass der HSV gerade in schwierigen Zeiten einen großen Zusammenhalt erzeugt. Hat der HSV einen einmal gepackt, dann lässt er denjenigen nicht mehr los.

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