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Trainingslager

03.07.16

Emir Spahic: Langer Atem, langer Arm

Nach einer starken Premieren-Saison beim HSV schnürt Emir Spahic auch in der kommenden Spielzeit die Schuhe für die Rothosen. Als topfitter Routinier und verlängerter Arm des Trainers in der Defensive nimmt der 35-Jährige dabei wieder eine entscheidende Rolle ein. 

Emir Spahic steht bei seiner ersten Trainingseinheit in der Saison 2016/17 keine 60 Sekunden auf dem Platz, da gibt es den ersten Bodenkontakt. Der 35-jährige Bosnier setzt zur Grätsche an und luchst Neuzugang Luca Waldschmidt blitzsauber die Kugel vom Schlappen. Klares Zeichen - Abwehrchef Emir Spahic ist zurück und gibt in der Defensive den Ton an. Der bosnische Nationalspieler ist am gestrigen Samstag (2. Juli) im Trainingslager der Rothosen angekommen und punktete im ersten Training wie gewohnt mit Präsenz, Akribie und Professionalität. Bei der Laufeinheit mit breiter Brust vorne weg, beim Kurzpassspiel gewohnt stark in den Zweikämpfen und später beim Abschlussspiel nicht nur in der Deckung stark, sondern im Angriff sogar mit einem Tor. Der Innenverteidiger reibt sich auf, will immer gewinnen, geht in jede Aktion mit 100 Prozent.

Großer Stabilisator 

Genau mit dieser Art Fußball zu spielen hat sich Spahic in der vergangenen Saison in die Herzen der HSV-Fans gespielt. Für viele galt er gar als Spieler der Saison. Denn Spahic hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich die HSV-Abwehr nach 50 bzw. 75 Gegentoren in den Vorjahren auf 46 Gegentreffer stabilisierte. 26 Mal stand er dabei in der Startelf der Rothosen, 24 Mal spielte er 90 Minuten lang durch. Verschleißerscheinungen scheinen dem in Dubrvonik (ehemals Jugoslawien) geborenen 35-Jährigen dabei ein Fremdwort zu sein. Vielmehr achtet er sehr genau auf seinen Körper und bleibt dadurch auch gegen Ende seiner Karriere konkurrenzfähig. In der Zweikampfführung hatte er in der abgelaufenen Saison noch immer sämtliche Top-Stürmer der Liga mit seinem langen Atem im Griff.

Dementsprechend verlängerte der HSV Ende Mai auch den Vertrag des Innenverteidigers um ein weiteres Jahr bis zum 30.6.2017. "Wir sind der Meinung, dass Emir uns mit seiner Erfahrung und seinen Leistungen auf unserem Weg und beim Aufbau der Mannschaft weiter unterstützen kann“, erklärte Cheftrainer Bruno Labbadia damals. Und in der Tat wird Emir Spahic in der kommenden Saison als verlängerter Arm des Trainers wieder eine wichtige Rolle einnehmen. Der Abwehrboss ist nach den Abgängen von Jaroslav Drobny und Ivica Olic nun der älteste Spieler im Kader der Rothosen und soll mit seiner Mentalität gerade den jungen Talenten eine sportliche Orientierung bieten. „Wir haben in der Startelf viele erfahrene Bundesliga-Spieler, sodass es mittlerweile leichter fällt, junge und entwicklungsfähige Spieler direkt ins Team zu integrieren“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer zuletzt im Hinblick auf die Kaderplanung. 

"Emir bietet mit seiner Erfahrung allen Spielern eine Orientierung."

Emir Spahic ist einer dieser erfahrenen Spieler. Deshalb freut sich Bruno Labbadia auch, dass der Bosnier nun wieder beim Team ist. "Natürlich ist es schön, dass er wieder dabei ist. Er bietet mit seiner Erfahrung allen Spielern eine Orientierung und deshalb war es auch wichtig, ihn für die beiden Tage noch ins Trainingslager zu holen." Wie diese Orientierung aussieht, zeigt der verlängerte Arm des Trainers nun wieder in jedem Training - der nächste Bodenkontakt oft nur wenige Sekunden entfernt.