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Spielbericht

29.10.19

1:2 n.V.! HSV scheidet aus dem DFB-Pokal aus

In einer packenden Partie trafen Gonzalez (2.) und Hunt (16.) per Foulelfmeter in der regulären Spielzeit. Al Ghaddioui sorgte in der 113. Minute für die Entscheidung zugunsten des VfB Stuttgart.

Der HSV ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Drei Tage nach dem großartigen 6:2-Erfolg gegen den VfB Stuttgart unterlagen die Rothosen den Gästen dieses Mal mit 1:2 nach Verlängerung. In einem erneut temporeichen Aufeinandertreffen gingen die Schwaben bereits in der zweiten Spielminute durch einen verwandelten Elfmeter von Nicolas Gonzalez in Führung. Diese glich Kapitän Aaron Hunt - ebenfalls per Foulelfmeter - in der 16. Minute aus. Im Anschluss sahen die 45.503 Zuschauer im Volksparkstadion eine intensive Partie, die seine Entscheidung schließlich in der zweiten Hälfte der Verlängerung fand. Der eingewechselte Hamadi Al Ghaddioui traf in der 113. Minute zum 2:1-Sieg für die Stuttgarter.

Verrückter Spielbeginn...

Nur drei Tage nach dem Ligaspiel gegen den VfB Stuttgart veränderte HSV-Trainer Dieter Hecking im DFB-Pokal-Aufeinandertreffen beider Clubs seine Elf auf vier Positionen: Im Mittelfeld spielten Hunt und Kinsombi für Moritz und Dudziak, auf dem linken Flügel agierte Samperio anstelle von Kittel. Zudem musste der Coach kurz vor dem Anpfiff den Ausfall von Harnik hinnehmen, für ihn rückte Hinterseer in die Angriffsspitze. Doch ehe die Rothosen den Ball das erste Mal dorthin befördern konnten, stand es bereits 0:1.

Denn nach gerade einmal 35 Sekunden hatte Schiedsrichter Dankert auf den Elfmeterpunkt gezeigt, Jung war gegen Förster zu unwirsch zu Werke gegangen und Gonzalez verwandelte sicher. Beeindruckt zeigte sich der HSV davon jedoch nicht, stattdessen spielte das Hecking-Team sein Spiel, machte Druck - und erzwang seinerseits nach einer Viertelstunde den nächsten Elfmeterpfiff. Kinsombi war gelegt worden und Hunt erzielte das 1:1. Sollte sich ein erneutes Spektakel anbahnen wie drei Tage zuvor? Zumindest ging es es sehr intensiv weiter. Stuttgart störte früh den Spielaufbau der Hausherrn, erzeugte damit Druck, offenbarte zwangsläufig aber gleichzeitig Räume, durch die sich Hunt & Co. einige Male durchspielen konnten. Seinerseits suchte der VfB sein Heil in schnellen Bällen in die Spitze. So ergaben sich auf beiden Seiten einige Offensivaktionen, wenn auch ohne die ganz klaren Abschlüsse. Denn insgesamt ließen die Defensivreihen in letzter Instanz nicht so viel zu wie am Sonnabend, so dass es nach 45 intensiven und von vielen Zweikämpfen geprägten Minuten mit dem 1:1 in die Halbzeitpause ging.

... und Entscheidung in der Verlängerung

Der zweite Durchgang hingegen erinnerte in den ersten Minuten eher an Rasenschach denn an offenes Visier. Beide Mannschaften waren darauf bedacht, nicht den einen entscheidenden Fehler zu machen, möglichst alle Räume zuzustellen und im Offensivspiel wurde der sichere Pass dem risikoreichen vorgezogen. So dauerte es bis zur 65. Minute, ehe es aus dem Spiel heraus mal wieder zu einer Torchance kam, die Stuttgarts Ascacibar vergab, bis dahin hatten lediglich zwei Eckstöße auf beiden Seiten je einmal für Gefahr sorgen können.

Entsprechend ausgeglichen wirkte die Partie, in der die Gäste etwas mehr Ballbesitz verbuchten, während der HSV in der Zweikampfstatistik leicht vorn lag. Viel mehr passierte bis zum Ende der 90 Minuten auch nicht mehr, es ging also in die Verlängerung, in der ebenfalls lange Zeit alles danach aussah, dass diese Partie ihren Sieger im Elfmeterschießen finden würde. Doch dann, als eigentlich niemand mehr damit rechnete, setzte der pfeilschnelle Wamangituka auf dem rechten Flügel zum entscheidenen Sprint an und leitete damit das späte 2:1 der Stuttgarter ein, für die der kurz zuvor eingewechselte Al Ghaddioui in der 113. Minute traf. Es war der Siegtreffer, da die Hamburger Schlussoffensive, in der sogar Keeper Heuer Fernandes mitstürmte, trotz einiger Torraumszenen nicht mehr den erhofften Ausgleich brachte. Für den HSV endet damit das Abenteuer DFB-Pokal in der 2. Runde, die mehr als 40.000 HSV-Fans verabschiedeten ihr Team nach großem Kampf dennoch mit großem Applaus.

Das Spiel im Stenogramm:

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Vagnoman (95. Kittel), Jung, van Drongelen, Leibold - Fein - Kinsombi (103. Moritz), Hunt (68. Dudziak) - Jatta, Hinterseer, Samperio (68. Narey)

VfB Stuttgart: Bredlow - Stenzel, Kempf, Badstuber, Castro - Karazor - Mangala (110. Al Ghaddioui), Ascacibar - Förster (59. Wamangituka), Klement (120. Philips) - Gonzalez

Tore: 0:1 Gonzalez (2., FE), 1:1 Hunt (16., FE), 1:2 Al Ghaddioui (113.)

Zuschauer: 45.503

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Gelbe Karten: Jatta (51.), Narey (111.) / Kempf (11.), Karazor (18.), Castro (51.), Mangala (68.), Badstuber (107.)

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: - / -

 

Das Spiel im Zeitraffer:

Min.

2.

0:1! VfB-Blitztor: Nach nur 35 Sekunden wird Förster auf Höhe der Strafraumkante mit einem langen Flugball bedient und taucht frei vor HSV-Schlussmann Heuer Fernandes auf. Jung versucht im Strafraum noch zu klären, kommt allerdings zu spät und trifft den Angreifer mit seinem Arm - Schiedsrichter Dankert pfeift Elfmeter. Gonzalez führt aus und setzt den Ball halbhoch in die Maschen. Bitter...

8.

Erste HSV-Aktion: Ein Freistoß aus dem rechten Halbraum wird schnell ausgeführt, so dass der Ball bei Jatta auf dem rechten Flügel landet. Dieser schlägt eine hohe Flanke dicht vor das Tor der Stuttgarter - dort versucht es Vagnoman mit dem Kopf, sein Versuch landet jedoch knapp über dem Kasten.

16.

1:1! Hunt-Ausgleich: Vom linken Flügel spielt Hunt einen kurzen Pass auf Kinsombi, der mit viel Dampf in den Strafraum zieht. Ascacibar wirft sich in Kinsombis Laufweg, so dass dieser zu Fall kommt. Erneut entscheidet der Unparteiische auf Strafstoß. Der HSV-Kapitän schnappt sich die Kugel und schiebt trocken unten links ein. Jawoll!

27.

Stuttgart-Freistoß: Nach einem Foul von Fein an Karazor gibt es einen Freistoß für die Gäste aus etwa 17 Metern aus halblinker Position. Castros direkter Verusch landet jedoch direkt bei HSV-Keeper Heuer Fernandes, der den Ball aus der Gefahrenzone faustet.

30.

Erneut der VfB: Nach einem Freistoß im linken Halbfeld flankt Klement auf den im Strafraum heraneilenden Gonzalez - sein platzierter Flugkopfball streicht nur wenige Zentimeter neben dem linken Pfosten vorbei ins Toraus. Puh!

33.

Nochmal der HSV: Nach einer guten Kombination über die linke Seite, kommt Leibold bereits zum zweiten Mal zum Abschluss. Sein Schuss aus etwa 16 Metern ist jedoch zu ungenau und landet deutlich neben dem Kasten.

48.

Gefährliche Ecke: Castro schlägt eine Ecke von rechts in den Fünfmeterraum, wo Badstuber am ersten Pfosten lauert. Sein Kopfballversuch in Richtung des langen Pfostens streicht aber denkbar knapp am Aluminium vorbei ins Toraus.

56.

Hunt schlägt eine Ecke von der rechten Seite mit viel Effet, so dass sich diese gefährlich in Richtung des VfB-Tores von Bredlow senkt - dieser kann den hohen Ball jedoch abfangen.

65.

Knapp drüber: Karazor bedient mit einem kurzen Flachpass Ascacibar, der aus zentraler Position etwa 18 Meter vor dem Tor mit rechts direkt abschließt. Sein Versuch landet jedoch knapp über der Querlatte.

80.

Im Spielaufbau verliert Jung tief in der eigenen Hälfte den Ball an Wamangituka, der zentral zum Tor zieht und umittelbar abzieht. Er bekommt aber nicht die nötige Kraft hinter den Ball, so dass Heuer Fernandes den Ball sicher festhalten kann.

83.

Starker Abschluss: Jatta zieht vom linken Flügel nach innen und schließt dann mit rechts ab - sein Schuss wird von einem Stuttgarter Bein allerdings ins Toraus abgewehrt. Die anschließende Leibold-Ecke von der rechten Seite segelt dann genau vor den Kasten der Stuttgarter, am zweiten Pfosten findet sich aber kein Abnehmer.

97.

Bei einem Hamburger Konter versucht es Jatta einfach einmal zentral aus etwa 25 Metern - sein Distanzschuss geht jedoch etwa zwei Meter am rechten Pfosten vorbei.

101.

Doppelchance VfB: Nach einem Jatta-Foul gibt es zentral aus etwa 25 Metern Freistoß für die Schwaben. Klement schnappt sich den Ball und bringt ihn mit seinem linken Fuß direkt gefährlich aufs Tor. Heuer Fernandes ist jedoch zur Stelle, taucht im richtigen Moment in die untere rechte Ecke ab und wehrt ins Toraus ab. Klement bringt die Ecke an den kurzen Pfosten, wo Karazor noch mit seiner Fußspitze an den Ball kommt - das runde Leder landet aber knapp neben dem rechten Pfosten.

113.

1:2! Stuttgart mit der Führung: Wamangituka zieht vom rechten Flügel nach innen und versucht es aus der kurzen Ecke. Sein Abschluss landet am Außenpfosten, von dem der Ball in den Rückraum springt und vor den Füßen Karazors landet. Er legt noch einmal ab auf Al Ghaddioui, der den Ball mit dem Rücken zum Tor annimmt und dann aus der Drehung heraus den Ball unten rechts im Tor unterbringt.

Hamburger SV

Statistik zum Spiel

VfB Stuttgart

13

Torschüsse

19

45%

Ballaktionen in %

55%

51%

Zweikampfquote

49%

76%

Passquote

81%

10

Ecken

5

12

Flanken

16

4

Abseits

5

18

Fouls

23

Leibold* 2

Torschüsse

7 Gonzalez

Jatta 2

Torschussvorlagen

3 Karazor

van Drongelen 109

Ballaktionen

135 Stenzel

Kinsombi 70%

Zweikampfquote

73% Kempf

Jatta 5

Flanken

4 Wamangituka

*Mehrere Spieler mit dem gleichen Wert