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Nachwuchs

18.07.18

Ausflug in eine neue Welt

Neben der Ausbildung des Spielbeins wird beim HSV auch immer an das Standbein gedacht. Das bedeutet auch, über den Tellerrand hinauszuschauen. So wie Jonas Behounek beim HSV-Nachwuchsförderer WISKA. Der 20-Jährige durfte einen Tag beim Unternehmen aus Kaltenkirchen reinschnuppern.

Plötzlich bekam er einen Schraubenschlüssel in die Hand gedrückt. „So, jetzt darfst du es einmal probieren“, sagte Mustafa Ashim und schob Jonas Behounek die Kühlcontainersteckdose zu. „In welche Richtung soll ich drehen“, fragte der Kicker des HSV den Mitarbeiter. Ashim lachte nur und gab Behounek die Richtung vor: „Nach rechts.“ Und schon war der 20-Jährige Teil der WISKA-Montage. Einen Tag durfte sich der HSV-Jungprofi bei WISKA ausprobieren. Der HSV-Nachwuchsförderer hatte geladen, Behounek kam gern: „Es hat richtig Spaß gemacht, Bereiche zu sehen und mit Dingen zu arbeiten, mit denen ich in meinem Alltag sonst nie in Berührung komme.“

WISKA wurde 1919 in Hamburg gegründet und stellt unter anderem elektrotechnisches Installationsmaterial, Lichtprodukte und Kamerasysteme für Schiffbau, Handwerk und Industrie her. Im Bereich der Kühlcontainersteckdosen, die Behounek in seinem Tages-Praktikum bei WISKA montiert hat, ist das Familienunternehmen sogar einer der Marktführer. Die zahlreichen Produkte wie Kabelverschraubungen, Schiffsleuchten oder Kameras werden aus Kaltenkirchen auf den gesamten Globus verschickt. Die Besonderheit: WISKA-Produkte sind im Vergleich zu Alltagsprodukten deutlich robuster, langlebiger und trotzdem einfach in der Handhabung.

Diese und weitere Informationen wurden Behounek an seinem Schnuppertag von den Auszubildenden Monja Blödorn, Nadine Scheel und Benedict Rüter nahegebracht. Insgesamt sechs verschiedene Arbeitsbereiche bekam der HSV-Gast zu sehen und lernte dabei die gesamte Bandbreite von der Produktion bis zur Qualitätsprüfung kennen. „Jonas war so extrem interessiert. Ich glaube, er kann hier morgen anfangen“, lobte Blödorn, die im zweiten Ausbildungsjahr zur Industriekauffrau ist. Scheel wird zur Kauffrau für Büromanagement ausgebildet, Rüter ist in seinem ersten Lehrjahr zum Werkstoffprüfer Kunststofftechnik. „Das ist ein extrem seltener Ausbildungsberuf. Für diesen Job müssen die Absolventen auf eine Schule in Bayern gehen“, erzählte Kristin Kamphausen, die sich in der WISKA Personalabteilung um die Azubis kümmert.

Das natürliche Biotop eines Werkstoffprüfers ist das Labor. Als Behounek dort angekommen war, blühte der WISKA-Azubi Rüter richtig auf. „Hier testen wir zum Beispiel, ob unsere Dichtungen auch wirklich dicht halten“, erklärte er und schoss einen Wasserstrahl mit fünf bar auf die Testdichtung. „Hält“, sagte er stolz und führte den Gast gleich zum nächsten Gerät. „Hier wird überprüft, wie kältebeständig unsere Produkte sind“, erklärte der 22-Jährige. „Und das geht auch mit Hitze?“, fragte Behounek und zeigte auf einen neben sich stehenden Klimaschrank. Rüter nickte.

Seit 1969 hat WISKA seinen Hauptsitz in Kaltenkirchen. 260 Mitarbeiter sind für das Familienunternehmen weltweit tätig, 210 davon in Deutschland. „Unser Anspruch ist es, den Nachwuchs von Beginn an umfassend zu fördern“, sagte Kamphausen. Das gelingt gut. 17 Prozent aller Mitarbeiter wurden im eigenen Hause ausgebildet. Schon früh wird der eigene Nachwuchs mit Verantwortung vertraut. „Unsere Azubis leiten eigene Projekte, wie die Lange Nacht der Industrie zum Beispiel“, erklärte Kamphausen.

Die größten Augen machte Behounek im Bereich der Scheinwerfer. „Acht Kilometer?“, fragte der HSV-Kicker ungläubig mit lauter Stimme, als Blödorn ihm erklärte, dass der vor ihm stehende Scheinwerfer so weit leuchte. „Ab dem neunten Kilometer sieht man wegen der Erdkrümmung eh nichts mehr“, ergänzte Blödorn und ließ Behounek damit völlig ungläubig zurück. Wie spezialisiert WISKA in diesem Bereich ist, zeigt dieser Fakt: Das Unternehmen hat in seinem Sortiment Schweinwerfer, die nur für den Sueskanal entwickelt wurden. Diese blenden dank eines ausgeklügelten Systems die vorausfahrenden Schiffe nicht. Das ist im Kanal, der das Rote Meer und das Mittelmeer verbindet, wichtig, weil auf dieser Seestraße ein reger Schiffsverkehr herrscht.

„Mit solchen Dingen beschäftigt man sich ja eigentlich nicht. Aber das ist schon spannend“, erklärte Behounek, der ohnehin eine Verbindung zum Familienunternehmen hat. Der 20-Jährige stammt aus Kaltenkirchen, kennt Land und Leute. „Du dürftest gern bei uns anfangen“, sagte auch Kamphausen am Ende des Schnuppertages mit einem Augenzwinkern. Ganz ernsthaft sind sie und ihr Unternehmen auf der Suche nach weiteren Nachwuchskräften. Fachkräfte für Lagerlogistik, Kaufmänner oder -frauen für Büromanagement, Industriekaufmänner/-frauen, Elektroniker/-innen für Betriebstechnik, Verfahrensmechaniker/-innen oder Werkstoffprüfer/-innen - in fast allen Bereichen sucht sie nach engagierten Auszubildenden. Fast zehn Prozent der gesamten Belegschaft sind Azubis. Jonas Behounek wird sich zwar weiter dem Fußball widmen, wer aber Interesse an einem Ausbildungsplatz beim Familienunternehmen aus Kaltenkirchen hat, der meldet sich bei Kristin Kamphausen per E-Mail: k.kamphausen@wiska.de