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Nachwuchs

16.11.17

Fußballschule und KPT sprechen mit einer Sprache

Vergangene Woche startete die Anmeldephase für die Fußballschulen-Camps 2018. Dort können alle fußballbegeisterten Kinder die ersten Schritte in den HSV machen. Denn wer sich dort in den Vordergrund spielt, könnte ein Kandidat für die Kinderperspektivteams (KPT) sein. Doch was unterscheidet die KPT von der Fußballschule? Lukas Rösel, Koordinator des Grundlagenbereichs beim HSV und Janine Schlichting, Sportliche Leiterin der Fußballschule, sprechen im Interview über die Verbindung, Schnittstellen und Unterschiede. 

HSV.de: Lukas, für diejenigen, die mit dem Begriff noch nicht so viel anfangen können: Was sind die Kinderperspektivteams? 

Lukas: Teil der Kinderperspektivteams sind die begabtesten Spieler aus Hamburg und der näheren Umgebung in den Altersklassen U9, U10 und U11. Die Jungs erhalten in den KPT ein Fördertraining, mit dem wir den Jungs vor allem technische und kognitive Fähigkeiten vermitteln wollen sowie eine allgemeine Bewegungsschule. 

HSV.de: Die Jungs gehören aber keiner regulären HSV-Mannschaft an. 

Lukas: Das ist richtig. Wir lassen die Jungs ganz bewusst in ihrem Verein und ihrem gewohnten Umfeld. In diesem Kindesalter haben einfach andere Themen Priorität: Schule, Familie, Freunde. So können die Jungs in ihrem Heimatverein und in ihrem sozialen Umfeld als Persönlichkeit besser reifen. Und wir können zur U11 oder einem späteren Zeitpunkt eine nachhaltigere Talentprognose treffen als bei einem Sieben- oder achtjährigen. 

HSV.de: Janine, die Fußballschule ist schon deutlich mehr Personen ein Begriff. Doch auch hier die Frage: Wie würdest du die Fußballschule beschreiben? 

Janine: Die Fußballschule bietet Feriencamps und Trainingseinheiten für jedes Kind im Alter von sechs bis 13 Jahren an. Bei uns sind alle fußballbegeisterten Kinder willkommen, egal ob Fußballanfänger oder talentierter Vereinsspieler. Wir versuchen jedes Kind zu fördern. Neben dem professionellen Training steht aber der Spaß im Vordergrund. Unser Ziel ist es, Kinder für den Fußball und den HSV zu begeistern. 

HSV.de: Zum KPT muss man eingeladen werden, die Fußballschule steht jedem offen. Ist das aus eurer Sicht der größte Unterschied? 

Janine: Ja, unser Training ist offen für alle und nur durch die Altersbeschränkung eingegrenzt. 

Lukas: Das würde ich auch sagen. Die KPT sind dem Nachwuchsleistungszentrum zugeordnet. Es geht bei uns also um die gezielte Förderung der begabtesten Jungs. Spaß haben die Kinder bei uns aber auch (lacht). 

HSV.de: Janine, profitiert die Fußballschule von der Expertise aus dem Nachwuchsleistungszentrum? 

Janine: Wir haben ein Trainingsskript, das aus über 50 Übungen besteht, die zu jeder Campsaison angepasst werden. Die Übungen verfolgen auch alle den grundlegenden Ausbildungsgedanken aus dem NLZ und Lukas ist als Koordinator des Grundlagenbereichs auch in die Erarbeitung der Inhalte eingebunden. So wird in der Fußballschule zum Beispiel auch Funino gespielt. In der Zukunft soll der Austausch zwischen unserem Pool aus knapp 90 Trainern und dem NLZ aber noch stärker ausgebaut werden. 

Lukas: An dieser Stelle gibt es aber schon gute Anknüpfungspunkte. Unsere Trainer aus dem NLZ sind auch immer mal wieder für die Fußballschule aktiv. Viele NLZ-Trainer haben ihre Zeit beim HSV auch in der Fußballschule begonnen. 

Janine: Die Fußballschule ist also nicht nur eine Talentschmiede für Spieler, sondern auch für Trainer. (lacht)

HSV.de: Lukas, wie profitieren das NLZ und die Kinderperspektivteams von der Fußballschule? 

Lukas: Die Fußballschule hat mit ihren 10 000 Teilnehmern im Jahr eine extrem hohe Marktpräsenz und so vermittelt die Fußballschule sehr vielen Kindern schon sehr früh die Faszination für den HSV. Davon können die KPT nur profitieren, weil dadurch viele Kinder mit HSV-Vorprägung bei uns ankommen. Es ist aus unserer Sicht auch für viele auch eine erste Möglichkeit, auffällig zu werden. 

HSV.de: Bei welchen Jungs hat das in der Vergangenheit schon funktioniert? 

Janine: Mats Köhlert, Frank Ronstadt, Jakob Golz und Gillian Jurcher, die jetzt alle in der U21 des HSV spielen, waren früher Fußballschulen-Teilnehmer. Über 50 Prozent aller NLZ-Spieler haben an Camps oder Fördertrainings-Einheiten der Fußballschule teilgenommen. 

HSV.de: Wird bei der Fußballschule auch aktiv gescoutet? 

Janine: Wenn unseren Trainern und Camp-Leitern ein Bewegungstalent positiv auffällt, geben wir diese Info ans NLZ weiter. 

Lukas: Je nach Verfügbarkeit und Camp-Standort gibt es vereinzelt Besuche von NLZ-Scouts. Die auffälligsten Spieler der Fußballschulen-Camps werden auch zum Young Talents Camp eingeladen, wo sie dann vor den HSV-Scouts vorspielen können. 

Janine: Der Spaß am Fußball steht bei uns trotzdem im Vordergrund. Bei uns spielen die Kinder ohne Druck, sodass einige Kinder sich besser entfalten können. Das ist der große Vorteil der Fußballschule.

HSV.de: Lukas, was muss ein Bewegungstalent in der Fußballschule zeigen, um für die KPT interessant zu werden? 

Lukas: Bewegungstalente fallen zwangsläufig durch viele gute Ballaktion auf. Dadurch, dass sie immer aktiv sind, eine herausragende Schnelligkeit haben. Die soziale Kompetenz ist aber auch wichtig. Hilft ein Kind dem anderen, wenn es verletzt ist. Ist es aufmerksam, zielstrebig. 

Janine: Unsere Camp-Leiter haben auch ein Gefühl für den Begriff Bewegungstalent. Allen wurde der Begriff Talent in einer Schulung durch das NLZ nähergebracht. Es geht bei uns aber auch immer um Respekt, Wertschätzung und Disziplin. Da sprechen wir alle eine Sprache.