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Spielbericht

01.10.21

1:1 - Kurioses HSV-Remis in Aue

Der Hamburger SV hat am Freitag beim FC Erzgebirge auf äußerst kuriose Art und Weise einen späten Punkt gerettet. Das 1:1 für die Rothosen fiel in der 94. Minute und war nicht das einzige verrückte Tor dieses Spiels. 

Der HSV hat am Freitagabend (1. Oktober) in seinem Auswärtsspiel des 9. Spieltags ein spätes 1:1 (0:1) beim FC Erzgebirge Aue erzielt. Vor 7.750 Zuschauern gelang den Hausherrn nach einer dominanten Anfangsphase der Hamburger recht überraschend die Führung durch Antonio Jonjic, der in der 23. Minute von HSV-Verteidiger Jonas David unglücklich angeköpft wurde und so eher unabsichtlich für das kuriose 1:0 sorgte. In der Folge konnten die Rothosen gegen nun beflügelte Veilchen die Spielkontrolle nicht mehr vollends zurückerlangen und taten sich gegen die kämpferisch überzeugende Heimmannschaft in der Offensive schwer. So kamen über die volle Distanz kaum Torchancen zustande, weshalb dem HSV auch in Überzahl (Rote Karte gegen Messeguem, 69.) nicht mehr der Ausgleich zu gelingen schien - ehe in der vierten Minute der Nachspielzeit nach Tommy Doyles Lattentreffer Aue-Verteidiger Dirk Carlsson per Kopf ein kurioses Eigentor unterlief, das diesem verrückten 1:1 die Krone aufsetzte.

Kuriose Auer Führung...

HSV-Trainer Tim Walter konnte in Aue wieder auf seinen Kapitän Schonlau zurückgreifen, der selbstverständlich - ebenso wie in der Offensive Wintzheimer für Jatta - in die Startelf zurückkehrte. Im Mitelpunkt stand aber erst einmal Schonlaus Innenverteidiger-Nebenmann David. Der besaß nämlich auf der einen Seite die größte Hamburger Chance der Anfangsphase, avancierte aber kurz darauf auf der anderen Seite zum großen HSV-Pechvogel.

Doch der Reihe nach: Der HSV begann dominant, verbuchte in der ersten Viertelstunde knapp 80 Prozent Ballbesitz und setzte sich vehement in der Auer Hälfte fest. Hieraus resultierten einige Strafraumszenen, wie auch besagte David-Chance in der 9. Minute, doch die ganz große Torgefahr konnte vor dem Kasten der Veilchen nicht erzeugt werden. Das geschah dafür ganz plötzlich auf der anderen Seite, wo die Gastgeber nach knapp 20 Minuten wie aus dem Nichts zu zwei, drei Aktionen nacheinander kamen, von denen eine auf kuriose Weise im Tor der Hamburger endete: David klärte einen Flankenball, köpfte dabei jedoch Aues Jonjic an den Hinterkopf, von wo der Ball zum 1:0 ins Netz prallte (23.). Was danach folgte, war Auer Heimspiel-Atmosphäre, wie man sie kennt: hitzig, von Zweikämpfen geprägt, hochintensiv. Und so entwickelte sich eine Partie, die nun ausgeglichen war und in der die Rothosen gegen um jeden Meter kämpfenden Auer nicht mehr an die Dominanz der ersten Viertelstunde anknüpfen konnten. 

... und noch kurioserer Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel setzten die von den eigenen Fans gepushten Spieler des FCE ihr intensives Spiel fort. So schafften sie es, den zwar feldüberlegenden, aber nicht zwingend genug agierenden HSV meist vom eigenen Tor fernzuhalten. So konnten die Rothosen sich erst in der Schlussphase zwei, dreimal im Auer Strafraum in Szene setzen, waren hierbei aber bei allen eigenen Unzulänglichkeiten des heutigen Abends auch nicht mit dem Spielglück im Bunde - bis zur verrückten 94. Minute.

Bis dahin war immer wieder Endstation bei Veilchen-Keeper Männel gewesen, der auch in Unterzahl - Messeguin hatte in der 69. nach einem Foulspiel gegen Kittel die Rote Karte gesehen - die Null zu halten und damit den ersten Saisonsieg Aues festzuahlten schien. Doch dann kam die letzte Minute der Nachspielzeit, in der der eingewechselte Doyle erstmals seine Klasse zeigte, mit seinem Lupfer zwar an der Torlatte scheiterte, doch dann mitansehen durfte, wie Aue-Verteidiger Carlson der Klärungsversuch über den Scheitel rutschte und zum späten 1:1-Ausgleich im eigenen Tor landete. Was für ein Abschluss eines umkämpften und kuriosen Spiels!


Das Spiel im Stenogramm:

FC Erzgebirge Aue: Männel - Carlson, Gonther, Bussmann, Barylla - Strauß (90.+2 Majetschak), Messeguem, Zolinski (78. Sijaric), Fandrich - Guèye (78. Mance), Jonjic (86. Kühn)

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Gyamerah, David, Schonlau, Leibold (75. Muheim) - Heyer (46. Reis), Meffert, Kinsombi (58. Suhonen) - Wintzheimer (46. Jatta), Glatzel, Kittel (86. Doyle)

Tore: 1:0 Jonjic (23.), 1:1 Carlson (90.+4, ET)

Zuschauer: 7.750

Schiedsrichter: Lasse Koslowski (Berlin)

Gelbe Karten: Zolinski (32.), Fandrich (60.), Cheftrainer Hensel (70.) / Wintzheimer (30.), Kittel (32.), Suhonen (79.)

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: Messeguem (69.) / -


Das Spiel im Zeitraffer:

Min.

9.

Erste HSV-Gelegenheit: Nach einer kurz ausgeführten Ecke von rechts bedient Kittel den eingestarteten Kinsombi an der Grundlinie, der wiederum zurück auf David am Rande des Fünfers legt. Der Youngster sucht sofort den Abschluss – sein Versuch wird allerdings geblockt. Schade!

18.

Gefahr im Hamburger 16er: Messeguem bringt die Kugel von links scharf vor den Kasten der Hamburger, wo David am ersten Pfosten von der Hereingabe überrascht wird. Von seinem Schienbein prallt die Kugel nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei ins Toraus. Das war knapp!

23.

0:1! Ping-Pong-Gegentor: Messeguem lässt Meffert im Zentrum aussteigen, zieht dann mit viel Tempo Richtung Tor und nimmt Strauß auf dem rechten Flügel mit. Seine Flanke versucht David auf Höhe des ersten Pfostens per Kopf zu klären – dabei trifft er allerdings nur den Hinterkopf von Gegenspieler Jonjic, von dem die Kugel ins Tor der Hamburger segelt. Maximal unglücklich…

41.

Zweimal Kittel: Erst versucht es Kittel nach einem Zuspiel von Leibold kurz vorm Strafraum aus halblinker Position mit einem Schlenzer in Richtung des oberen rechten Torecks – Bussmann hält jedoch den Kopf rein und kann zur Ecke klären. Diese sorgt erneut für Gefahr, als nochmal Kittel aus dem Sechzehner heraus zum Abschluss kommt. Aue-Keeper Männel macht die kurze Ecke mit einem starken Reflex aber zu und kann klären. Man!

45.+1

Fast das 2:0: Nach einer langen Hereingabe aus dem rechten Halbraum steigt Aues Gueye am zweiten Pfosten am höchsten und verpasst mit seinem platzierten Kopfball gegen die Laufrichtung von Heuer Fernandes das rechte Toreck nur um wenige Zentimeter. Da hätte der HSV-Schlussmann keine Chance gehabt…

54.

Aue aus der Distanz: Gueye fasst sich aus etwa 20 Metern und halbrechter Position ein Herz und hält drauf – Heuer Fernandes kann den Ball aber in zentraler Position unter sich begraben. Puh!

67.

Männel hält Führung fest: Suhonen wird aus dem Zentrum halbhoch auf dem rechten Flügel angespielt und leitet weiter in die Gefahrenzone. Seine angedachte Hereingabe entwickelt sich aber eher zu einem Tor-Abschluss, den Männel ganz kurz vor der Linie gerade noch runterpflücken kann. So knapp!

88.

Nochmal Hamburg: Suhonen legt vom rechten Flügel zurück auf Gyamerah, der vom rechten Strafraumeck scharf Richtung Auer Kasten flankt und dabei das linke Kreuzeck nur haarscharf verpasst…

90.+4

1:1! DOCH NOCH DER AUSGLEICH: Glatzel legt im Sechzehner auf den eingewechselten Doyle ab, der die Kugel aus spitzem Winkel ansehnlich über Keeper Männel hebt - aber nur die Latte trifft! Von dort springt der Ball zurück vor den Kasten, wo Aues Carlson zur Ecke klären will. Stattdessen köpft der Abwehrmann den Ball aber ins eigene Netz.


FC Erzgebirge Aue

Statistik zum Spiel

Hamburger SV

10

Torschüsse

9

32%

Ballaktionen in %

68%

47%

Zweikampfquote

53%

64%

Passquote

86%

3

Ecken

7

7

Flanken

16

2

Abseits

4

11

Fouls

12

Guèye 3

Torschüsse

3 Kittel

Fandrich 4

Torschussvorlagen

2 Heyer

Carlson 47

Ballaktionen

110 Schonlau

Carlson 78%

Zweikampfquote

69% David

Zolinski 2

Flanken

3 Heyer + div. (2)