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Fans

04.02.20

Kontrollierter Einsatz von Pyrotechnik beim HSV: "Niemand muss sich Sorgen machen!"

Im Interview mit HSV.de erklärt Cornelius Göbel, Leiter der Abteilung Fankultur beim HSV, wie beim Heimspiel gegen Karlsruhe die erste von der Stadt Hamburg und dem DFB gemeinsam genehmigte „Pyro-Aktion“ im Volksparkstadion ablaufen soll und was sich der Club davon verspricht.

Der HSV geht beim „Fandialog“ neue Wege. Zum intensiven Austausch, der seit Jahren geführt wird, gehört dabei auch der Umgang mit dem Thema „Pyrotechnik im Stadion“. Der Club hat sich nach den Erfahrungen der letzten Jahre sowie zahlreichen Gesprächen mit den entsprechenden Fangruppierungen und Behörden dazu entschlossen, ein kontrolliertes Abbrennen von Rauchsimulatoren bei einem Zweitliga-Heimspiel durchzuführen. Nachdem bereits die Behörde für Inneres und Sport in Hamburg dieses Vorhaben genehmigte, hat am heutigen Dienstag (4. Februar) auch die zuständige Stelle beim DFB, die Kommission „Prävention & Sicherheit & Fankultur“, den Antrag des HSV bewilligt. Demnach darf der Club vor Anpfiff des Heimspiels gegen den Karlsruher SC am kommenden Sonnabend, den 8. Februar, im Volksparkstadion zehn Rauchsimulatoren außerhalb der Zuschauerbereiche unter Aufsicht einer Fachfirma kontrolliert abbrennen.

Im Interview mit HSV.de erklärt Cornelius Göbel, Leiter der Abteilung Fankultur beim HSV, wie man sich den kontrollierten Einsatz von Pyrotechnik vorstellen kann, was sich der Club davon verspricht und dass sich die Zuschauer keine Sorgen machen müssen.

Der HSV hat sich dazu entschieden, bei einem Heimspiel kontrolliert Pyrotechnik im Stadion abbrennen zu lassen. Wie ist diese Entscheidung innerhalb des Clubs gereift?

Cornelius Göbel: Das Thema begleitet den Club und den Fußball generell seit Jahren. Wir haben vor Kurzem in einer Vereinszeitung aus den 60er Jahren einen Artikel gefunden, der die HSV-Fans ermahnt, das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu unterlassen. Daran erkennt man, wie lange sich alle Beteiligten mit diesem Thema beschäftigen. Der HSV begreift Pyrotechnik als Teil der Fankultur. Die in den letzten Jahren ergriffenen Maßnahmen und härteren Sanktionen wie Geldstrafen, Kollektivstrafen, Verbot von Fanutensilien oder überzogene Einlasskontrollen haben nachweislich nicht dazu geführt, dass Pyrotechnik in Stadien weniger zum Einsatz gekommen ist. Wir sind der Meinung, dass es erforderlich ist, neue Wege zu gehen. Dies kann nur im Dialog geklärt werden.

Wie war in diesem Zusammenhang der Austausch mit den Fangruppen?

Es ist durchaus ein kontroverser Austausch. Uns ist es wichtig, einen öffentlichen Diskurs zu führen und einen lösungsorientierten Umgang zu pflegen. Wir sind davon überzeugt, dass die breite Masse der aktiven Fanszene diesen Weg mitgehen möchte. Wir wissen auch darum, dass es Strömungen gibt, die diesem Kontext nicht positiv gegenüberstehen. Aber reine Verbote sind für Subkulturen bekanntlich ebenfalls ein besonders toller Reiz.

Gegen Karlsruhe werden am Sonnabend nun kontrolliert eine begrenzte Anzahl von zehn Rauchsimulatoren eingesetzt. Wie kann man sich die Abwicklung im Detail vorstellen?

Zunächst einmal werden die Rauchsimulatoren zwischen Spielfeld und Nordtribüne, also in einem Zuschauer neutralen Bereich eingesetzt. Dabei werden die pyrotechnischen Erzeugnisse von Fans unter Aufsicht der Feuerwehr gezündet. Zudem stehen genug Möglichkeiten bereit, einen unkontrollierten Verlauf sofort zu unterbinden. Niemand muss sich beim Besuch des Volksparkstadions am Sonnabend also Sorgen machen.

Wenn von Rauchtöpfen die Rede ist, werden bei manchen Stadionbesuchern sicher Sorgen hervorgerufen. Wie gefährlich ist das Abbrennen dieser Simulatoren?

Die im Dialog mit den Fans geplante Umsetzung ist im Grunde mit Musikkonzerten zu vergleichen, bei denen ebenfalls angemeldete, pyrotechnischen Mittel seit Jahren zum Einsatz kommen. Auch bei Popkonzerten im Volksparkstadion mit nicht weniger Zuschauern wurde Pyrotechnik bereits in großen Mengen eingesetzt, immer unter behördlichen Auflagen und von Profis ausgeführt. Warum dies nicht bei Fußballspielen erfolgen soll, ist nicht selbsterklärend.

Welche Erwartungen hat der Club hinsichtlich der nächsten Schritte?

Grundsätzlich freuen wir uns erst einmal auf den Einsatz am Sonnabend, weil eine bunte, lebendige Tribüne wichtig für die Fankultur ist. Wir stehen bei diesem Thema erst ganz am Anfang des Dialogs. Es wäre naiv zu glauben, dass Ultras aufgrund dieser Aktion das Abbrennen von bislang verwendeten pyrotechnischen Mitteln sofort unterlassen. Unser Antrieb ist es, Gefahren zu minimieren, den Austausch weiter voranzutreiben und für den geordneten Einsatz von Pyrotechnik zu sensibilisieren. Wie dies im Detail aussehen wird, können wir noch nicht genau abschätzen. Uns ist klar, dass wir in diesem Zusammenhang auch Widersprüche und Rückschläge erleben werden, wir sind aber dennoch von diesem Weg überzeugt.

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