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80 Jahre Özcan Arkoc!

Verein

02.10.19

80 Jahre Özcan Arkoc!

Der langjährige Schlussmann und einstige Cheftrainer des Hamburger SV feiert heute seinen 80. Geburtstag. Ein Rückblick auf eine besondere Karriere mit zahlreichen Geschichten.

Özcan Arkoc - allein der Name bringt schon die erste kuriose Geschichte mit sich. Vor exakt 80 Jahren erblickt Özcan Arkoc am 2. Oktkober 1939 in Hayrabolu im Nordosten der Türkei das Licht der Welt. In seiner türkischen Heimatstadt ist es allgemein üblich, sich mit dem Vornamen vorzustellen. Dementsprechend handelt der Fußballtorwart auch bei seiner ersten Profistation fernab der Heimat im österreichischen Wien. Gelernt ist schließlich gelernt und so erklärt Arkoc gegenüber dem FK Austria Wien, für den er von 1964 bis 1967 die Buffer schnürt: "Ich heiße Özcan". Der Fehler nimmt daraufhin seinen Lauf und ist vorerst nicht mehr auszuradieren - gelernt ist schließlich gelernt. "Ab dem Moment hat es sich verselbstständigt. In den meisten Presseartikeln, Statistiken oder Chroniken steht immer nur Özcan. Auch beim HSV war ich gleich und eigentlich immer nur ,Ötschi‘ - genervt hat mich das aber nie", erinnert sich der gebürtige Türke, der seit 1980 einen deutschen Pass besitzt und heute seinen 80. Geburtstag feiert.

Özcan Arkoc bei einer Parade.
Acht Jahre stand Arkoc beim HSV zwischen den Pfosten, drei weitere an der Seitenlinie. Seit September 2014 ist er neben Horst Schnoor, Rudi Kargus und Uli Stein als einer von vier Torhütern auf dem "Walk of Fame" verewigt.

Spieler, Trainer, Premieren-Wechsler

Schließlich hat sich das heutige Geburtstagskind trotz des anfänglichen Irrtums und nicht zuletzt wegen seiner erfolgreichen Zeit beim Hamburger SV einen bleibenden Namen gemacht. Von 1967 bis 1975 war der 1,82 Meter große Schlussmann bei den Rothosen aktiv und ging bei seinen 207 Pflichtspielen (159x Bundesliga, 14x DFB-Pokal, 6x DFB-Liga-Pokal, 19x Europapokal und 9x Intertoto-Runde) gleich mehrfach in die Geschichtsbücher ein. So war Arkoc zwar nicht, wie vielfach kolportiert, "der erste türkische Fußballprofi in der Bundesliga" - diese Premiere war Eintracht Braunschweigs Aykut Önyazici vorbehalten -, aber er er liegt mit seinen 159 Bundesliga-Spielen bis heute auf Platz 7 der ewigen Top Ten der mittlerweile knapp 100 im deutschen Oberhaus eingesetzten Türken. Vor ihm rangieren nur Halil Altintop (351 BL-Spiele), Yildiray Bastürk (249), Nuri Sahin (247), Ömer Toprak (229), Yunus Malli (197) und Hamit Altintop (192).

Beim HSV war und ist Özcan dagegen schon immer die türkische Nummer 1. Ihm folgten mit Özkan Gümüs (1997-2000), Soner Uysal (1997-2001), Deniz Dogan (2003/04), Tunay Torun (2008-11), Tolgay Ali Arslan (2009-14), Gökhan Töre (2011/12), Hakan Calhanoglu (2013/14), Kerem Demirbay (2013/14), Tolcay Cigerci (2014), Batuhan Altintas (2015/16), und Berkay Özcan (seit 2019, derzeit an Istanbul Basaksehir verliehen) elf weitere Profis aus der Türkei, von denen jedoch kein einziger die Marke von 100 Pflichtspielen für den HSV knacken konnte. Doch damit nicht genug: Auch auf der Trainerbank der Rothosen verewigte sich Arkoc, indem er nach seiner aktiven Laufbahn im Jahr 1975 erfolgreich als Co-Trainer an der Seite von Kuno Klötzer sowie als Nachfolger von Rudi Gutendorf 1977/78 auch für 22 BL-Spiele als HSV-Cheftrainer (Bilanz: 8 Siege/5 Remis/9 Niederlagen) aktiv war. Er war damit der erste von bis heute neun Fußballern, die für den HSV sowohl auf dem Platz als auch als verantwortlicher Trainer an der Seitenlinie um Bundesliga-Punkte kämpfte. Seine Nachfolger: Willi Reimann, Benno Möhlmann, Felix Magath, Holger Hieronymus, Thomas Doll, Bruno Labbadia, Rodolfo Cardoso und Bernd Hollerbach.

Auch über die hamburgischen Stadtgrenzen hinaus trug sich Özcan Arkoc in die Geschichtsbücher ein. Gleich bei seinem Pflichtspiel-Debüt für den HSV, beim Bundesliga-Spiel am 19. August 1967 im Bremer Weserstadion, verewigte sich Özcan Arkoc als erster ausgewechselter Spieler der Bundesliga-Geschichte in den Almanachen. Es sind nur einige von vielen Geschichten, die der sympathische und noch immer in Hamburg verwurzelte "Deutsche mit türkischen Wurzeln", wie er selbst sagt, geschrieben hat. Eine weitere Auswahl dieser Stories gibt es ab Freitag in der 3. Ausgabe des HSVlive-Magazins zu lesen, die sich in der Rubrik "Ehrenliga" ausführlich mit der Karriere des Schlussmanns beschäftigt. 

Heute heißt es aber erstmal: Doğum günün kutlu olsun - herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!    

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