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Unangenehmer Gegner zur angenehmen Situation

Vorbericht

17.02.17

Unangenehmer Gegner zur angenehmen Situation

Nach vier Heimsiegen in Folge möchte der HSV seine Erfolgsserie gegen den SC Freiburg fortsetzen. Die Breisgauer kommen aber selber mit viel Rückenwind und einer guten Statistik nach Hamburg.

Der HSV kommt aus einer perfekten Woche: Drei Spiele, drei Siege, kein Gegentor. Damit unter anderem das Pokal-Viertelfinale erreicht und in Leipzig als erste Mannschaft in der diesjährigen Saison überhaupt gewonnen. Und jetzt kommt Freiburg. Ausgerechnet Freiburg, muss man wohl eher sagen. Denn der Aufsteiger ist „ein kleiner Name, der aber nur mit einer großen Leistung zu bezwingen ist“, warnt Markus Gisdol vor der Partie eindringlich davor, den Gegner aufgrund der letzten Erfolgserlebnisse auf die leichte Schulter zu nehmen. „Gegen Freiburg hast du immer die Schwierigkeit. Von der Wahrnehmung kommen sie viel zu schlecht weg und sind nicht da, wo sie hingehören“, so der Trainer.

Markus Gisdol und Christian Streich stehen sich vor der Trainerbank gegenüber.
Markus Gisdol (re.) und Christian Streich standen sich in der Bundesliga schon oft gegenüber. Gisdol für verschiedene Vereine, Streich immer für den SC.

Freiburg: Seit Jahrzenten eine klare Strategie

Trotz der tollen Spielen der letzten Woche ist Vorsicht geboten. Zum ersten Mal seit dem Spiel in Ingolstadt gehen die Rothosen wieder als leichter Favorit in die Partie. Nach zuletzt vier Heimsiegen in Folge und fünf ungeschlagenen Partien im Volksparkstadion ist dies auch nachvollziehbar. „Doch wir sind immer noch in einer wahnsinnig schwierigen Situation, nur drei Punkte von einem Relegationsplatz entfernt“, weiß auch Jens Todt um die Gefahr, dass es schnell wieder in die andere Richtung gehen kann. Gerade gegen einen so unangenehmen Gegner wie den SC Freiburg. „Wir erwarten eine Mannschaft, die total gut organisiert ist, die unangenehm und laufstark ist. Sie sind schwer zu knacken“, so der Sportchef, der selber über Jahre im Breisgau zuhause war.

Von 1991 bis 1996 trug Todt in 168 Bundesliga-Spielen das Trikot der Breisgauer. Der heutige Trainer Christian Streich war schon damals dort. „Er war Jugendtrainer als ich in der ersten Mannschaft gespielt habe“, erinnert sich der Hamburger Sportchef. Insgesamt 16 Jahre zeigte sich Streich für die U19 verantwortlich, ehe er 2007 zusätzlich Co-Trainer der ersten Mannschaft wurde und 2011 als Cheftrainer die Geschicke in der Bundesliga übernahm. „Sie haben seit Jahren, sogar seit Jahrzenten eine klare Strategie. Sie machen tolle Arbeit mit ganz viel Kompetenz und Herzblut“, lobt Todt den Kontrahenten. Das sieht auch Gisdol so. „Dort herrscht eigentlich immer eine unglaubliche Ruhe. Das ist ein Stück weit auch das Erfolgsgeheimnis.“

Michael Gregoritsch hält den Daumen in die Kamera.
Daumen hoch! Michael Gregoritsch steht gegen Freiburg im vorläufigen Kader.

Gregoritsch im vorläufigen Kader

Das Erfolgsgeheimnis spiegelte sich in den vergangenen Jahren auch immer wieder in Hamburg wider. Fünf Jahre gab es gegen den SC keinen Heimsieg. 1:1, 1:1, 0:1, 1:3 und 0:2 liest sich die Schreckensbilanz aus HSV-Sicht. Um diese zu durchbrechen, müssen die Rothosen uneingeschränkt an die Leistungen der letzten Wochen anknüpfen. „Für uns ist es eine Herausforderung, bei der Spannung zu bleiben, die wir zuletzt hatten. Es ist eine angenehme ungewohnte Situation“, sagt Gidsol. Um diese zu halten berief der Trainer 19 Spieler in den vorläufigen Kader. Michael Gregoritsch kehrte nach überstandener Bänderverletzung in diesen zurück.

Auch Christian Streich kann aus dem Vollen schöpfen. Bis auf die Langzeitverletzten stehen ihm alle Spieler zur Verfügung. Lediglich Havard Nielsen ist nach einem Schlag auf die Wade noch fraglich. Im Vergleich zur Vorwoche gibt es auch keinen Grund für Wechsel. Der SC gewann sein Heimspiel gegen den 1. FC Köln mit 2:1 und feierte bereits den siebten Heimsieg. In Hamburg erwartet Streich derweil ein sehr intensives Spiel. Der Ball werde nicht viel am Boden sein, prognostiziere der Coach. „Sie werden uns jegliche Freude nehmen. Sie haben jetzt eine Formation gefunden und Spieler mit viel Körperlichkeit und Wucht“, so Streich. Das Unangenehme wird sich also auf beiden Seiten zeigen und macht es somit noch interessanter, wer die Situation ins Angenehme drehen kann.

Der 19-Mann-Kader für das Spiel: Tor: Adler, Mathenia; Feld: Diekmeier, Djourou, Douglas Santos, Ekdal, Gregoritsch, Holtby, Hunt, Jung, Lasogga, Kostic, Mavraj, N. Müller, Ostrzolek, Papadopoulos, Sakai, Walace, Wood

Nicht dabei: Porath (Aufbautraining nach Bänderverletzung), Waldschmidt, Götz, Bahoui, Hirzel, Jatta

Gelbsperre droht: Müller (4 Gelbe Karten)

So könnte Freiburg spielen: Schwolow - Kübler, Torrejon, Söyüncü, C. Günter - Frantz, Höfler - Philipp, Grifo - Haberer - Niederlechner

Es fehlen: P. Stenzel (Schultereckgelenksprengung), Sierro (Achillessehnenprobleme)

Gelbsperre droht: Söyüncü, Haberer (beide 4 Gelbe Karten)

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

 

Den Spieltags-Check vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg seht ihr bei HSV total!