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Gotoku Sakai: "Ich möchte noch mehr Verantwortung übernehmen"

Interview

09.08.17

"Ich möchte noch mehr Verantwortung übernehmen"

Gotoku Sakai wurde als Kapitän in seinem Amt bestätigt. Im Interview mit HSV.de spricht der Japaner über die erneute Ernennung, seine Rolle als Spielführer und die Stimmung innerhalb der Mannschaft. 

Der 20. November 2016 markiert in der Karriere von Gotoku Sakai einen besonderen Tag. An jenem Sonntag führte der Japaner beim 2:2-Unentschieden in Hoffenheim den Hamburger SV zum ersten Mal als Kapitän aufs Feld. Seitdem sind 20 Spiele als Spielführer der HSV-Startelf hinzugekommen und die Liste der Partien wird sich in Zukunft weiter verlängern. Denn HSV-Trainer Markus Gisdol bestätigte den 26-jährigen Außenverteidiger am gestrigen Dienstag in seinem Amt. Seine Stellvertreter sind Kyriakos Papadopoulos und Mergim Mavraj. Als 28. Bundesliga-Kapitän der Rothosen rechtfertigte Sakai in der abgelaufenen Spielzeit nicht zuletzt mit der erfolgreichen Rettung das Vertrauen des Trainers. Getreu seines Naturells sieht „Go“ aber auch noch Verbesserungspotential bei der Ausführung seines Amtes, wie er im Interview mit HSV.de unter anderem verrät. 

HSV.de: Go, du wirst den HSV auch in der kommenden Saison 2017/18 als Kapitän aufs Feld führen. Was ist das für ein Gefühl? 

Gotoku Sakai: Das ist eine sehr große Ehre für mich und ich freue mich sehr, dass ich wieder eine solch große und wichtige Rolle spielen darf. Dieser möchte ich in der neuen Spielzeit gerecht werden.  

Sakai schaffte in der abgelaufenen Saison als jüngster Bundesliga-Kapitän (25 Jahre) die Rettung mit dem HSV.

Wie möchtest du das Kapitänsamt dabei ausfüllen? 

Ich werde versuchen, meiner Persönlichkeit weiter treu zu bleiben. Ich bin jemand, der seine Taten sprechen lässt und nicht einfach dumm herumquatscht. Das war bereits in der letzten Saison so. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich vor dem Team und der Presse noch mit mehr Selbstbewusstsein und Eigeninitiative auftreten muss. Der Trainer hat mir gesagt, dass ich viele Sachen in der vergangenen Saison bereits gut gemacht habe, wünscht sich aber auch, dass ich noch mehr Verantwortung übernehme. Das fordere ich auch von mir ein.  

Wie kannst du dich diesbezüglich konkret verbessern? 

Eines meiner Probleme in der vergangenen Saison war das Zutrauen in die Sprache. Bei Interviews übersetze ich beispielsweise im Kopf zunächst aus dem Japanischen ins Deutsche und das wirft die Grammatik durcheinander, die komplett verschieden ist. Ich war nicht immer so davon überzeugt, dass mein Deutsch gut genug ist. Dabei bin ich jetzt seit zweieinhalb Jahren hier und jeder versteht eigentlich, was ich sagen möchte, auch wenn mal ein paar Worte fehlen. In diesem Punkt hat mich der Trainer nochmal gestärkt, so dass ich hier aktiver werden und daran arbeiten möchte. 

Inwiefern hat sich deine Rolle innerhalb der Kabine durch das Kapitänsamt verändert – versuchst du beispielsweise verstärkter in Mitspieler und Situationen rund ums Team reinzuhorchen?

Sicherlich habe ich jetzt eine besondere Verantwortung, aber nach meinem Verständnis ist jeder Spieler hierbei gefragt. Wir haben einige erfahrene Spieler, die über viel Ahnung und Erfahrung verfügen und deshalb genauso erkennen, was gut oder schlecht im Team läuft. Natürlich sollen sie dann auch in bestimmten Momenten zur Mannschaft sprechen – das muss nicht in jeder Situation der Kapitän machen.

Sakai sieht das Team in einem körperlich und taktisch guten Zustand.

Wie ist im Hinblick auf den Pflichtspielauftakt am Wochenende die Stimmung bei euch in der Mannschaft? 

In meinen Augen sind wir gut drauf. Wir sind körperlich und taktisch in einer guten Verfassung und haben das im letzten Testspiel auch gut umsetzt. Man spürt auch, dass jeder sehr viel Bock auf die neue Saison hat. Zudem haben wir aus der Rückrunde eine gute Grundlage, die uns Kraft und Selbstvertrauen für die neue Spielzeit gibt. Wir wissen jetzt, wie wir gut spielen können und freuen uns auf den Auftakt. 

Findet ihr auch ein Stück weit eine Erleichterung vor, da es wieder bei null losgeht und ihr nicht mehr wie in der Vorsaison diesem großen Rückstand hinterherlaufen müsst? 

Natürlich ist die Situation jetzt wieder ganz anders. Das kann auf der einen Seite ein großer Vorteil für uns sein, aber auch als Gefahr ins Gegenteil ausschlagen. Wir dürfen nicht nach zwei oder drei Spielen denken, dass wir noch die ganze Saison vor uns haben. Nein, wir müssen von Anfang an Gas geben. Jedes Spiel ist extrem wichtig für uns. Wir wollen da bloß nicht wieder reinrutschen, sondern eine stabile Saison spielen. Der 1. Spieltag wird also direkt sehr wichtig und wir wollen die drei Punkte im Volkspark behalten.