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Mit Hunt auf der Jagd nach dem Heimdreier

Vorbericht

04.03.19

Mit Hunt auf der Jagd nach dem Heimdreier

Nach fünf Wochen steht der Kapitän der Rothosen vor der Rückkehr in die Startelf. Mit ihm soll der sechste Heimsieg unter Hannes Wolf eingefahren werden.

Erst 21 Pflichtspiel-Minuten kann Aaron Hunt im Jahr 2019 vorweisen. Im ersten Heimspiel gegen den SV Sandhausen wurde der Kapitän in der 69. Minute eingewechselt. Bei allen anderen Auftritten war er schweren Herzens zum Zuschauen verdammt. „Diese Situationen sind immer das Schlimmste für alle Fußballer“, gibt Hunt vor der heutigen Heimpartie gegen die SpVgg Greuther Fürth (ab 20.15 Uhr live im HSVnetradio) zu Protokoll. „Besonders wenn es nicht so gut läuft wie in den letzten Wochen.“ In den vergangenen vier Begegnungen ohne den Lenker im Mittelfeld gelang dem HSV nur der Sieg gegen Dynamo Dresden und ein Punktgewinn beim Auftritt in Heidenheim. Die Folge: Der 1. FC Köln hat durch den Erfolg im Nachholspiel gegen Erzgebirge Aue die Tabellenführung übernommen und auch Union Berlin und der FC St. Pauli sind dichter herangerückt. Doch nun ist der Kapitän zurück und mit ihm auch die Überzeugung, gegen Fürth den vierten Heimsieg in Folge in diesem Kalenderjahr einzufahren.

Hannes Wolf spricht it Aaron Hunt auf dem Trainingsplatz.
Für Hannes Wolf (re.) ist Kapitän Aaron Hunt nicht nur aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten ein wichtiger Baustein im Mannschaftskorsett.

Mit Hunt 2,18 Punkte im Schnitt

„Wir freuen uns, dass Aaron zurück ist. Sein Ausfall hat uns schon getroffen. Wir hoffen, dass er sofort wieder auf einem Level ist, auf dem er der Mannschaft hilft. Die anderen können sich an ihm festhalten, weil sie wissen, welche Pässe er spielen kann, und können sich aufgrund seiner Persönlichkeit und seiner Erfahrung auch ein Stück weit anlehnen“, sagte Hannes Wolf in der Pressekonferenz vor der Partie und bestätigte damit auch die Statistik. Mit dem Kapitän holten die Hamburger in dieser Saison 2,18 Punkte im Schnitt, ohne ihn lag der Wert lediglich bei 1,17 Zählern. Ein klares Indiz für seinen Stellenwert. „Wir brauchen ihn in einer guten Verfassung, weil er immer etwas entwickeln kann, letzte oder vorletzte Pässe spielt und auch Tore schießen kann“, erläutert Wolf. Hunt selber ist sich seiner Rolle bewusst. „Ich weiß, dass ich der Mannschaft mit meiner Art Fußball zu spielen helfen kann.“ Seit zehn Tagen befindet sich der Kapitän nun schon wieder im Training, hat seinen Muskelfaserriss komplett auskuriert und brennt auf sein Comeback gegen Fürth. „Wir müssen uns da abheben, wo wir nach meiner Meinung besser sind als die anderen Mannschaften, und das ist im Spiel mit dem Ball. Da haben wir in den letzten Wochen ein wenig unsere Leichtigkeit verloren, die wir in der Hinrunde noch hatten. Ich bin aber absolut positiv gestimmt, dass wir das wieder hinkriegen.“

Hannes Wolf hat mit der Rückkehr von Aaron Hunt allerdings nicht nur eine Alternative mehr im Kader, der Cheftrainer muss auf der anderen Seite die fehlenden Orel Mangala und Vasilije Janijicic ersetzen. Für die gesperrten Mittelfeldspieler wird voraussichtlich Gotoku Sakai auf die Sechserposition rücken. „Er ist ein Leistungsträger und ein Anführer in der Mannschaft, der immer 100 Prozent gibt. Dazu ist er im Spielrhythmus und hat auch schon viel aus Sechserräumen gespielt“, ist sich Wolf sicher, mit dem Japaner eine gute Alternative gefunden zu haben. Für ihn wird dann wohl Khaled Narey auf der Außenverteidigerposition beginnen.

Dichte Aufnahme von Stefan Leitl.
"Wollen uns nicht verstecken" - Unter dem neuen Trainer Stefan Leitl kam Greuther Fürth zuletzt zu einer Serie von drei ungeschlagenen Spielen.

Fürth kommt mit drei ungeschlagenen Spielen

Bei Greuther Fürth muss Neu-Coach Stefan Leitl lediglich auf Yosuke Ideguchi (Meniskusschaden) verzichten. Alle anderen verletzten Akteure sind mittlerweile ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Mit Tobias Mohr, der sich kurz vor Weihnachten einen Innenbandriss im Knie zugezogen hatte, steht zudem einer der Top-Scorer (4 Tore / 4 Vorlagen) vor einer Rückkehr in den Kader. Die Franken kommen seit dem Trainerwechsel mit der Bilanz von drei ungeschlagenen Partien in die Hansestadt. Nach dem Debüt-Sieg von Leitl zuhause gegen den MSV Duisburg (1:0), gab es bei Holstein Kiel (2:2) und ebenfalls daheim gegen Heidenheim (0:0) zwei Unentschieden. „Wir haben Vertrauen in das, was wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben. Und das wird für uns auch ein Schlüssel sein, um erfolgreich zu spielen“, sagte der ehemalige Profi des FC Ingolstadt in der Pressekonferenz vor dem Spiel. „Der HSV ist auf jeden Fall eine super Mannschaft, die sehr viel Qualität hat. Wenn wir sie ärgern und eklig sind, dann habe ich ein gutes Gefühl, dass wir dort auch was holen können. Wir brauchen uns auf keinen Fall zu verstecken“, zeigt auch Winter-Zugang Paul Seguin das neue Selbstvertrauen der Mannschaft.

„Seit dem Trainerwechsel haben sie eine offensive, aggressive Herangehensweise. Gegen Kiel und Heidenheim, die auch oben mitspielen, haben sie es sehr gut gemacht. Sie werden uns unter Druck setzen und auch nach vorne spielen“, zollt Hannes Wolf dem Gegner großen Respekt. Auch Aaron Hunt weiß, dass er auf die Erfahrungen des Hinspiels, in dem es am Ronhof ein 0:0-Unentschieden gab, nicht mehr viel zählen kann. „Die Partie kann man zur Analyse nicht nehmen, es waren zwei andere Trainer und zwei andere Situiationen. Die Fürther spielen nun ganz anders. Aber wir sind insgesamt auch viel gefestigter und stärker. Wir spielen zuhause und wollen natürlich gewinnen“, sagt der „Hunter“, der vor allem mit seiner Erfahrung bei der Jagd auf den nächsten Heimdreier helfen soll.

So könnte Fürth spielen: Burchert - Sauer, Magyar, M. Caligiuri, Wittek - Jaeckel - Reese, S. Ernst, Green, Redondo - Keita-Ruel

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

(Kopie 1)