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Freude über den Pokalsieg, Fokus voll auf Dresden

Nachbericht

06.02.19

Freude über den Pokalsieg, Fokus voll auf Dresden

HSV-Trainer Hannes Wolf sprach am Tag nach dem Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale über den gestrigen Pokalabend, die personelle Situation und die nächste Aufgabe in der 2. Bundesliga. 

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, schallte es nach dem gestrigen 1:0-Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Nürnberg lautstark von den Rängen des Volksparkstadions. Der Hamburger SV hatte in den 90 Minuten zuvor den Tabellen-17. der 1. Bundesliga spielerisch komplett dominiert und durch einen Treffer von Winterneuzugang Berkay Özcan (54.) hochverdient das Viertelfinale des Wettbewerbs erreicht. „Der Pokal ist Kult“, hatte Cheftrainer Hannes Wolf bereits im Vorfeld des Achtelfinals deutlich gemacht und seine Mannen zeigten ihm, dass sie die Bedeutung des Wettbewerbs, der an diesem Abend mit zwei weiteren Underdog-Siegen – Heidenheim bezwang Leverkusen (2:1), Bremen siegte spektakulär in Dortmund (7:5 n.E.) – seinen ganzen Zauber entfaltete, voll verinnerlicht haben. „Wir haben richtig Vollgas gegeben, weil es der Pokal ist und wir unbedingt soweit wie möglich kommen wollen“, bestätigte Matchwinner Özcan nach Spielschluss. 

Auch am Tag nach dem Pokalabend schwelgte am Volkspark sicherlich noch der eine oder andere Traum von einer möglichst weiten Pokalreise mit dem Endziel Berlin in den Köpfen der Fans sowie der HSV-Profis, die entweder ein Spielersatztraining oder eine regenerative Einheit absolvierten. Trainer Wolf war dementsprechend um die richtige Einordnung der bisherigen Geschehnisse im Jahr 2019 bemüht und erklärte im Rahmen einer Presserunde: „Es hat zwei Seiten. Wir freuen uns riesig über den gestrigen Abend, aber wir haben gleichzeitig von den ersten drei Rückrundenspielen zwei verloren. Die Sinne bleiben absolut geschärft.“   

Im Detail sprach der 37-jährige Fußball-Lehrer über…

Rick van Drongelen und seine Teamkollegen bejubeln das 1:0 durch Berkay Özcan.
Im Volksparkstadion herrschte großer Jubel über den 1:0-Siegtreffer von Berkay Özcan, der gleichzeitig den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale perfekt machte.

… den gestrigen Pokalabend: Die Mannschaft hat ein sehr gutes Spiel gemacht, war sehr konstant und hat verdient gewonnen. Es war besonders im defensiven Bereich eine sehr gute Leistung von allen Spielern. Bereits weit vorn beim Anlaufverhalten und im Gegenpressing waren wir sehr präsent. Auch die Fans waren und sind fantastisch. Für uns ist es natürlich auch immer wichtig, dass wir eine Art von Fußball spielen, die die Leute mitnimmt und mit der sie sich identifizieren können. So ist der Funke gestern in beide Richtungen übergesprungen, so dass alle HSV-Fans zufrieden nach Hause gegangen sind. Insgesamt fühlt es sich gut an, jetzt unter den letzten acht Teams zu stehen, aber es dauert natürlich noch etwas, bis die nächste Runde ansteht.  

… das nächste Spiel: Natürlich gibt es trotz des tollen Pokalsiegs auch eine andere Seite. Wir haben von den ersten drei Rückrundenspielen zwei verloren und wollen besonders die letzte Niederlage am Montag wiedergutmachen. Die Sinne bleiben absolut geschärft, nicht zuletzt, weil wir gestern beim Spiel zwischen Heidenheim und Leverkusen wieder einmal gesehen haben, zu welchen Leistungen die Teams in der 2. Bundesliga fähig sind. Unser Fokus ist aktuell schon wieder komplett auf Dresden umgelegt. 

… die Personallage: Pierre-Michel Lasogga und Gideon Jung sind heute wieder auf dem Platz gewesen. Im Moment sieht es erstmal insoweit gut aus, dass sie nicht schwerer verletzt sind. Wir müssen jetzt die Reaktionen auf die Trainingsbelastung abwarten, aber grundsätzlich sieht es für das Spiel am Montag gut aus. Orel Mangala hat gestern einen Schlag abbekommen, aber es sieht heute bereits deutlich besser aus, so dass er am Freitag voraussichtlich wieder ins Teamtraining einsteigen wird. „Papa“ scharrt getreu seines Charakters und seiner Mentalität mit den Hufen, aber bei ihm haben wir eine Gesamtverantwortung, dass er fit genug in ein Spiel geht.  

Lewis Holtby, Douglas Santos und Berkay Özcan stehen zur Ausführung eines Freistoßes bereit.
Lewis Holtby und Douglas Santos erhielten ein Sonderlob von Trainer Hannes Wolf.

… die Tiefe der Mannschaft: Wir wollen am liebsten immer alle Spieler gesund haben und aktuell fallen mit Aaron Hunt, Hee-chan Hwang und Pierre drei gestandene Offensivspieler aus. Es ist schön zu sehen, dass die weiteren Spieler auf diesem Level nicht nur gewinnen, sondern so ein Spiel machen können. Für Vasilije Janjicic habe ich mich zum Beispiel sehr gefreut, weil er aufgrund der guten Verfassung von Orel Mangala zuletzt nicht viel gespielt hat. Wir dürfen aber gleichzeitig auch nicht die erfahrenen Spieler wie Douglas Santos, Lewis Holtby und Go Sakai vergessen, die das gestern getragen haben. Die Leistung von „Dougi“ ist mittlerweile für viele schon normal, aber das ist natürlich herausragend auf allen Ebenen. Auch Lewis Holtby finde ich in der Rückrunde echt stark. Man sieht, dass er fit ist und vorweggeht.  

… Angreifer Fiete Arp: Unglücklich war sein gestriger Auftritt auf gar keinen Fall. Er war sehr fleißig und hat unglaublich gut im Anlauf- und Defensivverhalten gearbeitet. Er hat viele Zweikämpfe geführt und diese auch gewonnen. Für die letzte Aktion – auch mal ein Tor zu schießen – brauchst du manchmal auch das nötige Quäntchen Glück. Da hatte er gestern Pech.   

… Bakery Jatta: Er macht es gut, hat jetzt in der kurzen Zeit dreimal gespielt. Dafür hat er es gestern wie viele andere Spieler auch von der Intensität und Laufbereitschaft her sehr gut gemacht. Insgesamt ist Baka auf einem guten Weg und soll da bitte draufbleiben. Schließlich kann man auf guten Wegen auch immer leicht mal links und rechts abbiegen. 

(Kopie 4)