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„Wir brauchen eine deutliche Leistungssteigerung“

Pressekonferenz

07.11.19

„Wir brauchen eine deutliche Leistungssteigerung“

In der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Holstein Kiel sprach HSV-Trainer Dieter Hecking unter anderem über die Stärken des Gegners, die Lehren aus dem Wiesbaden-Spiel und die Hierarchie innerhalb der Mannschaft.

Für den Hamburger SV steht  in der 2. Liga zum zweiten Mal in Serie ein Auswärtsspiel auf dem Programm. Nach der langen Reise ins mehr als 500 Kilometer entfernte Wiesbaden, wo sich die Rothosen am vergangenen Sonntag mit einem 1:1-Unentschieden von Wehen Wiesbaden trennten, geht es dieses Mal zum norddeutschen Nachbarn an die Kieler Förde. Lediglich 95,8 Kilometer und damit rund eine Autostunde beträgt dieses Mal die Entfernung vom Volksparkstadion zum Holstein-Stadion, in dem am Sonnabend (9. November, ab 12.45 Uhr live im HSVnetradio) das Nordduell steigt. Ein Duell, in dem HSV-Trainer Dieter Hecking die Favoritenrolle abermals klar verteilt sieht und eine Leistungssteigerung seiner Mannschaft einfordert, damit anders als in Wiesbaden ein Auswärtssieg gelingt. "Wenn wir wieder so fahrig spielen wie in Wiesbaden, dann werden wir gegen Kiel nicht gewinnen - das ist ganz klar", machte der 55-jährige Fußball-Lehrer am heutigen Donnerstag in der Pressekonferenz im Vorfeld der Partie deutlich.     

Im Detail sprach der HSV-Cheftrainer über… 

den Gegner: Holstein Kiel macht es derzeit sehr ordentlich. Man sieht eine Entwicklung in der Mannschaft. Die Kieler wählen weiterhin einen fußballerischen Ansatz und spielen von hinten heraus. Zudem haben sie viel Bewegung und Gegenbewegung in der vorderster Reihe und agieren mit breit stehenden Achtern. In der Arbeit gegen den Ball sind sie zudem in verschiedenen Spielsystemen variabel. Es ist also ein ähnlicher Aufbau wie bei uns.

Wie bereits in Wiesbaden steht für den Ex-Kieler David Kinsombi am Sonnabend eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte an.

... die Lehren aus dem Wiesbaden-Spiel: Das Spiel bei Wehen Wiesbaden war nicht gut. Es gibt aber immer mehrere Gründe dafür. Ich glaube, dass uns ganz einfach ein bisschen die mentale Frische gefehlt hat. Wir waren nicht so bei 100 Prozent wie in den Partien zuvor. Nach den drei Highlight-Spielen gegen Stuttgart und Bielefeld ist es für diese Mannschaft eine Aufgabe gewesen, sich wieder mit dem Zweitliga-Alltag zu beschäftigen und bestmöglich hochzufahren. Das ist uns in Wiesbaden nicht gut gelungen. Wenn wir wieder so fahrig spielen, dann werden wir gegen Kiel nicht gewinnen - das ist ganz klar. Wir brauchen eine deutliche Leistungssteigerung.    

... den Charakter des Nordduells: Ein Derby ist ein Derby, wenngleich ein regionales Derby anders ist als beispielsweise ein Stadtderby. Die Voraussetzungen sind für uns eigentlich wie immer und diese Rolle wird von unseren Gegnern auch immer dankend angenommen. Getreu dem Motto: "Der große HSV kommt, wir sind der Außenseiter und wollen ihm ein Bein stellen, indem wir 100 Prozent geben und alles reinwerfen." Diese Herangehensweise ist absolut legitim und berechtigt und deshalb müssen wir uns mit dieser Besonderheit auseinandersetzen.

... die Hierarchie innerhalb der Mannschaft im Hinblick auf die Ausfälle der Routiniers Aaron Hunt und Martin Harnik: Ich sehe diesbezüglich die ganze Mannschaft in der Pflicht. Auch was die Hierarchie angeht, sind wir nach wie vor in einem Prozess. Ich glaube, man sieht, dass Rick van Drongelen die Rolle als 20-jähriger Kapitän des HSV bisher sehr gut angenommen hat. Es ist eine Qualität von ihm geworden, dass er als Vize-Kapitän diese Rolle mittlerweile gut ausfüllt. Zudem haben wir mit Adrian Fein, Jeremy Dudziak und Tim Leibold eine gute Achse, die sich in einer guten Verfassung befindet. Ansonsten muss sich das allerdings ergeben und finden. Ich werde diesbezüglich nichts vorgeben. 

... die Entwicklung von David Kinsombi: Bei ihm geht es darum, dass er einen Rhythmus findet und seine Leistung konstanter abruft. Da sind bisher noch Schwankungen drin, die für mich aber zu einem ganz normalen Prozess gehören und darin begründet sind, dass er einen Schienbeinbruch hatte und auch in der Vorbereitung mit einem Muskelfaserriss vier Wochen ausgefallen ist. Es braucht noch seine Zeit, bis er wieder der gewohnte Kinsombi ist, den wir aus seiner Zeit in Kiel kennen - mit dieser Dynamik und Power.

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