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Mit geschärften Sinnen gegen gefährliche „Veilchen“

Vorbericht

21.09.19

Mit geschärften Sinnen gegen gefährliche „Veilchen“

Im Rahmen des 7. Spieltags empfängt der Hamburger SV am Sonntagmittag den FC Erzgebirge Aue. Ein spannendes Duell, nicht zuletzt auf der Torhüterposition, wo Daniel Heuer Fernandes auf Martin Männel trifft.  

Als Torhüter steht Daniel Heuer Fernandes immer unter Spannung. Die 7,32 Meter zwischen den beiden Innenpfosten sind sein Revier. Hier gilt es für mindestens 90 Minuten keinen Ball passieren zu lassen. Und zwar buchstäblich mit Leib und Seele. „Natürlich bringe ich, wie viele andere Torhüter auch eine gewisse Verrücktheit mit, ohne die es zwischen den Pfosten nicht geht. Schließlich lässt man sich mitunter aus nächster Nähe ins Gesicht schießen“, hat der 26-jährige Keeper, der im Sommer von Darmstadt 98 an die Elbe wechselte, zu Saisonbeginn einmal über sich selbst gesagt. Vor allen Dingen in den letzten beiden Punktspielen gegen Hannover 96 (3:0) und den FC St. Pauli (0:2) durften sich die HSV-Fans von jenem waghalsigen Körpereinsatz des Deutsch-Portugiesen auf beeindruckende Art und Weise überzeugen lassen. „Ferro“, wie er seit der Jugend in Teamkreisen genannt wird, stand mit mehreren Glanzparaden seinen Mann und bewies, dass er endgültig beim HSV angekommen ist. Einzig die bittere Derby-Niederlage konnte der starke Schlussmann nicht verhindern, war bei beiden Gegentoren machtlos. „Diese Niederlage hat uns extrem geärgert“, erklärt Heuer Fernandes. „Wir haben sie aber klar analysiert und sind zu einem deutlichen Fazit gekommen: die ersten 30 Minuten waren nicht so, wie wir sie uns vorstellen. Wir haben bereits während des Spiels eine Reaktion gezeigt und daran gilt es nun im Heimspiel gegen Aue anzuknüpfen.“

Daniel Heuer Fernandes im Eins-gegen-eins-Duell mit Daniel Buballa.
Daniel Heuer Fernandes konnte sich zuletzt mehrfach auszeichnen: Hier im Eins-gegen-eins-Duell mit St. Paulis Kapitän Daniel Buballa.

„Wir müssen gewappnet sein“

Aue – gemeint ist die lediglich 16.000 Einwohner fassende Gemeinde im tiefsten Winkel Sachsens, die seit Beginn der 1990er-Jahren den Fußballverein FC Erzgebirge Aue beheimatet. Jenen gewachsenen Club, der mit Ausnahme von drei Spielzeiten (2008/09, 2009/10 und 2015/16) seit der Saison 2003/04 beständiges Mitglied der 2. Bundesliga ist und am Sonntag (ab 13.15 Uhr live im HSVnetradio) im Rahmen des 7. Spieltags beim Hamburger SV im Volksparkstadion gastiert. „Wir sprechen hier nicht über den FC Erzgebirge Aue von vor vier, fünf Jahren, sondern über einen Club, in dem etwas entwickelt wurde und der uns am Sonntag ein sehr starker Gegner sein wird“, sprach HSV-Trainer Dieter Hecking im Vorfeld der Partie voller Respekt über den Tabellenfünften, der bisher lediglich zwei Punkte weniger sammeln konnte als der einstige Bundesliga-Dino. „Wir dürfen nicht glauben, dass wir in dieser 2. Liga irgendein Spiel im Vorbeigehen gewinnen. Und schon gar nicht gegen einen starken Gegner wie Aue.“ 

Die Meinung des Fußball-Lehrers teilt auch Schlussmann Heuer Fernandes. Und das aus gutem Grund: Der gebürtige Bochumer stand vor seinem Wechsel zum HSV nach Profistationen beim VfL Osnabrück (2013-15) und SC Paderborn (2015-16) zuletzt drei Jahre beim SV Darmstadt 98 (2016-19) unter Vertrag und lernte dabei den jetzigen Aue-Trainer Dirk Schuster gut kennen. „Seine Teams spielen immer sehr köperbetont und kämpfen bis zur letzten Minute. Dementsprechend müssen wir gewappnet sein und unsere Leistung zu 100 Prozent abrufen“, weiß „Ferro“. Mit Ausnahme der Langzeitverletzten Jan Gyamerah (Wadenbeinbruch), Christoph Moritz (Schlüsselbeinbruch), Ewerton (Einriss des Syndesmosebandes) und Timo Letschert (Trainingsrückstand nach Teilabriss des Außenbandes im Knie) kann er dabei auf eine breite Palette an Vordermännern setzen. „Wir wollen als Mannschaft ein gutes Spiel machen und das zeigen, was wir die letzten Heimspiele gezeigt haben. Besonders gegen Hannover haben wir ein gutes Spiel abgeliefert. Daran wollen wir anknüpfen und wieder unsere Dominanz auf den Platz bringen.“ 

Martin Männel am Ball.
Bei ihrer letzten Reise in den Volkspark entführten Martin Männel und die Auer mit einem 1:1-Unentschieden einen Punkt aus der Hansestadt.

"Veilchen" mit Rückenwind

Dafür müssen die Rothosen zunächst seinen direkten Gegenüber überwinden. Die Rede ist von Aue-Schlussmann Martin Männel, der bereits seit Sommer 2008 bei den „Veilchen“ unter Vertrag steht und mit 369 Pflichtspielen den Status einer lebenden Legende bei den FCE-Fans genießt. Jene bezeichnen ihn in Anlehnung an den italienischen Weltklasse-Torwart nicht umsonst „Buffon des Erzgebirges“. Auch von Dieter Hecking gab es Lob für den 31-Jährigen, der in seinen Augen als "einer der fußballerisch besten Torhüter der Liga" wie ein elfter Feldspieler agiere und damit das Offensivspiel der Auer einleite. "Aue wählt den spielerischen Ansatz. Das kann man sehr gut ansehen. Zudem besitzen sie auf vielen Positionen Spieler, die jeder Mannschaft richtig wehtun können", führt Hecking aus. "Diese Mannschaft ist definitiv nicht ungefährlich und wir müssen einen guten Plan entwickeln, wie wir sie attackieren. Wenn wir aber unser Potential abrufen, bin ich davon überzeugt, dass wir dieses Spiel gewinnen können."  

Das besagte Potential gilt es dabei anders als zuletzt im Derby beim FC St. Pauli gegen den Tabellenfünften der 2. Bundesliga, der mit reichlich Selbstvertrauen ins Volksparkstadion kommt, dieses Mal über die vollen 90 Minuten abzurufen. Mindestens 90 Minuten Spannung halten und in jeder Situation mit geschärften Sinnen agieren - Daniel Heuer Fernandes weiß als Torhüter am besten, wie das erfolgreich funktioniert.   


Der ADMIRALBET-Spieltagscheck vor dem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue

Im ADMIRAL-Spieltagscheck seht ihr ein Interview mit Adrian Fein und bekommt die letzten Informationen zum Duell gegen Aue.

Hier geht’s zum Video.

(Kopie 1)