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Gegnercheck

09.12.20

Pfeiffer: „Der HSV bedeutet mir sehr viel“

Im Gegnercheck spricht der ehemalige HSVer und jetzige SVD-Profi Patric Pfeiffer über das bevorstehende Aufeinandertreffen, die Stärken der Lilien und seine Eindrücke vom HSV.

Wenn Patric Pfeiffer über den HSV spricht, dann lässt sich selbst durch das Telefon die Verbundenheit heraushören. Kein Wunder, schließlich ist der 21-jährige Innenverteidiger in der Hansestadt geboren, hat insgesamt fünf Jahre in der Jugendabteilung der Rothosen gespielt und im November 2017 seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Zu einem Pflichtspiel in der Ligamannschaft reichte es letztendlich nicht, so dass sich der baumlange Manndecker (1,96 Meter) nach 23 Einsätzen für die U21 zu einem Wechsel nach Darmstadt entschloss. Bei den Lilien hat sich Pfeiffer seine ersten Sporen im Profifußball verdient – und hofft nun auf einen Einsatz am kommenden Sonnabend, wenn der HSV mit vielen ehemaligen Teamkollegen und Freunden am Böllenfalltor antritt (12. Dezember, Anstoß: 13 Uhr). Im Gegnercheck stellt Pfeiffer seinen aktuellen Arbeitgeber vor, spricht über seine persönliche Entwicklung und seine große Wertschätzung für den HSV und die Stadt Hamburg.

Patric, am vergangenen Freitag habt ihr eine bittere 2:3-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf verkraften müssen, insgesamt steht aktuell Rang 14 zu Buche. Ihr habt euch das Spiel und den Saisonstart sicher anders vorgestellt, oder?

Es ist wirklich enttäuschend, dass wir unsere Leistung bei der Fortuna nicht in Ertrag umgewandelt haben. In Düsseldorf haben wir richtig gut angefangen, waren spielerisch besser. Leider haben wir uns nicht frühzeitig belohnt, so dass wir gegen Ende des Spiels bestraft wurden. Erneut haben wir eigene Fehler gemacht, die zu Gegentoren geführt haben. Den Start in die Serie haben wir uns punktemäßig natürlich anders vorgestellt. Wir haben zu viele Zähler liegen lassen, die wir eigentlich hätten holen müssen. Damit sind wir nicht zufrieden.

Stichwort Zufriedenheit. Seitdem du im Sommer 2019 vom HSV zum SV Darmstadt 98 gewechselt bist, hast du elf Pflichtspiele für die "Lilien" bestritten. Bist du mit der Bilanz einverstanden?

Natürlich habe ich auf noch mehr Einsätze gehofft, dennoch bin ich damit erstmal zufrieden. Ich habe meine ersten Einsätze in der 2. Bundesliga gesammelt und mich durch das Training und die Spielpraxis enorm weiterentwickelt. Jetzt müssen die nächsten Schritte folgen.

Seit dem vergangenen Sommer wirst du von Markus Anfang betreut, der das Cheftraineramt von Dimitrios Grammozis übernommen hat. Wie nimmst du den neuen Coach wahr?

Die Unterschiede zwischen den beiden sind gar nicht so groß. Bei Markus Anfang legen wir sehr viel Wert auf spielerische Lösungen, das gefällt mir. Dadurch haben wir insgesamt mehr Sicherheit bekommen, den Spielaufbau von hinten heraus zu gestalten. Ein langer Ball ist nicht verboten, soll aber gezielt eingesetzt werden.

Hat sich die DNA des SV Darmstadt 98 verändert? Über viele Jahre stand der Verein ja eher für kampfbetonten Fußball.

Teilweise schon. Wir suchen jetzt eben häufiger die spielerischen Lösungen, wollen die kämpferische Komponente aber nicht aus den Augen verlieren. Die Mischung macht es am Ende.

Die richtige Mischung sucht aktuell auch der HSV. Wie nimmst du die Entwicklungen an deiner alten Wirkungsstätte wahr?

Die ersten Spiele haben sie richtig gut performt und auch verdient gewonnen. Die vergangenen Partien, die ich mir allesamt angeschaut habe, sind sehr unglücklich gelaufen. Im Prinzip war der HSV häufig die bessere Mannschaft, hat aber den Sack nicht zugemacht. So kamen dann die vermeidbaren Niederlagen zustande.

Mit welchen Spielern aus dem aktuellen Rothosen-Kader stehst du noch regelmäßig in Kontakt? 

Mit Josha Vagnoman, Stephan Ambrosius, Jonas David, Gideon Jung und Khaled Narey schreibe ich noch relativ regelmäßig. Über das Spiel am Sonnabend haben wir noch nicht gesprochen, aber das wird sicher im Laufe der Woche passieren.

Was bedeutet dir der HSV und was hast du aus deiner Zeit in Hamburg mitgenommen?

Der HSV bedeutet mir sehr viel. Ich habe dort meine Schritte im Jugendfußball gemacht und eine gute Entwicklung genommen. In der ganzen Zeit wurde ich immer gut behandelt und habe eine faire Wertschätzung erfahren. Der Profivertrag war eine Belohnung für die harte Arbeit, das Training mit den Profis eine tolle Erfahrung. Hamburg ist meine Heimat.

Was wünscht du dem HSV – abgesehen vom Spiel am Sonnabend - mit Blick auf die restliche Saison? 

Dass die Jungs ihr Potenzial abrufen. Sie sollen so spielen wie zu Saisonbeginn, dann werden sich auch die Erfolge einstellen. Mit leidenschaftlichem Fußball wird der HSV die gesteckten Ziele erreichen. Den Aufstieg würde ich dem HSV gönnen.

Nach dem Blick in die Zukunft schauen wir zum Abschluss nochmal auf die Gegenwart. Was erwartet uns für eine Partie am kommenden Sonnabend?

Das wird ein ganz intensives Spiel, das aber auch spielerische Elemente beinhalten wird. Beide Teams werden sehr motiviert sein, weil sie zuletzt zu wenig Punkte geholt haben. Deswegen wird es sicher auch sehr kämpferisch.